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Editorial Dr. Maja M. Christ, Stuttgart

Die Rolle unserer Ernährung

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Medizin meets Pharmazie Franz Hartmann, Frankfurt a. M.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Basiswissen

Unser Verständnis der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen hat sich insbesondere durch den enormen Fortschritt in biotechnologischen Methoden erheblich verbessert. Derzeit wird eine fehlregulierte Immunantwort auf kommensale Mikrobiota bei genetisch suszeptiblen Menschen vermutet.

English abstract

Inflammatory bowel diseases

Our understanding of inflammatory bowel diseases (IBD) has increased tremendously due to the enormous progress in biotechnological methods. During the last 10 to 20 years new therapies like anti-TNF drugs, anti-integrins, anti IL12/23 drugs and, most recently, JAK inhibitors have been introduced and changed the way we treat Crohn’s disease and ulcerative colitis. We no longer just look for a symptomatic relief, the target today is rather a complete remission without steroids together with mucosal healing, thus preventing irreversible structural changes of the intestine and development of complications. The following articles outline the new insight in epidemiology, pathogenesis, clinics and recent therapeutic approaches to IBD.

Seite 92 -95
Medizin meets Pharmazie Franz Hartmann, Frankfurt a. M.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Klinischer Verlauf und Diagnostik

Leitsymptome einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) sind durchfällige Stühle unterschiedlicher Qualität (großvolumig, kleinvolumig, schleimig, blutig) verbunden mit Bauchschmerzen, häufig vor und/oder nach der Stuhlentleerung. Die Symptomatik ist in der Regel chronisch (> 4 Wochen). Das Ausmaß der Beschwerden ist individuell sehr unterschiedlich in Abhängigkeit vom Grad der Entzündung, der Lokalisation der Entzündung und den die CED häufig begleitenden Komplikationen und extraintestinalen Manifestationen.

Seite 96 -102
Medizin meets Pharmazie Franz Hartmann, Frankfurt a. M.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Therapie

Während der letzten 10 bis 20 Jahre wurden sehr effektive neue Therapien wie Anti-TNF-Arzneistoffe, Anti-Integrine, Anti-Interleukine und, vor kurzem, JAK-Inhibitoren in die Therapie von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingeführt. Ziel der Therapie ist nicht mehr länger nur die Behandlung von Symptomen, sondern das Erreichen einer kompletten Remission ohne Einsatz von Glucocorticoiden vorzugsweise mit einer Mukosaheilung. Damit soll der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst werden, die Entwicklung irreversibler struktureller Darmschäden wie narbige Atrophie, Strikturen, Fisteln und Abszesse soll so verhindert werden.

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Medizin meets Pharmazie Franz Hartmann, Frankfurt a. M.

Patient mit mittelgradig aktiver Pancolitis ulcerosa

Die Therapie bei CED ist in Abhängigkeit vom Alter des Patienten, dem Befallsmuster und bisherigen therapeutischen Ansprechen individuell und häufig nach primärem Ansprechen durch ein sekundäres Therapieversagen und nachfolgende Therapieeskalation gekennzeichnet.

Seite 109 -115
Übersicht Ilse I. W. Gehrke, Donaueschingen

Mangelernährung im Alter

Ursachen, Arzneistoffinteraktionen und Behandlungsmöglichkeiten

Belange der älteren Bevölkerung werden in der Gesundheitsversorgung immer wichtiger. Funktionelle Einschränkungen sowie Mangelernährung gehen häufig mit einer alterstypischen Multimorbidität und einer Multimedikation einher. Ein Symptom, wie etwa die Mangelernährung, ist gerade bei geriatrischen Patienten häufig multifaktoriell bedingt. Die strukturierte Ursachenanalyse der Mangelernährung beinhaltet Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, systemische Erkrankungen, aber auch psychische Leiden und Versorgungfaktoren. Medikamentöse Einflussfaktoren, auch Interaktionen, sind ebenfalls zu berücksichtigen. Evidenzbasierte Interventionskonzepte im Alter beinhalten ein individualisiertes multiprofessionelles Vorgehen.

English abstract

Malnutrition at old age – causalities, interactions among pharmaceutical drugs and therapeutic implications

The interests of the older people population become more and more important in the national and international general health care. Functional disabilities and malnutrition are combined frequently with older age specific multimorbidity and multimedication.

A symptom relating to older age e. g. malnutrition in geriatric patients is often caused by many clinical factors. The structured analysis of malnutrition is also focused on diseases of the gastrointestinal tract, systemic diseases, but also psychical syndromes and the individual situation of the general health care.

Specific effects of drug combinations, including their interaction, are necessarily to be taken also into account. Evidence based concepts of controlled older age specific interventions are based on individualized multiprofessional proceedings.

Seite 116 -118
Aus der Universität Christian Siebel, Münster

Pharmakokinetik von Doxorubicin

Optimierung der Doxorubicin-Dosierung bei pädiatrischen onkologischen Patienten

Doxorubicin wird zur Behandlung vieler maligner Erkrankungen eingesetzt. Eine schwere, dosislimitierende Nebenwirkung von Doxorubicin besteht jedoch in dessen kardiotoxischer Wirkung. Insbesondere bei Kindern ist deshalb die Entwicklung optimierter Dosierungsempfehlungen, die einen sichereren Einsatz bei gleicher Wirksamkeit erlauben, notwendig.

Seite 119 -123
Referiert & kommentiert Dr. Miriam Sonnet, Rheinstetten

Akute lymphatische B-Zell-Leukämie

Kosten und Nutzen der Tisagenlecleucel-Therapie

Die Therapie von rezidivierter/refraktärer akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie kostet mit Tisagenlecleucel pro Infusion etwa 475 000 Dollar. Ob diese Kosten gerechtfertigt sind und welchen Nutzen das Medikament für Patienten bringen kann, wurde jetzt in einer neuen Studie berechnet.

Seite 119 -123
Referiert & kommentiert Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn

Kreuzschmerzen

Soll Amitriptylin bei Kreuzschmerzen eingesetzt werden?

Kreuzschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Bevölkerung. Obwohl zahlreiche Behandlungsansätze vorhanden sind, kann sich die Therapie chronischer nicht-spezifischer Kreuzschmerzen jedoch als schwierig und langwierig erweisen. Ob das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin in der Therapie chronischer Kreuzschmerzen wirksam ist, wurde aktuell in einer kleinen randomisierten klinischen Studie untersucht.

Seite 119 -123
Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Akute Blinddarmentzündung

Antibiotika anstelle Appendektomie?

Bei einer akuten, aber unkomplizierten Blinddarmentzündung muss der Patient nicht immer unters Skalpell. In einer im Jahr 2015 publizierten randomisierten klinischen Studie aus Finnland gelang es mithilfe eines Antibiotika-Regimes mit Ertapenem, Levofloxacin und Metronidazol bei der Mehrzahl der Patienten, die Symptome unter Kontrolle zu bringen. Sie waren beschwerdefrei und konnten die Klinik verlassen. Jetzt liegen die Daten des fünfjährigen Nachbeobachtungszeitraums vor.

Seite 119 -123
Referiert & kommentiert Dr. Miriam Neuenfeldt, Stralsund

Subklinische Hypothyreose

Nutzen einer Schilddrüsenhormon-Substitutionstherapie fraglich

Die Substitutionsnotwendigkeit bei subklinischer Hypothyreose wird unterschiedlich beurteilt. Unter Berücksichtigung der aktuellsten Daten wurde daher erneut eine Metaanalyse zu den Effekten einer Substitutionstherapie bei Erwachsenen mit latenter Schilddrüsenunterfunktion durchgeführt.