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Laxanzien bei Kindern? Neue Studie bestätigt Wirksamkeit und Verträglichkeit von Bisacodyl bei längerfristiger Einnahme

Oft leiden schon Kinder an chronischer Obstipation. Für die langfristige regelmäßige Einnahme von Bisacodyl bei Kindern war die Datenlage bisher allerdings begrenzt. Eine neue Studie der Kinderklinik New Haven (USA) ist diese Lücke nun angegangen und liefert aktuelle Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Langzeitbehandlung. 
Das Ergebnis: Bisacodyl ist auch bei langfristiger Anwendung bei Kindern wirksam, sicher und gut verträglich. Befürchtungen einer Toleranzentwicklung werden entkräftet.

Deutsche Erstveröffentlichung

Retrospektive Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Bisacodyl bei Kindern mit funktioneller Obstipation

Art der Veröffentlichung

Retrospektive Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition

Verstopfung tritt bei Kindern häufig auf. Im Falle chronischer Beschwerden liegt zumeist eine funktionelle Obstipation vor. Darunter versteht man unregelmäßigen und harten, oft auch schmerzhaften Stuhlgang ohne anatomische Ursachen oder einer zugrunde liegenden Erkrankung. 

Zur Standardtherapie zählen eine ballaststoffreiche Ernährung, osmotische Laxantien und Einläufe sowie der zusätzliche Einsatz von stimulierende Laxantien wie Bisacodyl, wenn die Wirkung der anderen Mittel nicht ausreichend war. Obwohl ein Großteil der Betroffenen auf dieses Therapiekonzept anspricht, verbleibt eine Subgruppe an Patienten, die wenig bis gar nicht von diesem Vorgehen profitieren – sogenannte refraktäre Fälle. Insbesondere hier könnte der verstärkte Einsatz von Bisacodyl hilfreich sein.

Um die begrenzte Datenlage zur langfristigen regelmäßigen Gabe von Bisacodyl – insbesondere bei Kindern – zu erweitern, wurde eine Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Bisacodyl bei pädiatrischen Patienten aufgesetzt. 

Retrospektive Studie bei Kindern und Jugendlichen

In die retrospektive Studie wurden Kinder mit refraktärer funktioneller Obstipation eingeschlossen, die im Zeitraum 2007 bis 2014 an die Kinderklinik (New Haven, USA) zur Abklärung und Behandlung ihrer chronischen Obstipation überwiesen wurden.

Die Kinder hatten unter Basistherapie mit osmotischen Laxativa eine Stuhlfrequenz von zwei oder weniger Stuhlgängen pro Woche und wurden über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen zusätzlich mit Bisacodyl behandelt. Demographische Daten wie Alter und Geschlecht, Bisacodyl-Dosis, Behandlungsdauer, Anzahl der Stuhlgänge pro Woche vor und nach Behandlung mit Bisacodyl, Nebenwirkungen und Dauer des Follow-Ups wurden erhoben.

Insgesamt wurden 164 Patienten in die Studie eingeschlossen. Das mittlere Alter betrug 9,5 Jahre (0.9 – 21 Jahre), 52 Prozent der Kinder waren weiblich. Die mittlere Dosis von Bisacodyl betrug 5 mg (1 bis 20 mg), die mittlere Behandlungsdauer lag bei 14 Monaten (1 bis 63 Monate), wobei 90 Prozent der Patienten die Medikation weniger als 36 Monate lang einnahm.

Anzahl der wöchentlichen Stuhlgänge verdoppelt

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass sich die mittlere Stuhlfrequenz bei regelmäßiger Gabe von Bisacodyl (zusätzlich zur bestehenden Therapie mit osmotischen Laxativa) signifikant von zwei auf vier Stuhlgänge pro Woche (p < 0.001) erhöhte.

In 57 Prozent der Patienten (94 von 164) konnte außerdem eine Stuhlfrequenz von ≥ 3 Stuhlgängen pro Woche verzeichnet werden. 

Kein Gewöhnungseffekt unter Bisacodyl-Langzeitbehandlung

Des Weiteren widmeten sich die Autoren der Frage, inwieweit bei Patienten die Bisacodyl-Behandlung – unter Beibehaltung einer gleichbleibenden Stuhlfrequenz von ≥ 3 Stuhlgängen pro Woche – allmählich wieder abgesetzt werden kann. Hierzu konnten die Daten von 71 Kindern analysiert werden.

Bei 55 Prozent der Patienten konnten die Symptome so gut unter Kontrolle gehalten werden, dass ein Absetzen von Bisacodyl (über eine allmähliche Reduktion der Dosierung bzw. der Einnahmehäufigkeit) erfolgreich möglich war. 45 Prozent der Patienten blieben auf eine Behandlung mit Bisacodyl angewiesen.

Dabei fanden die Autoren, dass weder die Behandlungsdauer noch Dosierung, Alter oder Geschlecht der Patienten einen Einfluss darauf hatten, ob ein Absetzen erfolgreich möglich war oder nicht.

Ließen sich Gewöhnungseffekte beobachten?

Nein, Bisacodyl konnte bei vielen Patienten wieder abgesetzt werden – und dies unabhängig von Behandlungsdauer und Dosierung.

Nebenwirkungen wurden nur bei 8 Prozent der Patienten (13 von 164) beobachtet. Dazu gehörten in erster Linie vorübergehende Bauchschmerzen und Durchfall. In den meisten Fällen vergingen diese Nebenwirkungen nach Dosisanpassung. Nur bei fünf Patienten führte dies zu einem Ende der Therapie. 

Bisacodyl: Wirksam und sicher bei langfristiger Einnahme

Die retrospektive Studie zeigte, dass sich durch Bisacodyl die wöchentliche Stuhlfrequenz bei Kindern mit refraktärer chronischer Obstipation verdoppeln lässt.

Die Verträglichkeit des Wirkstoffs über den im Mittel 14-monatigem Behandlungszeitraum war durchweg gut, nur bei 8 Prozent der Kinder kam es zu Nebenwirkungen, die in der Regel durch Dosisanpassungen verschwanden. Bedenken hinsichtlich der Ausbildung von Gewöhnungseffekten gegenüber Bisacodyl wurden durch die Autoren entkräftet – die Langzeitbehandlung war weder mit einer Toleranzentwicklung noch mit anderen Komplikationen assoziiert. 

Insgesamt bekräftigt die Studie die Wirksamkeit und Sicherheit von Bisacodyl bei Kindern, insbesondere in Hinblick auf eine Langzeiteinnahme.

Autorin

Dr. Birgit Benedek
Apothekerin

Literatur 

Bonilla S et al. Long Term Use of Bisacodyl in Pediatric Functional Constipation Refractory to Conventional Therapy. Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition 2020, published ahead of print, doi: 10.1097/MPG.0000000000002795

Pflichttext

Dulcolax® Dragées/Dulcolax® Suppositorien. Wirkst.: Bisacodyl. Zusammens.: Arzneil. wirks. Bestandt.: 5 mg Bisacodyl/magensaftresistente Tablette bzw. 10 mg Bisacodyl/Zäpfchen. Sonst. Bestandt.: Dragees: Arab. Gummi, Carnaubawachs, Farbstoffe Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110), u. Titandioxid (E 171), Glycerol, Lactose-Monohydrat, Macrogol 6000, Magnesiumstearat, Maisstärke, Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:1), Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:2), natives Rizinusöl, modifizierte Stärke, Sucrose, Talkum, gebleichtes Wachs. Suppositorien: Hartfett Anw.-geb.: Zur Anwdg. b. Obstipation, b. Erkrank., die eine erleichterte Defäkation erford., sowie zur Darmentleer. b. diagnost. u. therapeut. Eingriffen am Darm. Wie andere Abführmittel sollten Dulcolax® Dragées/Suppositorien oh. differentialdiagnost. Abklär. d. Verstopfungsurs. nicht tägl. od. über einen läng. Zeitraum eingenom. bzw angew. werden. Gegenanz.: Überempfindlichk. geg. Bisacodyl, Farbstoff Gelborange S od. sonst. Bestandt., Darmobstrukt., Ileus od. akute Erkrank. d. Magen-Darm-Trakts (z. B. entzündl. Erkrank., akute Appendizitis), starke Bauchschmerzen im Zusammenh. m. Übelkeit od. Erbr., d. Zeichen einer schw. Erkrank. sein können, seltene angebor. Unverträglichk. geg. einen Bestandt. d. AM, Stör. d. Wasser- u. Elektrolythaushaltes (z. B. erhebl. Flüssigkeitsmangel d. Körpers), Dragees: Kdr. < 2 J., Suppositorien: Kdr. < 10 J.;. Nebenw.: Immunsyst.: Selt. Überempfindlichkeitsreakt. Nicht bek. anaphylakt. Reakt., angioneurot. Ödem. Farbst. Gelborange S kann allerg. Reakt. hervorr. Stoffw./Ernähr.: Nicht bek. Dehydratation. GIT: Häuf. Bauchkrämpfe, Bauchschm., Diarrhoe, Übelk. Gelegentl. Erbrechen, Blutbeimengung i. Stuhl (Hämatochezie), Bauchbeschw., anorekt. Beschw. Nicht bek. Colitis. Nerven: Gelegentl. Schwindel. Nicht bek. Synkope. Verfügb. Informat. lassen verm., dass es sich hierb. um eine vasovag. Antw. auf Schm. i. Bauchraum od. d. Defäkation handelt. Unsachgemäße Anwdg. (zu lange u. zu hoch dosiert) kann z. Verlust v. Wasser, Kalium u. a. Elektrolyten u. dadurch zu Stör. d. Herzfkt. u. zu Muskelschw. führen, insb. bei gleichz. Einnah. v. Diuretika u. Kortikosteroiden. Die Empfindlichk. ggü. Herzglykosiden kann verstärkt werden. Warnhinw.: Dulcolax® Dragées enthalten Farbstoff Gelborange S, Lactose u. Sucrose. Apothekenpflichtig. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, 65926 Frankfurt am Main. Stand: September 2017 (SADE.DULC1.17.03.0468)