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Adieu

Pharmakologie aktuell

CCR5-Hemmer

Neuer Angriffspunkt bei HIV-Infektion

CCR5-Hemmer wie Maraviroc gehören zu den so genannten Eintrittshemmern. Ein Eintrittshemmer ist auch der Fusionshemmer Enfuvirtid (Fuzeon®), der schon seit 2003 im Handel verfügbar ist. Maraviroc (Celsentri®) steht seit Mitte Oktober 2007 zur Behandlung von bereits vorbehandelten und/oder mehrfach resistenten Patienten zur Verfügung. Er ist das erste HIV-Therapeutikum, das nicht am Virus, sondern am Wirt angreift.

ÜbersichtMichael Reiß, Radebeul, und Gilfe Reiß, Dresden

Piercing – medizinische Probleme aus HNO-ärztlicher Sicht

Unter Piercing versteht man das Perforieren eines Organs zum Anbringen von Schmuckstücken. Es gibt keinen Bereich am Körper, der noch nicht gepierct wurde. Der Kult des gewebepenetrierenden Körperschmucks lässt sich bis zu den Anfängen der Menschheitsgeschichte zurückverfolgen. Piercing erfolgt aus ästhetisch-kosmetischen oder symbolischen Gründen. In den letzten Jahren fand es zunehmende Verbreitung. Häufig wurden Weichteile im Gesichtsbereich (Ohr und/oder Nase) gewählt. In den letzten Jahren kam das Anbringen von Schmuckstücken auch an anderen Stellen des Körpers in Mode (z. B. Zunge, Nabel, Geschlechtsorgane).
Es kann eine Reihe an Nebenwirkungen auftreten, wobei an erster Stelle Infektionen stehen. Bakterielle Infektionen durch Staphylococcus aureus, A-Streptokokken und Pseudomonas aeruginosa können am häufigsten auftreten. Aber auch die Übertragung von Viren (Hepatitis B oder C) ist möglich. Weitere Komplikationen sind vor allem allergische Reaktionen, Blutungen und Narbenbildungen. Neben den lokalen Komplikationen können auch systemische auftreten (Sepsis, Endokarditis). Die wesentlichen Aspekte der Diagnostik, Therapie und Präventionsmaßnahmen werden diskutiert.

FlaggeEnglish abstract

Piercing – medical problems from otorhinolaryngological point of view

Piercing is defined as puncturing an organ in order to place a jewel in the perforated site. There is hardly any external organ in the human body that has escaped piercing. The origin of piercing traces back to the dawn of human history. Piercing is performed for decorative or symbolic purposes. Many different medical specialists are confronted with the increasingly popular practice of body piercing in their daily practice.

Until recently body piercing was mainly confined to the ears and/or nose. In the last few years there has been a significant increase in the prevalence of body piercing. There are a lot of side effects, among them especially infections. The most important bacteria cultivated from such patients are Staphylococcus aureus and group A streptococci and Pseudomonas aeruginosa. Viruses which can be transmitted by piercing are especially hepatitis B virus and hepatitis C virus. Besides local complications also systemic infections (sepsis, endocarditis) occur. The main aspects of diagnostics, therapy and prevention are discussed.

ÜbersichtCord Sunderkötter, Münster, Peter Mayser, Gießen, Regina Fölster-Holst, Kiel, Walter A. Maier, Bonn, Helge Kampen, Bonn, und Henning Hamm, Würzburg*

Skabies

ÜbersichtBettina Martini, Memmingen

Selbstmedikation bei Erkältung

Ein pharmazeutischer Blick auf die Produkte

Anlass für diesen Artikel war eine interne Fortbildung in einer öffentlichen Apotheke zum Thema Erkältung. Ein „pharmazeutischer Blick“ auf die Produkte soll heißen, dass insbesondere die Wirkstoffe und ihre Dosierung in den vielfältigen Produkten unter die Lupe genommen werden, um Unterschiede erkennen, bewerten und dem Kunden in der Apotheke vermitteln zu können. Der Kunde interessiert sich normalerweise für den konkreten Nutzen eines Produkts. Dieser Beitrag soll insbesondere dafür eine Hilfestellung sein, indem Produkte bestimmten Wirkungen zugeordnet werden. Außerdem soll er eine Grundlage bieten, um mit eigenem pharmazeutischem Sachverstand Empfehlungen zu etablieren.

Fragen aus der Praxis

Grün-schwarze Verfärbung der Nägel?

Manche Patienten weisen grünlich-schwärzliche Verfärbungen der Nägel ohne weitere Komplikationen auf. In der Literatur wird als Standardtherapie die Anwendung austrocknender Maßnahmen sowie gegebenenfalls die topische Applikation von Aminoglykosiden oder Ciprofloxacin empfohlen. Welche austrocknenden Maßnahmen und welche topisch zu applizierenden Aminoglykoside stehen zur Verfügung und sollten angewendet werden? Welche weiteren Therapieoptionen bestehen? Sollte das befallene Nagelmaterial abgetragen werden? Falls ja, mit welchem Verfahren?

Referiert & kommentiertDr. med. Anneke Vonend, Bochum

Asthma bronchiale

Neue Leitlinien zur Therapie

Asthmatherapie soll sich zukünftig nach dem Grad der Asthmakontrolle und nicht nach dem Schweregrad des Asthmas richten. So die Forderung der Leitlinie der Global Initiative for Asthma (GINA) 2006.

Referiert & kommentiertDr. Barbar Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Schwere Pneumonie

Früher Wechsel von intravenösen auf orale Antibiotika bringt Vorteile

Bei Patienten mit einer schweren ambulant erworbenen Pneumonie erwies sich ein frühes Umstellen von intravenös auf oral verabreichte Antibiotika als sicher. Die Dauer des Krankenhausaufenthalts wurde dadurch um zwei Tage verkürzt.

Referiert & kommentiertDr. B. Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Pseudoallergie

Histaminintoleranz – Diagnose und Therapie

Eine Histaminintoleranz entsteht vor allem infolge einer unzureichenden Aktivität der Diaminoxidase (DAO), zum Beispiel nach Aufnahme von histaminreicher Nahrung, Alkohol oder Histamin-freisetzenden oder DAO-blockierenden Arzneistoffen. Sie äußert sich insbesondere in Kopfschmerzen und gastrointestinalen Beschwerden. Besserung bringt bei den meisten Patienten schon eine histaminarme Diät, eventuell in Kombination mit Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren.

Referiert & kommentiertArndt Krödel, Leipzig

Morbus Crohn

Mit Infliximab kann bei Kindern und Jugendlichen rasch eine Remission erzielt werden

In der Therapie des schwergradigen, aktiven Morbus Crohn von Kindern und Jugendlichen wurde der TNF-α-Blocker Infliximab (Remicade®) zugelassen. Damit steht Patienten zwischen 6 und 17 Jahren, bei denen andere Behandlungsoptionen bisher nicht erfolgreich waren, eine neue Therapiemöglichkeit zur Verfügung. Aktuelle Studiendaten in der Langzeittherapie von erwachsenen Patienten mit Morbus Crohn bestätigen auch das gute Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprofil des Biologics.

Referiert & kommentiertDr. med. Anneke Vonend,Bochum

Schmerztherapie bei Magenulkus

COX-2-Hemmer plus Protonenpumpenhemmer vs. COX-2-Hemmer allein

Zur Prävention einer erneuten Blutung eines Magenulkus bei Hochrisikopatienten ist der Cyclooxygenase-2-(COX-2-)Hemmer Celecoxib plus Esomeprazol wirksamer als Celecoxib allein, so das Ergebnis einer randomisierten Studie.

Referiert & kommentiertDr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

CSE-Hemmer

Reduzieren sie das kardiovaskuläre Risiko in der perioperativen Phase?

Die perioperative Gabe von CSE-Hemmern scheint das Auftreten akuter koronarer Syndrome und die Sterblichkeitsrate zu verringern. Allerdings reicht die Beweislage noch nicht aus, um einen routinemäßigen Einsatz dieser Arzneistoffe zur Senkung des perioperativen kardiovaskulären Risikos zu empfehlen.

Referiert & kommentiertHelga Vollmer, München

Regenerative Medizin

Chance durch Stammzellen?

Große Hoffnungen setzt die medizinische Forschung auf adulte Stammzellen, auf ihre Fähigkeit zur Regeneration, aber auch zur Prophylaxe unterschiedlicher Erkrankungen. Im weltweit ersten privaten „Bio-Safe”, dem Heidelberger „Tissue & Cellbanking”, kann schon heute jeder seine eigenen multipotenten Stammzellen für Notfälle lagern lassen.

Referiert & kommentiertRosemarie Ziegler, Albershausen

Kardiogener Schock

Tilarginin erfüllt nicht die Erwartungen

Der Stickoxid-Synthasehemmer Tilarginin senkt die Sterberate von Herzinfarkt-Patienten mit refraktärem kardiogenem Schock nicht. Das ist das Ergebnis der doppelblind, randomisiert und Plazebo-kontrolliert durchgeführten TRIUMPH-Studie.

Referiert & kommentiertStatistisches Bundesamt, Wiesbaden

Todesursachenstatistik 2006

Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin häufigste Todesursache

Nach Ergebnissen der Todesursachenstatistik starben im Jahr 2006 in Deutschland insgesamt 821 627 Personen (385 940 Männer und 435 687 Frauen). Dies waren 8 600 Sterbefälle (1,0 %) weniger als im Vorjahr.