Höhenkrankheiten


Marc Moritz Berger und Peter Bärtsch, Heidelberg

Der Begriff der Höhenkrankheit umfasst drei eigenständige Krankheitsbilder: Die akute Bergkrankheit (ABK) und das Höhenhirnödem (HHÖ) als zerebrale Formen und das Höhenlungenödem (HLÖ) als pulmonale Form der Höhenkrankheit. Alle drei Krankheitsbilder können in Höhen von über 2 500 m bei unzureichender Akklimatisation auftreten. Bei akuter Bergkrankheit führt ein Ruhetag zu einem deutlichen Rückgang der Symptome. Wenn trotz persistierender Beschwerden ein weiterer Höhengewinn hinzukommt, können die unangenehmen aber harmlosen Symptome in ein lebensbedrohliches Höhenhirnödem übergehen. Das Höhenlungenödem ist ein nicht-kardiales Ödem, das durch einen überschießenden Blutdruckanstieg in der Lungenstrombahn unter Hypoxie charakterisiert ist. Initial treten trockener Husten, progrediente Dyspnoe und ein inadäquater Leistungsabfall auf. Beste prophylaktische Maßnahme gegen alle drei Formen der Höhenkrankheit ist der langsame Aufstieg (300–500 Höhenmeter pro Tag ab einer Höhe von 2 500 m). Während eine medikamentöse Prävention der akuten Bergkrankheit mit Acetazolamid und Dexamethason erfolgen kann, hilft Nifedipin nur zur Prophylaxe des Höhenlungenödems. Eine Wirksamkeit von Theophyllin oder Ginkgo-biloba-Extrakt ist nicht belegt. Die Therapie der Wahl aller drei Formen der Höhenkrankheit besteht in sofortigem Abstieg und/oder Zufuhr von Sauerstoff. Wenn dies nicht möglich ist, kann überbrückend Dexamethason zur Behandlung der schweren akuten Bergkrankheit sowie des Höhenhirnödems und Nifedipin zur Behandlung des Höhenlungenödems eingesetzt werden.

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