Zur Arzneimittelsicherheit von NSAR und COX-2-Hemmern


Thomas Herdegen, Kiel, und Joachim Fauler, Dresden*

Mit der empfohlenen Rücknahme von Valdecoxib (Bextra®) in der ersten Aprilwoche 2005 durch die amerikanische FDA erreichte die Auseinandersetzung um die selektiven Cyclooxygenase-2-Hemmstoffe (COX-2-Hemmer, „Coxibe“) einen neuen Höhepunkt. Zur gleichen Zeit bewertete die FDA das kardiovaskuläre Risiko der herkömmlichen „altbewährten“ nichtsteroidalen antiphlogistischen Analgetika/Antirheumatika (NSAR) als ernsthaft, ähnlich dem Risiko der COX-2-Hemmer. Mit anderen Worten, NSAR sind nicht sicherer als COX-2-Hemmer. Alle NSAR müssen laut FDA mit einem schwarzen Warnaufdruck versehen werden, der auf das potenzielle kardiovaskuläre und tödliche gastrointestinale Risiko hinweist.
Analgetika gehören zu den am meisten verkauften Medikamentengruppen. Viele Patienten leiden jedoch entweder unter den Nebenwirkungen oder der mangelhaften Wirksamkeit, was immer wieder zu Wechseln zwischen Analgetika führt. Dies sollte auch COX-2-Hemmer als wirksame und nebenwirkungsarme Alternative im Repertoire der Schmerzmittel einschließen.
In dieser Bewertung wird das Nutzen-Risiko-Profil der COX-2-Hemmer mit dem der unselektiven NSAR verglichen und die leichtfertige und gefährliche Bewertung von „Pharmako-Politikern“ und Arzneimittelkritikern diskutiert, die „altbewährte“ NSAR als „sichere“ Alternative empfohlen haben, obwohl diese Wirkstoffe im Gegensatz zu den COX-2-Hemmern noch nie auf ihre kardiovaskulären Risiken in jahrelangen Studien gegen Plazebo untersucht wurden. Eine rationale und sichere Pharmakotherapie sollte keine unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe für neue und alte Wirkstoffe anlegen.

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