Mind the gap


Saskia Fechte, Stuttgart

Foto: Ferdinando Iannone

Rauchen ist krebserregend, fettreiche Ernährung fördert Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arzneimittel wirken nur, wenn sie korrekt eingenommen werden. Keine Geheimnisse, vielmehr Allgemeinwissen, das in den meisten Köpfen unserer Gesellschaft durchaus verankert ist. Warum handeln wir dennoch abweichend und gehen wider besseren Wissens klare gesundheitliche Risiken ein?

Mind behavior gap heißt diese Lücke zwischen Wissen und Handeln. Sie klafft nicht nur im Bereich Gesundheit, sondern auch beim Umweltschutz, in der Kindererziehung und im sozialen Miteinander. Neben mangelnder Information und einem individuell unterschiedlichen Wertebewusstsein ist ein Schlüsselfaktor in diesem Konflikt die Macht der Gewohnheit. Eingeübte Verhaltensweisen abzulegen und neue Wege zu gehen, ist anstrengend für das Gehirn. Automatisierte Abläufe verbrauchen weniger Arbeitsspeicher und Energie. Alte Verhaltens- und Denkmuster beizubehalten, ist also eine ökonomisch sinnvolle Methode. Evolutionstechnisch gesehen wandeln wir darüber hinaus lieber auf vertrauten Pfaden und begeben uns nicht in unbekannte, möglicherweise gefährliche Gefilde. Bewährtes bedeutet Sicherheit und Überleben – zumindest galt das für unsere Vorfahren.

Hilflos gefangen sind wir in diesem Steinzeit-Verhaltensmuster jedoch nicht: Detaillierte, prospektive Vorsätze, also konkrete Zielvorgaben zum „Wie“, „Wann“ und „Wo“ der angestrebten Veränderungen, sowie regelmäßiges Training ebnen neue Wege im Gehirn und im Verhalten. Gut funktionierende Motivationshilfen dabei sind einfache Wenn-Dann-Szenarien, (finanzielle) Anreize und Belohnungen sowie motivierendes Feedback seitens Digitalanwendungen oder von Personen im Umfeld (Familie, Freunde, Arzt, Apotheker).

Was Gesundheitskompetenz und Non-Adhärenz bei der Medikation bedeuten und welche Stellschrauben zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit beitragen können, erläutert der Beitrag ab Seite 209 in dieser Ausgabe.

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