Schmerztherapie bei multimorbiden und betagten Patienten


Uwe Junker, Remscheid, Eberhard Albert Lux, Lünen, Edmund A. G. Neugebauer, Köln, und Heinz-Dieter Basler, Marburg

Altersbedingte physiologische Veränderungen betreffen alle Organe. Bei älteren Menschen kommt es besonders zu Funktionsbeeinträchtigungen der Leber, der Nieren, des Nervensystems, der Verdauungsorgane und der Blutgefäße. Veränderungen im Stoffwechsel führen unter anderem zu einer veränderten Zusammensetzung des Blutes, zur Abnahme verschiedener Neurotransmitter und deren Rezeptoren und zu Störungen im Calciumhaushalt mit entsprechenden Folgen für die Knochenstabilität.
Wie jede Pharmakotherapie, hat besonders auch die Schmerztherapie diese altersbedingten Faktoren zu berücksichtigen.
Mit der zunehmenden Zahl von Erkrankungen kommt es auch zu einer Zunahme von Schmerzen unterschiedlicher Genese, so dass gerade bei älteren Patienten eine angemessene Schmerztherapie besondere Bedeutung gewinnt. Obwohl nach den Daten der Deutschen Schmerzliga beispielsweise Tumorschmerzen bei bis zu 95% der Patienten gelindert werden können, haben bis zu 40% der unter Behandlung stehenden Patienten weiterhin Schmerzen. Das in den 1980er Jahren entwickelte und immer noch als Standard geltende Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation wird immer noch zu selten beachtet, was die Reserviertheit von Patienten und Ärzten vor dem Einsatz von Opioiden widerspiegelt. Mit der Weiterentwicklung der Opioid-Therapie tendieren Experten jedoch zunehmend zu einem frühzeitigen Einsatz der Stufe-III-Analgetika, ohne zwangsläufig die Reihenfolge des Stufenschemas der WHO zu durchlaufen. Obstipation als wichtigste Nebenwirkung von Opioiden lässt sich durch Komedikation mit Laxanzien beherrschen. Die Kombination von retardiertem Oxycodon mit retardiertem Naloxon, einem bei oraler Gabe peripher im Magen-Darm-Trakt wirkenden Opioid-Rezeptorantagonisten der µ-Rezeptoren, ist stark analgetisch wirksam und erhält gleichzeitig die normale Darmfunktion.

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