Editorial Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Hals- und Beinbruch

Übersicht Gerhard Hintze und Dieter Graf, Lüneburg

Osteoporose

Diagnostik und Therapie auf der Basis der Leitlinie des Dachverbandes Osteologie 2014

Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die mit einem erhöhten Frakturrisiko einhergeht. Die Krankheit ist charakterisiert durch eine verminderte Knochenfestigkeit und eine Störung der Mikroarchitektur des Knochengewebes [6, 31]. Die Prävelenz steigt mit zunehmendem Lebensalter, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Klinik des Krankheitsbilds ist im Wesentlichen durch die Komplikation einer Fraktur gekennzeichnet. Bei der Pharmakotherapie nehmen die Bisphosphonate eine zentrale Rolle ein.

English abstract

Osteoporosis

Osteoporosis is among the main causes for bone fractures. In this overview we report on the prevalence of the disease, the diagnostic procedures, and the therapeutic options. The prevalence increases with age and women are more often affected than men. The diagnosis usually is made on the basis of dual X-ray absorptiometry. Prophylactic measures include a sufficient intake of calcium and vitamin D. Bisphosphonates play a central role in the pharmacotherapy of this disease.

Ernährungsforum Alexander Ströhle und Andreas Hahn, Hannover

Ernährung und Knochengesundheit

Was ist wissenschaftlich gesichert?

Entwicklung und Erhaltung der Knochenmasse werden maßgeblich von Nahrungsfaktoren bestimmt. Eine „knochenprotektive“ Ernährung ist tragende Säule von Osteoporoseprophylaxe und -therapie und besteht aus reichlich Gemüse und Obst, ergänzt um Milchprodukte, Samen und Nüsse, Vollkorn- und Sojaprodukte sowie mäßige Mengen Fisch, Eier und mageres Fleisch. Damit werden ausreichende Mengen an Protein, Calcium und Magnesium sowie Vitamin D, K, C, Folat, B6 und B12 zugeführt. Für die mit Blick auf die Knochengesundheit wichtigsten Nährstoffe gelten folgende Empfehlungen: Protein: 1,0 bis 1,3 g/kg Körpergewicht und Tag; Calcium: 1000 bis 1200 mg/Tag, vorzugsweise über die Nahrung. Bei unzureichender Calciumzufuhr oder unter antiresorptiver Therapie wird zu einer Calcium-Supplementierung geraten. Zur Fraktur- und Sturzprophylaxe sollte die Vitamin-D-Zufuhr mindestens 20 μg pro Tag betragen. Für Vitamin K gibt es bislang keine offiziellen knochenspezifischen Empfehlungen.

English abstract

Nutrition and bone health: What ist the evidence?

Nutrients are of particular importance for bone health: they act as structural elements of bones, modulate the activity of osteoblasts and osteoclasts, and influence bone remodeling through various mediators. A bone protective diet can be characterised as a diet rich in fruits and vegetables, dairy products, seeds and nuts, whole grain and soy products and moderate amounts of fish, eggs and lean meat. This diet provides sufficient amounts of protein, calcium, magnesium and vitamins (e. g. K, C, folic acid, B6 and B12), which are important for bone development. For specific nutrients, the following bone-protective recommendations can be given: 1.0–1.3 g protein/kg body weight and day; 1000–1200 mg/day calcium, preferably as part of the normal diet. In case of insufficient calcium intake or on antiresorptive medication a supplementation of 200–500 mg or 500–1000 mg calcium/day, respectively, should be given. Furthermore, for prevention of bone fractures a cut off level of ≥75 nmol calcidiol/l is suggested.

Key words: bone health, nutrients, vitamin K, vitamin D, calcium, protein

Übersicht Martina Düfer, Münster

Biologicals zur Behandlung der Osteoporose und anderer Knochenstoffwechselstörungen

Auch in die Therapie von Störungen des Knochenstoffwechsels haben rekombinante Arzneistoffe Einzug gehalten. Pathologische Veränderungen des Knochenaufbaus treten z.B. bei den Erkrankungen Rachitis, Osteomalazie, Morbus Paget und Osteoporose auf und sind wegen der Gefahr von Knochendeformationen und wegen des erhöhten Frakturrisikos grundsätzlich behandlungsbedürftig.

Übersicht Rita M. Heeb, Mainz

Phosphatbinder

Nahezu jeder Dialysepatient wird mit Phosphatbindern zur Verminderung der Hyperphosphatämie und ihrer Folgen behandelt. Die Einnahme muss dreimal täglich jeweils zu einer Mahlzeit erfolgen. Phosphatbinder werden jedoch von den Patienten aus unterschiedlichen Gründen häufig eigenmächtig abgesetzt oder anders als verordnet eingenommen. Aber auch unter den verordnenden Nephrologen sind diese Wirkstoffe umstritten.

English abstract

Phosphate binders

Phosphate binders to treat hyperphosphataemia are part of the medication regime of every dialysis patient. Phosphate binders are taken with every meal (three times a day). Generally, the medication adherence rates of phosphate binders are very low. This is due to inconveniences like their bad taste or their size which makes them hard to swallow. Also nephrologists have differing opinions on phosphate binders as they are aware of the dialysis patients’ difficulties to deal with the amount of drugs they are prescribed. Still, phosphate binders are important drugs which have shown potential in reducing mortality by regulating the level of serum phosphate. In order to improve adherence rates, pharmacists have to advise the patients on these drugs’ side effects versus the risks associated with omitting their intake.

Bericht Marianne E. Tippmann, Ober-Mörlen

Alter ist Vielfalt, Altersmedizin vielfältig

Bericht von der 27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie

Die stetige Zunahme der Lebenserwartung stellt einen großen Erfolg für das Gesundheitswesen dar – aber auch eine Herausforderung. Da Hochaltrigkeit häufig mit Multimorbidität und konsekutiver Polypharmazie einhergeht, verlangt dies eine auf spezifischem Verständnis basierende Pharmakotherapie. Im Vordergrund der geriatrischen Arbeit steht ein funktions- und problemorientiertes Denken, um dem inter- und intraindividuellen Funktionsabbau der Organe und der Immunseneszenz entgegenzuwirken. Diese und weitere Aspekte standen auf der Agenda der 27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, die im September 2015 in Frankfurt/M. stattfand.

Referiert & kommentiert Simone Reisdorf, Erfurt

Asthma bronchiale

Systemische Effekte inhalativer Glucocorticoide bei Kindern

Unerwünschte systemische Wirkungen von Cortison-Therapien treten zwar vorrangig bei oraler oder intravenöser Applikation auf, aber auch unter inhalativen Glucocorticoiden. Etwa in der Asthmatherapie von Kindern und Jugendlichen sind unerwünschte systemisch-endokrine Effekte nicht auszuschließen; sie sollten deshalb sorgfältig überwacht werden.

Referiert & kommentiert Michael Koczorek, Bremen

Multiresistente gramnegative Erreger

Ceftolozan/Tazobactam bei komplizierten Bauchraum- und Harnwegsinfektionen

Mit der fixen Kombination des Antibiotikums Ceftolozan und dem Beta-Lactamase-Inhibitor Tazobactam ist seit September 2015 eine neue Therapieoption verfügbar. Sie wurde entwickelt, um der zunehmenden Antibiotika-Resistenz gramnegativer Erreger zu begegnen. Maßgeblich für die Zulassung zur Behandlung komplizierter intraabdomineller Infektionen und komplizierter Harnwegsinfektionen inklusive Pyelonephritis waren zwei Phase-III-Studien, deren positive Ergebnisse bei einem von MSD unterstützten Symposium in Leipzig vorgestellt wurden.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Bluthochdruck im Alter

Absetzen von Antihypertensiva ohne Einfluss auf die Kognition

Bei Senioren mit leichten kognitiven Defiziten verbesserte das Absetzen einer antihypertensiven Therapie bei einer Studiendauer von 16 Wochen weder die kognitiven Fähigkeiten noch die Lebensqualität oder Funktionalität im Alltag im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Referiert & kommentiert Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg

Therapie der chronischen Herzinsuffizienz

Ein- und Umstellung auf Sacubitril/Valsartan erfordert Titration der Dosis

Sacubitril/Valsartan ist der erste Vertreter der Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI), der für die Therapie der chronischen Herzinsuffizienz zugelassen wurde. Die Ein- beziehungsweise Umstellung auf das neue Medikament wurde im Rahmen einer von der Firma Novartis Pharma GmbH anlässlich der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Herz-Kreislaufforschung e.V. (DGK) veranstalteten Pressekonferenz vorgestellt.

Referiert & kommentiert Bettina Christine Martini, Legau

Chronische Krankheiten

Therapietreue mit Textnachrichten auf Mobilfunkgeräte verbessern?

Einer im JAMA Internal Medicine publizierten Metaanalyse zufolge könnte die Therapietreue bei chronisch Kranken durch Kurznachrichten auf das Mobiltelefon des Patienten kostengünstig und effektiv verbessert werden.