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Editorial Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Klinische Pharmazie von Anfang an

Seite 478 -484
Übersicht Stefanie Kreissl, Köln

Hodgkin-Lymphom

Aktuelle Diagnostik und Therapie

Das Hodgkin-Lymphom zählt heute zu den Tumorerkrankungen mit den besten Heilungschancen im Bereich der Hämato-Onkologie. Unabhängig vom Stadium liegt das 5-Jahres-Gesamtüberleben unter den derzeitigen Standardtherapien bei über 90 %. Mit einem medianen Erkrankungsalter bei Erstdiagnose von 30 Jahren sind überwiegend junge Erwachsene betroffen. Die Therapie des Hodgkin-Lymphoms erfolgt stadienabhängig und besteht zumeist aus einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie. Langfristiges Ziel ist heute die Optimierung der Primärtherapie im Sinne einer Reduktion der therapieassoziierten Akut- und Langzeitnebenwirkungen bei gleichbleibend gutem Therapieerfolg.

English abstract

Hodgkin’s lymphoma: up-to-date standards of diagnosis and therapy

Today, Hodgkin’s lymphoma is a curable malignancy for the vast majority of our patients due to stage-adapted polychemotherapy with or without consolidation radiotherapy. 5- year progression-free survival (PFS) rates are beyond 90% throughout all stages. With a median age of 30 years at first diagnosis, this disease affects mainly young adults. Therefore, we face a continuously growing number of young long-term survivors who are at risk for long-term sequelae. Thus, reducing acute and late treatment-related side effects while maintaining the high cure rates represents the major goal in HL today.

Key words: Hodgkin’s lymphoma, stage-adapted treatment, chemotherapy, radiotherapy, relapse strategies

Seite 487 -494
Übersicht Antje Neubert und Christopher Schulze, Erlangen

Aspekte der Dosierung bei Kindern und Jugendlichen

Darüber hinaus weisen Kinder und Jugendliche eine im Vergleich zu Erwachsenen veränderte Physiologie auf, die die Pharmakodynamik und -kinetik nicht unwesentlich beeinflusst. Je nach Alter und Entwicklungsstand gibt es Unterschiede, die bei der Dosierung und Anwendung von Arzneimitteln in dieser Patientengruppe zu berücksichtigen sind. Mithilfe von allometrischen Berechnungen lassen sich bei Inbezugnahme des Reifegrads pharmakokinetische Parameter für die pädiatrische Population sehr gut vorhersagen. Zusätzliche Besonderheiten sind bei adipösen Patienten zu beachten. Die Verwendung von evidenzbasierten Dosierungsinformationen ist eine weitere Maßnahme, mit der die Anwendung und vor allem Dosierung von Arzneimitteln für Kinder und Jugendliche verbessert und darüber die Therapiesicherheit erhöht werden kann.

English abstract

Children and adolescents are disadvantaged when it comes to pharmacotherapy

Drugs are commonly used off-label, i. e. without an official license, particularly in the hospital setting. Due to missing data from clinical trials the risk for adverse drug events and medication errors is increased. Moreover, children and adolescents show different physiological properties compared to adults, which influences pharmacokinetics and pharmacodynamics significantly. Differences which need to be considered for drug dosing and drug administration vary dependent on age and developmental status in this patient population.

By allometric calculations pharmacokinetic parameters can be well predicted as long as maturation is appropriately taken into account. Obese patients need additional adjustments. The use of evidence-based dosing information is another measure to improve the use of drugs in general and dosing in particular and consequently to increase medication safety in the paediatric population.

Seite 495 -499
Bericht Tanja Saußele, Stuttgart

Niere, Herz und Stoffwechsel

Bericht der DGKPha-Tagung 2018

Die diesjährige Tagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmazie (DGKPha) stand unter dem Motto Pharmakotherapie bei Niereninsuffizienz. Rund 80 Teilnehmer trafen sich vom 3. bis 4. November in Hamburg und bildeten sich in Workshops und Plenarvorträgen zu Herz- und Nierenerkrankungen fort.

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Claudia Borchard-Tuch, Ratingen

Aktualisierte Leitlinien

Diagnostik und Therapie des Hirsutismus in der Prämenopause

Die Endocrine Society hat ihre im Jahr 2008 publizierte Leitlinie zu Diagnostik und Therapie des Hirsutismus aktualisiert und die seither publizierten neuen Erkenntnisse in ihren Empfehlungen berücksichtigt.

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Dr. Mathias Schneider, Stuttgart

ADO-Tagung in Stuttgart

Sonnencreme ist keine Krebsprävention

Der 28. Deutsche Hautkrebskongress beschäftigte sich unter anderem mit den Themen Sonnenschutz, künstlicher Intelligenz und neuen pharmakologischen Ansätzen in der adjuvanten Therapie von Hautkrebs. Auf der Pressekonferenz stellten Tagungspräsident Professor Claus Garbe, Priv.-Doz. Dr. Thomas Eigentler und Professor Ulrike Leiter-Stöppke von der Universitäts-Hautklinik Tübingen sowie Professor Dirk Schadendorf vom Universitätsklinikum Essen die neusten Errungenschaften und Entwicklungen im Bereich Dermo-Onkologie vor.

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Dr. Miriam Sonnet, Rheinstetten

Chronische nichttumorbedingte Schmerzen

Cannabis und Cannabinoide: nicht effizient genug?

Ob Cannabinoide Patienten mit chronischen, nichttumorbedingten Schmerzen tatsächlich helfen, wurde bisher noch nicht umfassend untersucht. Ein neues Review sollte nun Klarheit schaffen. Es liefert Daten, die die Wirksamkeit hinsichtlich einer Schmerzreduktion zwar bestätigen – die Evidenz ist allerding immer noch gering.

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Solvejg Langer, Stuttgart

Schwangerschaft

Schützt hochdosierte Folsäure vor Präeklampsie?

Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft und insbesondere die Präeklampsie sind in Europa eine der Hauptursachen für maternale Todesfälle. Eine Strategie zur Prävention ist hochdosierte Folsäure, die sich jetzt aber in einer Studie als uneffektiv erwiesen hat.

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Referiert & kommentiert Dr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg

COPD

Effektivität von Telefoncoaching bei Patienten mit leichter COPD

Unterstützung beim Selbstmanagement chronischer Krankheiten verbessert die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer COPD. Die vorliegende Studie untersucht, ob das auch für Patienten mit einer leichten COPD gilt.

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Raucherentwöhnung

Nikotinpflaster vor dem Rauchstopp nur wenig effektiv

Wer Nikotin-haltige transdermale Pflaster zur Tabakentwöhnung anwendet, muss laut den Fachinformationen bei Behandlungsbeginn das Rauchen vollständig einstellen. In einer randomisierten Vergleichsstudie, die kürzlich im Britischen Ärzteblatt publiziert worden war, hatte man untersucht, ob sich die Erfolgsquote bei der Tabakentwöhnung steigern lässt, wenn die Nikotinpflaster bereits vier Wochen vor dem geplanten Rauchstopp regelmäßig geklebt werden. Die Ergebnisse waren nicht so eindeutig, wie es die Autoren aufgrund früherer Studienergebnisse gehofft hatten.

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn

Ischämischer Schlaganfall

Lysetherapie bei leichtem Schlaganfall ohne Vorteil gegenüber ASS

Bei Patienten mit mildem Schlaganfall stellt sich die Frage nach der optimalen Therapie. Das Risiko bleibender neurologischer Ausfälle muss gegen das Risiko einer intrazerebralen Blutung abgewogen werden. Die Ergebnisse der PRISMS-Studie haben nun gezeigt, dass diese Patienten von der Standardtherapie einer Thrombolyse mit Alteplase nicht mehr profitieren als von der Gabe von Acetylsalicylsäure (ASS).

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn

Adenokarzinom

PPI und ASS senken Krebsrisiko bei Patienten mit Barrett-Ösophagus

Ein Barrett-Ösophagus erhöht das Risiko für ein Adenokarzinom des Ösophagus, dessen Inzidenz in den letzten 40 Jahren stetig zugenommen hat. In einer randomisierten Studie konnte nun gezeigt werden, dass eine hochdosierte Therapie mit dem Protonenpumpenhemmer Esopremazol die Prognose von Patienten mit Barrett-Ösophagus verbessert und dies insbesondere, wenn Esopremazol mit Acetylsalicylsäure (ASS) kombiniert wird.

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Gerrit Seifert, Mainz

Infektiologie

Invasive medizinische Eingriffe und das Risiko einer infektiösen Endokarditis

Eine Bakteriämie und daraus folgend eine infektiöse Endokarditis kann durch eine Vielzahl von invasiven medizinischen Eingriffen hervorgerufen werden. Die empirische Datenlage zu dieser Beobachtung ist allerdings sehr dünn. In einer schwedischen Case-Crossover-Studie wurden anhand von Registerdaten zahlreiche invasive medizinische Prozeduren auf einen statistischen Zusammenhang mit einem erhöhten Endokarditisrisiko untersucht.

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Referiert & kommentiert Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg

Unkomplizierte Harnwegsinfekte bei Frauen

Ibuprofen ist Pivmecillinam unterlegen

Bei Frauen mit unkompliziertem Harnwegsinfekt ist die Einnahme von 600 mg Ibuprofen dreimal täglich einer Einnahme von 200 mg Pivmecillinam dreimal täglich jeweils über drei Tage unterlegen, so das Ergebnis einer randomisierten Doppelblindstudie. Unter dem Analgetikum dauerten die Beschwerden länger, die Symptome waren stärker und die Rate von anschließenden Nierenbeckenentzündungen höher. Rund die Hälfte der Frauen in der Ibuprofen-Gruppe wurde aber auch ohne Antibiotika innerhalb von vier Wochen wieder gesund.

Seite 501 -513
Referiert & kommentiert Dr. Tanja Saußele und Solvejg Langer, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Der Trend geht zum jüngeren Mann