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EditorialDr. Jasmine Naun, Stuttgart

Dem Erreger auf der Spur

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ÜbersichtIngo Stock, Berkatal-Frankenhain

Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist eine weit verbreitete Infektionskrankheit, die durch das intrazellulär lebende Protozoon Toxoplasma gondii verursacht wird. Die Erkrankung kann bei immungeschwächten Menschen mit Enzephalitiden und anderen schweren Symptomen einhergehen. Bei immunkompetenten Kindern und Erwachsenen verläuft die akute Toxoplasma-Infektion hingegen meist asymptomatisch. Eine Erstinfektion der Mutter während der Schwangerschaft kann eine Infektion des Fetus und schwere Schäden für den Embryo und das Neugeborene nach sich ziehen. Auch Folgeschäden bei primär unauffälligen Kindern sind möglich. Für die Toxoplasmose-Therapie werden vor allem Pyrimethamin, Sulfonamide, Clindamycin und Spiramycin eingesetzt. Eine Infektion mit T. gondii zu verhindern, ist wegen der zahlreichen Infektionsquellen, der extremen Häufigkeit und hohen Umweltresistenz des Erregers eine große Herausforderung.

FlaggeEnglish abstract

Toxoplasmosis

Toxoplasmosis is a widespread infectious disease caused by the intracellular protozoan Toxoplasma gondii. The disease can be associated with encephalitis and other severe symptoms in immunocompromised people. In immunocompetent children and adults acute infection with T. gondii is usually asymptomatic. Primary infection of the mother during pregnancy can result in infection of the fetus and severe damage to the embryo and newborn. Late damage in children who are primarily inconspicuous is also possible. Pyrimethamine, sulfonamides, clindamycin and spiramycin are primarily used for toxoplasmosis therapy. Preventing infection with T. gondii is a major challenge because of the multiple sources of infection, the extreme frequency and high environmental resistance of the pathogen.

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MedikationsmanagementDirk Keiner, Weimar

AMTS-Risikoprofil Allopurinol

Allopurinol stellt seit Jahrzehnten die Standardmedikation in der Gichtbehandlung dar. Dennoch werden in der Therapie die Zielwerte oft nicht erreicht. Zahlreiche Faktoren sind zu beachten, damit neben der Effektivität auch die Sicherheit der Arzneimitteltherapie gewährleistet werden kann. Die pharmazeutischen Aspekte werden gemäß der AMTS-Pyramide eingeordnet.

FlaggeEnglish abstract

Risk pyramid allopurinol

Allopurinol has been the standard in gout treatment for centuries. Deficits in medical management with allopurinol were identified. Numerous factors must be taken into account in order to ensure the safety of drug therapy in addition to the effectiveness of the treatment. The pharmacists' aspects are classified according to the drug risk pyramid.

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BerichtPetra Jungmayr, Esslingen

Vier Tage wissenschaftliche Fortbildung

Kongressbericht zur DGHO-Jahrestagung

Der jährliche Kongress der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) zählt zu den Highlights der jährlich stattfindenden hämatologisch-onkologischen Kongresse im deutschsprachigen Raum. An vier Tagen wurden zahlreiche Aspekte der Diagnostik, Therapie und Prävention einer Tumorerkrankung erörtert.

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Fragen aus der PraxisProf. Dr. Martina Hahn

Adhärenzförderung – Wie gelingt eine erfolgreiche Kommunikation?

Fragen aus der Praxis zum MMP-Webinar

Am 25. Oktober 2022 fand das Webinar „Adhärenzförderung – Wie gelingt eine erfolgreiche Kommunikation?“ statt. Referentin Prof. Dr. Martina Hahn, Fachapothekerin für Klinische Pharmazie an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums der Goethe Universität Frankfurt, erläuterte unter anderem Methoden zur Messung der Adhärenz sowie Gründe und mögliche Folgen bei Non-Adhärenz. Im Folgenden finden Sie die Antworten der Teilnehmerfragen, die während und nach der Veranstaltung gestellt wurden.

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BücherforumDr. Ernst Pallenbach, Villingen-Schwenningen

Medikamentöse Suchtbehandlung

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Referiert & kommentiertDr. Petra Jungmayr, Esslingen

Kardioprotektion unter Anthracyclingabe

Metaanalyse untersucht Benefit von Dexrazoxan

Anthracycline sind ein fester Bestandteil zahlreicher Chemotherapie-Regime, die bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt werden. Ihre Anwendung ist aber aufgrund kardiotoxischer Wirkungen limitiert. Zur Prävention oder Abmilderung dieser unerwünschten Effekte kann Dexrazoxan, ein Analogon der Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) mit Topoisomerase-II-hemmender Aktivität, eingesetzt werden. Wie dessen kardioprotektives Potenzial einzuordnen ist, wurde in einer aktualisierten Metaanalyse untersucht.

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Referiert & kommentiertDr. Claudia Bruhn, Berlin

VTE als Nebenwirkung

JAK-Inhibitoren unter Beobachtung

Eine ganze Reihe von Studien hat unter Anwendung von Januskinase-Inhibitoren ein erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien gezeigt. Auch eine kürzlich publizierte schwedische Registerstudie lieferte Hinweise darauf.

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Referiert & kommentiertDr. Susanne Heinzl, Reutlingen

LDL-Cholesterol-Spiegel

Rosuvastatin wirkt, sechs Nahrungsergänzungsmittel ohne Effekt

Sechs häufig verwendete Nahrungsergänzungsmittel, die zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit beworben werden, senkten die LDL-Cholesterol-Spiegel in der Primärprävention im Vergleich zu Placebo oder im Vergleich zu niedrig dosiertem Rosuvastatin nicht. Dies ergab die prospektive, randomisierte einfachblinde Studie SPORT, die bei den Scientific Sessions 2022 der American Heart Association (AHA) präsentiert und parallel im Journal of the American College of Cardiology publiziert wurde. Rosuvastatin (5 mg/Tag) senkte die LDL-Cholesterol- und Serumtriglycerid-Spiegel jeweils signifikant stärker als Placebo oder die Nahrungsergänzungsmittel bei nur wenigen Nebenwirkungen.

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Referiert & kommentiertSarah F. Decker, Wäschenbeuren

Chronische Plaque-Psoriasis

Topische Anwendung von Roflumilast überzeugt

Roflumilast als Creme verbessert die Symptomatik von Patienten, die an chronischer Plaque-Psoriasis leiden, signifikant. Dies zeigen die Ergebnisse der zwei kontrollierten, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien DERMIS-1 und DERMIS-2 in 40 bzw. 39 Zentren in den USA und Kanada.

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Referiert & kommentiertJulia Pieper, Bonn

Dyslipidämie

Kombination aus Ezetimib/Statin ist Hochdosis-Statin nicht unterlegen

Der Einsatz von Statinen für die Behandlung von Hyperlipidämien ist schon lange etabliert. Insbesondere bei Patienten mit Atherosklerose und kardiovaskulären Erkrankungen gehören sie fest ins Wirkstoffrepertoire. Durch die Kombination verschiedener Substanzen können die Wirksamkeit der Therapie verbessert und die Verträglichkeit gesteigert werden.

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Referiert & kommentiertDr. Tanja Saußele, Stuttgart

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Postorgasmic-illness-Syndrom: eine seltene Erkrankung