EditorialHeike Oberpichler-Schwenk

Diabetesprävention mit Paella & Co.

ÜbersichtThomas F. Voigt, Laudenbach

Zecken

Infolge Klimawandel weitaus mehr als nur Ixodes ricinus, FSME und Borreliose

Ektoparasitische Arthropoden, wie auch Zecken, übertragen zahlreiche pathogene Keime in Form von Bakterien oder Viren auf Mensch und/oder Tier. Weil diese Vektoren wechselwarme Tiere sind, besteht in hohem Maße eine Abhängigkeit von Umweltbedingungen. Dabei spielen klimatische und mikroklimatische Bedingungen eine sehr große Rolle. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten oder zumindest naheliegend, dass Klimaveränderungen gerade die Bionomie (Wissenschaft von den Gesetzen des Lebens, hier vor allem: Populationszyklen) unter anderem auch von Zecken und den von ihnen übertragenen Pathogenen beeinflussen.

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Ticks – due to climatic changes, much more than just Ixodes ricinus, TBE and Lyme disease

Ectoparasitic arthropodes, like ticks, confer numerous pathogenic bacterial and viral germs upon human beings and/or animals. Since these vectors are poikilothermic, there is a strong dependence on environmental conditions. Climatic as well as microclimatic conditions play a major role. Against this background, it can be anticipated that climatic changes also influence the bionomics of ticks and of the pathogens conferred by them.

ÜbersichtIngo Stock, Brühl bei Köln

Antimykotische Therapie der Tinea pedis und anderer Fußmykosen

Pilzerkrankungen des Fußes gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten in den Industrienationen. Nach aktuellen Schätzungen leidet in Deutschland etwa ein Drittel der Erwachsenen an derartigen Mykosen, die meist auf einer Dermatophyten-Infektion der Zehen und Zehenzwischenräume und/oder Fußsohlen (Tinea pedis) beruhen. Die häufigsten Erreger der Tinea pedis sind Trichophyton rubrum und T. mentagrophytes. Fußmykosen durch Nicht-Dermatophyten sind relativ selten. Nach Symptomatik und Lokalisation werden verschiedene Formen von Fußmykosen unterschieden. Bei der am meisten verbreiteten intertriginös-mazerativen Form ist die Haut zwischen den Zehen verquollen, und es entstehen nach Ablösung der Haut nässende Erosionen und Hautfissuren. Sofern die Infektion keine großflächige Ausbreitung zeigt, ist sie mithilfe einer antimykotischen Lokaltherapie behandelbar. Ähnliches gilt für die primär am Spann und in der Fußsohlenmitte auftretende vesikulös-dyshidrotische Form, die mit Juckreiz und Bläschenbildung einhergeht. Die squamös-hyperkeratotische Form, bei der es zu einer diffusen schuppigen Verdickung der Hornschicht in verschiedenen Bereichen des Fußes kommt, sollte zusätzlich systemisch therapiert werden. Durch die Entlassung zahlreicher topischer Antimykotika aus der Verschreibungspflicht kommt dem Apotheker eine besondere Bedeutung bei der Beratung von Patienten mit Fußmykosen zu.

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Antimycotic therapy of Tinea pedis and other foot mycoses

Fungal foot infections belong to the most frequent infectious diseases in industrialized countries. In Germany, an estimated one third of the total adult population is suffering from a mycosis of the foot. In most cases, these infections are caused by a dermatophyte species, especially Trichophyton rubrum and T. mentagrophytes, and affect the toes and the areas between the toes, respectively, and/or the soles of the foot (Tinea pedis). In some cases, foot infections due to other fungi than dermatophytes (predominantly Candida spp.) have been described. Based on underlying symptoms and localization of the infection, there are three principal forms of foot mycoses. The most common type is the intertriginous type characterized by peeling, maceration and fissuring mostly affecting the lateral toe clefts. The rarer vesiculobullous form is characterized by vesicles and blisters often located on the soles. The squamous hyperkeratotic form, referred to as moccasin type in its extensive form, affects the soles, heels and lateral sites. If there is no extensive spread of infection, intertriginous and vesiculobullous forms can be generally successfully treated with topical antimycotics. The squamous hyperkeratotic form, however, should be treated by simultaneous application of topical and systemic antifungals. Because of the prescription discharge of a range of topical antimycotics, the advisory function of pharmacists is vitally important. In Germany, self-medication with „over the counter” antifungals is carried out using a range of different topical agents, in particular several azole derivatives and the allylamine terbinafine. The allylamine naftifine, the morpholine amorolfine and the pyridinone derivative ciclopiroxolamine are also applied. For systemic treatment, systemically applicable azole antifungals (fluconazole, itraconazole), terbinafine and griseofulvine are in use.

ÜbersichtMonika Siegrist, München

Was bringt Sport bei Osteoporose?

Osteoporose zählt zu den bedeutenden chronischen Krankheiten unserer Zeit. Die Weltgesundheits­organisation WHO hat die Osteoporose bereits 1999 als eine der zehn wichtigsten Volkskrankheiten ­eingestuft und weltweit die Initiative „Bone and Joint Decade 2000–2010“ ausgerufen.
Bei Osteoporose kommt es zu einer deutlichen Verminderung der Knochenmasse und Störung der knöchernen Mikroarchitektur mit verminderter Bruchfestigkeit des Knochens und damit erhöhtem Frakturrisiko. Die Erkrankung bleibt lange unerkannt und tritt häufig erst in mittlerem und höherem Alter auf, mit reduzierter Bruchfestigkeit an den Wirbelkörpern, am Oberschenkelhals und/oder in den peripheren Gelenken. Dies erhöht besonders bei älteren sturzgefährdeten Menschen deutlich das Frakturrisiko. Liegt bereits ein osteoporosebedingter Knochenbruch vor, ist das Risiko für einen Folgebruch bis zu zwölffach erhöht.

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Role of physical activity in the prevention of osteoporosis

In recent years, osteoporosis has become a leading cause of morbidity and mortality in elderly women. Research has demonstrated that the prevention of osteoporosis and osteoporosis-related fractures may best be achieved by initiating sound health behaviors early in life and continuing them throughout life. Evidence suggests that osteoporosis is easier to prevent than to treat. In fact, healthy early life practices, including the adequate consumption of most nutrients, calcium in particular, and regular physical activity, contribute to greater bone mineral mass and optimal peak bone mass. Bone is living tissue that responds to exercise by becoming stronger. Two types of exercises are important for building and maintaining bone mass and density: Weight-bearing exercises, in which bones and muscles work against gravity and resistance training that use muscular strength to improve muscle mass and strengthen bone. Exercise can also improve gait, balance, coordination, proprioception, reaction time, and muscle strength, even in very old and frail elderly people. Overall, the evidence strongly suggests that regular physical activity, especially started in childhood and adolescence, is a cheap and safe way of both improving bone strength and reducing the risk to fall.

Fragen aus der Praxis

Kolloidales Silber und ozonisiertes Olivenöl bei atopischer Dermatitis?

Eltern eines an atopischer Dermatitis leidenden Kindes kommen mit einer Produktempfehlung des Neurodermitikerbundes. Empfohlen werden Produkte aus der „Skin-Care“-Linie. Die Produkte Dermacare und Dermaklin enthalten 10 ppm kolloidales, elementares Silber oder ozonisiertes Olivenöl. Hintergrund ist wohl die Reduktion der mikrobiellen Besiedelung der Haut. Ist die Behandlung der atopischen Dermatitis mit elementarem, kolloidalem Silber und ozonisiertem Olivenöl eine erfolgversprechende Option? Gibt es Studien oder Untersuchungen dazu?

Fragen aus der Praxis

Dürfen Asthmapatienten Tauchsport betreiben?

Ist der Tauchsport kontraindiziert für Asthma-Patienten oder gibt es Möglichkeiten, wie Asthmatiker diese Sportart ausüben können? Dürfen unter Umständen auch Kinder, die an Asthma bronchiale leiden, tauchen?

Referiert & kommentiertam

Chronische myeloische Leukämie

Nilotinib – optimierte, zielgerichtete Therapie

Nilotinib (Tasigna®) wurde im November 2007 von der EMEA für die Second-Line-Therapie von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) zugelassen. CML-Patienten in der chronischen und akzelerierten Phase mit Imatinib-Resistenz oder -Unverträglichkeit kann damit eine neue Behandlungsoption angeboten werden.

Referiert & kommentiertDr. Britta Daub, Brühl

Dyslipidämie

CETP-Hemmung als neue Therapieoption?

Bei Dyslipidämien kommt es trotz der breiten Anwendung von CSE-Hemmern (Statinen) zu einer erhöhten Rate an kardiovaskulären Ereignissen. Der Einsatz von Hemmstoffen des Cholesteryl-Transfer-Proteins (CETP) könnte eine Therapieoption sein, um kardiovaskulären Ereignissen entgegenzuwirken. Die Ergebnisse aus zwei randomisierten doppelblinden und Plazebo-kontrollierten Phase-I-Studien mit Anacetrapib liegen nun vor.

Referiert & kommentiertDr. Beate Fessler, München

Intestinaler Sekretionshemmer

Racecadotril bei akuter Diarrhö jetzt auch für Erwachsene

Der intestinale Sekretionshemmer Racecadotril (Tiorfan®) steht zur Behandlung der akuten Diarrhö bei Kindern ab dem dritten Lebensmonat bereits seit 2004 zur Verfügung. Nun ist er auch für Erwachsene zugelassen. Im Gegensatz zu Loperamid verändert er die Darm-Transitzeit nicht. Das Risiko einer Sekundärobstipation ist deutlich niedriger.

Referiert & kommentiertProf. Dr. Hans Christoph Diener, Essen

Akute Rückenschmerzen

Diclofenac oder Manualtherapie nicht wirksamer als Standardtherapie

Die Gabe von Diclofenac oder die Anwendung von Manualtherapie ist bei Patienten mit akuten Rückenschmerzen nicht besser wirksam als eine Standardtherapie mit viermal täglich 1 g Paracetamol.

Referiert & kommentiertDr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg

Atopisches Ekzem

Komplexe genetische Störungen, multimodale Behandlungsstrategien

Das atopische Ekzem, auch unter der Bezeichnung Neurodermitis bekannt, ist eine dermatologisch-immunologische Erkrankung, bei der auch psychische Einflüsse eine wichtige Rolle spielen. Alle Aspekte sollten in der Behandlung berücksichtigt werden.

Referiert & kommentiertDr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Osteoporose

Wirkungsmechanismen osteoanaboler Therapieansätze

In den letzten zehn Jahren wurden in der Diagnose und Behandlung der Osteoporose große Fortschritte gemacht. Zunehmend ins Interesse rücken osteoanabole Substanzen, die die Osteoblastenaktivität und damit den Knochenaufbau stimulieren. Parathormon (PTH) sowie ein aktives, humanes, rekombinant hergestelltes Parathormon-Fragment (Teriparatid) sind derzeit die einzigen prototypischen osteoanabolen Wirkstoffe, die für die therapeutische Praxis zugelassen sind.

Referiert & kommentiertHelga Vollmer, M. A., München

Radiochirurgie

Tumoren per Strahlenskalpell vernichten

Ohne chirurgischen Eingriff, ohne Narkose und ohne Schmerzen einen Tumor entfernen zu lassen, klingt utopisch. Mit der Cyberknife-Radiochirurgie ist dies heute aber möglich. Selbst Krebstumoren oder Metastasen in „beweglichen” Organen wie der Leber, der Lunge, am Herzen oder im Gehirn können mit meist nur einer einzigen Behandlung zerstört werden.

Referiert & kommentiert

Krankenhausaufenthalt

Am häufigsten wegen Herzinsuffizienz