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Editorial Dr. Bettina Krieg, Stuttgart

Was ist eigentlich eine Krankheit?

Seite 98 -102
Übersicht Daniel Gärtner, Karlsruhe

Adipositas – Herausforderung für Medizin und Gesellschaft

In den letzten Jahrzehnten ist die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas nicht nur in den westlichen Industrienationen, sondern weltweit dramatisch gestiegen. In Deutschland sind etwa zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig, knapp ein Viertel ist bereits adipös und 1,2% der Männer bzw. 2,8% der Frauen leiden unter einer Adipositas III [12] (Tab. 1). Besonders beunruhigend ist die deutlich zunehmende Prävalenz der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Hieraus ergeben sich vielfältige medizinische, psychosoziale und sozioökonomische Probleme.

English abstract

Obesity – A medical and social problem

Treatment of obesity is challenging but mandatory considering the large number of severe comorbidities associated with this chronic disease. The prevalence of obesity is continuously increasing during the last decades, especially in younger people, conservative treatments frequently fail and quality of life is significantly impaired. To this day in Germany obesity is often misunderstood as a lifestyle disorder. This leads to misunderstandings and prejudices, which disable the necessary, professional treatment. Efficiency of bariatric surgery is evidence based, however health insurance companies and the society itself do not yet recognize the essential role of surgery as part of a multidisciplinary treatment of obesity. In obesity III surgery is often the last chance to control weight and comorbidities in long term follow-up.

Seite 105 -109
Übersicht Kerstin Kick und Anette-Gabriele Ziegler, München

Immunprävention des Typ-1-Diabetes

Überblick über den aktuellen Forschungsstand

Kann die präventive Gabe von Insulin verhindern, dass ein Kind an Typ-1-Diabetes erkrankt? Wissenschaftler am Institut für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München untersuchen diese Frage z.B. in der Fr1da-Insulin-Interventions-Studie. Dies ist nur eine von vielen Studien, mit denen die Immunprävention des Typ-1-Diabetes derzeit erforscht wird.

English abstract

Immune preventive approaches for type-1-diabetes

Type-1-diabetes is one of the most common chronic diseases of childhood. Children with type-1-diabetes need life-long insulin treatment, with enormous consequences for the child and its family. Years to months before clinical symptoms of type-1-diabetes onset appear, subclinical destruction of the insulin producing beta cells takes place. This process is identified by circulating islet autoantibodies to beta cell antigens, and is mediated by a lack of immunological tolerance [20]. Several immune preventive approaches could already show that administration of the antigen insulin delays type-1-diabetes onset by involving the induction of insulin-specific regulatory T cells [5, 7]. Antigen-specific therapy with insulin before or immediately after the development of autoantibodies may induce the protective immune response that prevents the emergence of autoimmunity and type-1-diabetes.

Seite 110 -112
Klinische Pharmazie Fragen an Prof. Dr. Thilo Bertsche und Dr. Yvonne Remane

Ärzte und Apotheker profitieren voneinander

Interdisziplinäre Forschung und Patientenversorgung am ZAMS

An der Universität und dem Universitätsklinikum Leipzig ist mit dem ZAMS – Zentrum für Arzneimittelsicherheit – ein umfassendes Konzept umgesetzt, das anwendungsorientierte drittmittelgeförderte Forschung direkt mit der Optimierung der Patientenversorgung verbindet. Das ZAMS vereint die Expertisen der Klinischen Pharmazie des Instituts für Pharmazie an der Universität und der Apotheke des Universitätsklinikums. Dabei wird eng mit bettenführenden Abteilungen des Universitätsklinikums, weiteren Kliniken, niedergelassenen Ärzten und Apothekern zusammengearbeitet. Davon profitieren auch die Studierenden – sowohl in der Pharmazie als auch in der Medizin.

Seite 113 -121
Ernährungsforum Alexander Ströhle und Andreas Hahn, Hannover

Kritische Mikronährstoffe bei veganer Ernährung – ein Update

Die Lebensmittelauswahl ist bei einer veganen Kost naturgemäß eingeschränkt und weist aus ernährungsphysiologischer Sicht einige „Achillesfersen“ auf. So nehmen Veganer zwar häufig mehr Eisen mit der Nahrung auf als Nichtvegetarier, dennoch ist ihr Eisenspeicher meist reduziert. Ursache hierfür ist die verminderte Verfügbarkeit von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Veganern wird daher eine 1,8-fach höhere Eisenzufuhr empfohlen als Personen mit Mischkost. Auch die Verfügbarkeit von Zink aus pflanzlichen Lebensmitteln ist üblicherweise eingeschränkt, weshalb bei veganer Ernährung eine um 50% höhere Zinkzufuhr anzuraten ist. Die Calciumzufuhr und Knochendichte sind bei Veganern meist geringer als die von Nichtvegetariern; das Frakturrisiko ist indes im Allgemeinen nicht erhöht. Kein Spezifikum der veganen Ernährung ist die mangelhafte Vitamin-D-Versorgung; davon betroffen sind praktisch alle Bevölkerungsgruppen in Mitteleuropa. Besonders kritisch ist die Versorgung von vegan lebenden Personen mit Vitamin B12. Auch die Iodversorgung ist bei veganer Ernährung vielfach unzureichend.

Seite 122 -125
Fortbildung Wissensbasierung Iris Hinneburg, Halle (Saale)

Adjustierung

Wie man den Einfluss von Confoundern reduzieren kann

Anders als bei randomisierten kontrollierten Studien lassen sich in Beobachtungsstudien Störfaktoren (Confounder) meist nur schwierig bei der Studienplanung kontrollieren. Deshalb müssen diese bei der Auswertung berücksichtigt werden. Dieser Beitrag stellt verschiedene Verfahren vor, die zu diesem Zweck häufig eingesetzt werden.

English abstract

Adjusting. How to consider the influence of confounders?

In randomized controlled trials, confounding is controlled by allocation patients randomly to the treatment or the control group. As randomization is lacking in observational studies, it is often necessary to adjust effect measures for possible confounding. This article discusses several options to control confounders.

Seite 126 -133
Referiert & kommentiert Dr. Matthias Desch, Kogl b. Wien - Mit einem Kommentar von Dr. Peter Stiefelhagen, Hachenburg

Kardiovaskuläre Ereignisse

Auswirkungen unterschiedlicher Blutdruckwerte auf diverse kardiovaskuläre Ereignisse

Eine im Lancet veröffentlichte Post-hoc-Analyse der beiden Interventionsstudien TRANSCEND und ONTARGET zeigte unterschiedliche Risikoprofile für verschiedene systolische und diastolische Blutdruckbereiche bezüglich einer Reihe von kardiovaskulären Ereignissen.

Seite 126 -133
Referiert & kommentiert Ein Kommentar von Prof. Dr. Gerhard Hintze, Lüneburg

Therapie des Diabetes mellitus Typ 2

Die Therapietreue ist entscheidend

In einer Metaanalyse hat der Therapiestandard Metformin bei Typ-2-Diabetikern eine vergleichsweise schlechte Adhärenz gezeigt. Ein Grund hierfür können gastrointestinale Beschwerden sein. Prof. Gerhard Hintze erläutert, dass diese Nebenwirkungen nicht in allen Fällen zu einem Absetzen des Wirkstoffs führen müssen. Ist jedoch ein Therapiewechsel erforderlich, stehen mit den neueren Wirkstoffklassen Alternativen zur Verfügung, die – wie Metformin – ein nur geringes Hypoglykämierisiko aufweisen.

Seite 126 -133
Referiert & kommentiert Dr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg

Asthma bronchiale bei Kindern

Keine Angst vor Knochenbrüchen durch inhalierbare Corticosteroide

Die langfristige systemische Behandlung mit Corticosteroiden ist mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche verbunden. Einer aktuellen Studie zufolge kann dieser Zusammenhang für die Therapie mit inhalativen Corticosteroiden bei Kindern mit Asthma nicht nachgewiesen werden.

Seite 126 -133
Referiert & kommentiert Dr. Bettina Krieg, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Multimorbidität im Alter wird stark zunehmen

… und das liegt auch daran, dass immer mehr Menschen übergewichtig sind und sich zu wenig körperlich betätigen.