Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Holzgrabe

Die Medizinische Chemie ist für mich ein ideales Brückenfach, mit dessen Hilfe ein tiefes Verständnis der Pharmakologie, das heißt der Wechselwirkung eines Arzneistoffs mit seinem Zielmolekül, und der klinischen Pharmazie möglich ist. Der Spruch „in einer Formel lesen wie in einem Buch“ spiegelt dies wunderbar wider. In einer Formel kann man fast immer nicht nur die pharmakologische Wirkung und gegebenenfalls die Nebenwirkungen lesen, sondern auch das Schicksal des Arzneistoffs im Körper, das heißt dessen Verteilung und Metabolismus, und damit die Halbwertszeit abschätzen.

Dies ist nicht nur der Inhalt der großen Vorlesung Medizinische Chemie in Würzburg, sondern wird auch in der Forschung gelebt, wenn es um die Entwicklung z. B. neuer Wirkstoffe gegen Tropenkrankheiten und Infektionen mit gramnegativen Bakterien oder Analgetika geht, oder um Bio- und Qualitätsanalytik.
Der MMP-Artikel über die Bronchialdilatatoren LABA und LAMA (September 2017, Seite 377–383) demonstriert dies nachdrücklich.

Zum Lehrstuhl von Prof. Holzgrabe