Seite 377
Editorial Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Gute Nacht!

Seite 380 -387
Pharmakologie aktuell Claudia Bruhn, Berlin

Dupilumab

Ein Antikörper für drei Indikationen

Der monoklonale Antikörper Dupilumab ist in der Europäischen Union für bestimmte Formen der atopischen Dermatitis, des Asthma bronchiale und der chronischen Rhinosinusitis zugelassen. Seine Wirkung beruht auf der Hemmung von Interleukin 4 (IL-4) und IL-13, zweier wichtiger proinflammatorischer Zytokine bei Immunreaktionen vom Typ 2. Klinische Daten und erste praktische Erfahrungen zeigen signifikante Reduktionen der Krankheitssymptome und eine Verbesserung der Lebensqualität. Dupilumab wird mittels Fertigspritze oder Fertigpen alle zwei Wochen subkutan verabreicht.

English abstract

Dupilumab: one drug for three indications

Dupilumab is a recombinant human IgG4 monoclonal antibody that inhibits interleukin-4 (IL-4) and interleukin-13 (IL-13) signaling pathways. IL-4 and IL-13 are major drivers of human type 2 inflammatory disease, such as atopic dermatitis and asthma. Blocking the IL-4/IL-13 pathway with dupilumab in patients decreases many of the mediators of type 2 inflammation. Dupilumab (Dupixent®) is indicated for the treatment of moderate-to-severe atopic dermatitis in adults and adolescents 12 years and older who are candidates for systemic therapy. The antibody is also indicated in adults and adolescents 12 years and older as add-on maintenance treatment for severe asthma with type 2 inflammation characterised by raised blood eosinophils and/or raised FeNO, who are inadequately controlled with high dose ICS plus another medicinal product for maintenance treatment. For patients with chronic rhinosinusitis with nasal polyposis (CRSwNP) Dupixent® is indicated as an add-on therapy with intranasal corticosteroids for the treatment of adults with severe CRSwNP for whom therapy with systemic corticosteroids and/or surgery do not provide adequate disease control. The efficacy and safety of dupilumab was evaluated in various clinical studies. Dupilumab not only reduced symptoms significantly more than placebo, but also improved the patient's quality of life.

Seite 388
Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Bücherforum

Falscher Schlaf

Seite 391 -396
Übersicht Benedikt Hofauer, München

Schnarchen des Erwachsenen

Diagnostik und Therapie

Das Phänomen „Schnarchen“ stellt bei Erwachsenen ein häufiges Problem dar und kann die Lebensqualität des Betroffenen, aber auch des jeweiligen Bettpartners erheblich beeinträchtigen. Es muss eine fundierte Beratung, Diagnostik und Therapie erfolgen, die sich an der aktuellen Leitlinie zur „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“ orientieren sollte. Inhalt dieser Leitlinie sind evidenzbasierte Empfehlungen zur Abklärung des Schnarchens mittels Anamnese, klinischer Untersuchung und apparativer Diagnostik sowie Empfehlungen zu verschiedenen Behandlungsmethoden. Hier wird auf konservative Therapiemöglichkeiten, apparative Verfahren sowie verschiedene chirurgische Verfahren eingegangen. Es werden einzelne chirurgische Verfahren beschrieben und darauf hingewiesen, dass in der Therapie des Schnarchens bevorzugt minimal-invasive Methoden eingesetzt werden sollten.

English abstract

Diagnosis and therapy of snoring in adults

The phenomenon of "snoring" is a common problem in adults and can significantly affect the quality of life of the person concerned, but also of the bed partner. Well-founded advice, diagnostics and therapy should follow, which should be based on the current guideline on "Diagnostics and therapy of snoring in adults". This guideline contains evidence-based recommendations for the clarification of snoring by means of a medical history, clinical examination and diagnostic tests, as well as recommendations for various treatment methods. Non-surgical and various surgical therapy options and procedures are discussed. Individual surgical procedures are described in detail and it is pointed out, that minimally invasive methods should preferably be used in the therapy of snoring.

Seite 397 -401
Fortbildung Wissensbasierung Niels Eckstein, Pirmasens, und Christopher Hartzendorf, Wien

Klinische Studien in der personalisierten Medizin

Chancen und Grenzen von Umbrella- und Basket-Studien

Die großen Fortschritte in Genetik und Medizin ermöglichen völlig neue Therapieansätze, wovon vor allem die moderne Onkologie profitiert. Durch das Next Generation Sequencing (NGS) können Tumoren auf genetische Marker untersucht werden, woraufhin die Pharmakotherapie speziell auf die Tumorentität kleiner Patientenkollektive angepasst werden kann. Dieser Schritt in Richtung personalisierter Medizin stellt auch die klinische Prüfung der jeweiligen Arzneistoffe vor eine Herausforderung. Die klassische, randomisierte, kontrollierte Studie (RCT), der Goldstandard der klinischen Prüfung von Arzneimitteln, ist in der explorativen Phase der Entwicklung der personalisierten Medizin nur bedingt anwendbar. Für innovative Therapien mussten auch innovative Studiendesigns entwickelt werden, um möglichst vielen Tumorsubtypen in der Therapie gerecht zu werden. Der folgende Beitrag gibt einen Einblick in die sogenannten Master Protocols und was sie für die Evidenz in der personalisierten Medizin leisten können.

English abstract

Clinical trials in personalised medicine

The feasibility of genetic tumor differentiation offers completely new therapeutic approaches. New clinical trial designs have been developed to investigate safety and efficacy of new drugs in human use. The so-called master protocols provide the opportunity to respond more flexible to changes that were not prospectively observable and to also include small patient populations. The two most common master protocol designs are the umbrella trial and the basket trial. Both are based on a molecular biological examination and classification of tumors. The basket study usually investigates only one therapeutic option for histologically different tumors, while the umbrella study evaluates the use of different drugs for different mutations of a specific tumor entity. A major advantage is that also patients with rare mutations get early access to new therapy options adapted to their tumor subtype. Master protocols are especially suitable as phase II studies to gain experience and new insights into many treatment options in the case of rare tumor mutations. As a replacement of the RCT (randomized controlled trial) they are considered as critical, because as pivotal approval studies, umbrella and basket studies cannot provide the statistical evidence of efficacy in comparison to a control group. Despite this, the implementation and further development of the new study designs will make a major contribution to the evidence of targeted therapies in the future.

Seite 402 -406
Fragen aus der Praxis

Webinar „Eisensupplementierung“

Fragen aus der Praxis zum MMP-Webinar

Am 16. Juni 2020 fand das MMP-Webinar „Eisensupplementierung – AMTS-Risiken im Alltag“ mit Dr. Dirk Keiner statt. Der Krankenhausapotheker hat zahlreiche praxisrelevante Fragen der über 600 Teilnehmer beantwortet. Lesen Sie hier die Antworten.

Seite 407 -415
Referiert & kommentiert Dr. Sabine Fischer, Stuttgart

Pharmazeutische Betreuung

Der KHK-Patient in der Apotheke

Eine koronare Herzkrankheit (KHK) führt zu einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko und schränkt den Patienten erheblich in seiner Lebensqualität ein. Wie diese Erkrankung therapiert wird und welchen Beitrag die Apotheke leisten kann, erklärte Apothekerin Isabel Waltering in einem Webinar der LAK Baden-Württemberg.

Seite 407 -415
Referiert & kommentiert Anna Müller-Schöll, Berlin

Sekundärprophylaxe chronischer Gefäßerkrankungen

Rivaroxaban-Kombinationstherapie hat höheren klinischen Nettonutzen als ASS-Monotherapie

In der COMPASS-Studie zeigten Patienten, die an chronischen Gefäßerkrankungen litten und mit einer Kombination von niedrig dosiertem Rivaroxaban und Acetylsalicylsäure (ASS) behandelt wurden, ein geringeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als diejenigen, die mit einer ASS-Monotherapie behandelt wurden. Jedoch war unter der Kombinationstherapie auch die Häufigkeit schwerer Blutungen erhöht. Nun wurde durch integrative Betrachtung von kardiovaskulären und Blutungsereignissen der „klinische Nettonutzen“ der Kombinationstherapie ausgewertet. Demnach profitieren Patienten deutlich von der Kombinationstherapie, und zwar mit steigendem Nutzen bei steigender Behandlungsdauer. Für Patienten in Hochrisiko-Gruppen besteht der größte „klinische Nettonutzen“.

Seite 407 -415
Referiert & kommentiert Dr. Claus Gassner, Ravensburg

Bakteriämie mit gramnegativen Erregern

Maßgeschneiderte Antibiotikatherapie durch CRP-Bestimmung

Wird die Dauer der Antibiotikatherapie bei unkomplizierten Bakteriämien mit gramnegativen Erregern nach Höhe des CRP-Spiegels (C-reaktives-Protein) festgelegt, ist der Behandlungserfolg mit dem einer fixen Therapiedauer von sieben oder 14 Tagen vergleichbar.

Seite 407 -415
Referiert & kommentiert Christine Vetter, Köln

Fokale Epilepsie

Neue Option der individualisierten oberflächlichen Hirnstimulation

Noch deutlichen Bedarf für Therapiefortschritte gibt es bei der Behandlung der Epilepsie. Bei Patienten mit fokalen Epilepsien, bei denen Medikamente allein nicht mehr oder nicht ausreichend wirksam sind und bei denen eine direkte Hirnoperation nicht infrage kommt, kann möglicherweise ein innovatives System der Neurostimulation einen solchen Fortschritt darstellen. Es handelt sich um ein bioelektronisches Verfahren zur transkraniellen fokussierten Hirnstimulation, das derzeit in klinischer Prüfung ist. Es ist, so die ersten Berichte, einfach zu implantieren und ermöglicht eine individualisierte Hirnstimulation.

Seite 407 -415
Referiert & kommentiert Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn

Januskinase-Inhibitoren

Ruxolitinib-Creme ist aussichtsreich bei Vitiligo

Vitiligo ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einem Verlust der Hautpigmentierung einhergeht. Bislang gibt es keine für die Patienten zufriedenstellende Therapie. Eine klinische Phase-II-Studie hat nun ergeben, dass eine lokal anwendbare Creme mit dem Wirkstoff Ruxolitinib zu einer deutlichen Repigmentierung der Läsionen führen kann.

Seite 407 -415
Referiert & kommentiert Dr. Larissa Tetsch, Maisach

Chronisch-entzündliche Erkrankungen

Erhöhtes Melanom-Risiko durch Behandlung mit Biologika?

Zur Behandlung verschiedener chronisch-entzündlicher Erkrankungen werden häufig immunmodulatorisch wirksame Biologika eingesetzt. Hinweise auf ein dadurch erhöhtes Risiko für Melanome konnten bisher weder bestätigt noch widerlegt werden. Eine Metaanalyse wertete nun gezielt Studien aus, bei denen das Melanom-Risiko von Patienten, die mit Biologika behandelt worden waren, mit dem von Patienten, die bei gleicher Grunderkrankung eine konventionelle Therapie erhalten hatten, verglichen worden war.