Seite 217
Editorial Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Wenn der Kopf schmerzt

Seite 220 -225
Übersicht Nikolaus de Gregorio, Ulm

Das Ovarialkarzinom

Grundlagen, Diagnostik und Therapie

Insuffiziente Früherkennungsmaßnahmen sowie das Fehlen von klinischen Symptomen in den Frühstadien führen beim Ovarialkarzinom häufig dazu, dass die Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt wird. Dadurch bleibt das Ovarialkarzinom die gynäkologische Tumorentität mit der ungünstigsten Prognose. Genetische Veränderungen, am häufigsten eine Mutation in einem der beiden BRCA-Gene, führen zu einem bis zu 100-fach erhöhten Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Etwa 30% aller Fälle sind genetisch bedingt. Operation und Chemotherapie sind die beiden wesentlichen Säulen der Therapie. Bei der Operation ist das Ziel, durch teils sehr große, multiviszerale Eingriffe eine makroskopische Tumorfreiheit zu erzielen, im Anschluss erfolgt eine Systemtherapie mit Carboplatin/Paclitaxel und dem Angiogenesehemmer Bevacizumab. Trotzdem erleidet die Mehrheit der Patientinnen ein Rezidiv. Obwohl eine Heilung dann nicht mehr möglich ist, kann durch den Einsatz von zielgerichteten Substanzen wie den PARP-Inhibitoren häufig die Krankheit über Jahre kontrolliert werden.

English abstract

Ovarian cancer: basics, diagnosis and therapy

Absence of clinical symptoms and insufficient screening procedures lead to most cases of in ovarian cancer being diagnosed in an already advanced stage. This makes ovarian cancer the gynecologic cancer with the worst prognosis.

BRCA mutations and other genetic mutations cause up to 30% of all ovarian cancers, the individual risk to develop this disease is up to 100 fold increased if a mutation is present.

Surgery in addition with adjuvant chemotherapy are the most important treatment strategies. Surgery aims to achieve a complete macroscopic resection, which often requires long lasting multivisceral procedures, chemotherapy consisting of carboplatinum/paclitaxel and often the anti-angiogenic antibody bevacizumab is applied subsequently.

However, the majority of patients will relapse. While therapy in curative intend is not possible anymore, the use of targeted therapy e.g. PARP-inhibitors can help to control the disease for a long period of time.

Seite 229 -239
Übersicht Martin Smollich, Rheine, Zahra Abbas, Katja Prax, Erlangen, und Kristina Friedland, Mainz

Update der Beers-Kriterien

Kommentierung und Anwendung in der Praxis

2015 wurden die Beers-Kriterien durch die American Geriatrics Society (AGS) aktualisiert und um wichtige Aspekte erweitert. Die deutsche Übersetzung erschien im Oktober 2016 in der MMP. Diese Übersicht liefert nun die Diskussion einzelner Indikationsgebiete.

English abstract

Current update of Beers criteria: commentary and application

In 2015, the American Geriatrics Society (AGS) updated the Beers criteria and extended the list regarding important aspects. The German translation was published in this journal in October 2016. This article provides the discussion of several indications.

Seite 240 -243
Bericht Iris Hinneburg, Halle (Saale)

Mehr Evidenz in die Gesundheitsversorgung

Bericht von der 19. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Trotz aller Fortschritte in den letzten Jahren: Von einer flächendeckenden Verbreitung der evidenzbasierten Medizin in der Gesundheitsversorgung sind wir noch weit entfernt. Welche Barrieren dafür verantwortlich sind und welche Ansätze zur Verbesserung aussichtsreich erscheinen, wurde auf dem diesjährigen EbM-Kongress in Graz diskutiert.

English abstract

More evidence in health care

Thirty years after the introduction of the term "evidence-based medicine" health care has changed. But still more is left to do. The 19th congress for evidence-based medicine in the German-speaking countries discussed how to improve the implementation of evidence and how to overcome barriers.

Seite 244 -247
Klinische Pharmazie Anke Mielke, Wuppertal

Chronische Migräne

Ein schmerzmedizinischer Patientenfall

Eine 71-jährige Patientin stellt sich erstmals in der Schmerzambulanz vor. Sie berichtet von Kopfschmerzen, die seit mehr als vierzig Jahren bestehen würden. Sie habe eine Migräne und fragt nach einer Therapieoptimierung. Bei Patienten, die sich das erste Mal in der Schmerzambulanz vorstellen, wird nach eingehender Anamnese und einer körperlichen Untersuchung die Diagnose validiert. Im Anschluss wird entschieden, ob eine weiterführende Diagnostik erforderlich ist, um eine adäquate Therapie, unter Berücksichtigung der aktualisierten Diagnosen und der Begleiterkrankungen, festzulegen.

English abstract

Chronic migraine. A case report from pain medicine

A 71-year-old female patient appears first time in our out-patients pain department to be treated. She tells us about her headache, which she suffers from more than forty years. She says a migraine is diagnosed and she asks for more sufficient therapy. If patients appear first time in our out-patients pain department, we carry out a detailed medical history and an attentive physical examination for validation of diagnosis. Subsequently, we decide whether an additional diagnostic investigation is necessary making an appropriate therapy, corresponding with the updated diagnosis and considering comorbidities.

Seite 248 -249
Fragen aus der Praxis

Palliativmedizin im Dialog

Fragen aus der Praxis beim MMP-Webinar

Beim MMP-Webinar am 10. April 2018 ging es um die Herausforderungen in der ambulanten Palliativversorgung. Die Ärztin Dr. Astrid Bitschnau-Lueg und der Apotheker Dr. Klaus Ruberg machten deutlich, dass die Betreuung von Palliativpatienten im häuslichen Umfeld nur durch intensive Teamarbeit möglich wird. Lesen Sie hier eine Auswahl der Antworten auf die Fragen, die Teilnehmer während des Webinars gestellt haben.

Seite 250 -255
Referiert & kommentiert Dr. Matthias Desch, Kogl b. Wien - Mit einem Kommentar des Autors

Hypertonie

Blutdruckselbstmessungen verbessern die Blutdruckeinstellung

Viele Hypertoniker können trotz Kombinationstherapie nicht adäquat auf die empfohlenen Zielwerte eingestellt werden. Eine Blutdruckselbstmessung kann im Laufe der Zeit helfen, dem Therapieziel näher zu kommen oder es gar zu erreichen. Dies klingt plausibel, die Daten hierzu sind aber nicht einheitlich. Die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten TASMINH4-Studie sprechen jedoch für die Blutdruckselbstmessung.

Seite 250 -255
Referiert & kommentiert Dr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg

Vorhofflimmern

Kein erhöhtes Risiko für schwere Leberschäden bei oraler Antikoagulation mit NOAK

Nicht-Vitamin-K-antagonistische orale Antikoagulanzien (NOAK) werden bei nichtvalvulärem Vorhofflimmern zur Gerinnungshemmung eingesetzt, stehen aber im Verdacht lebertoxisch zu sein. Die vorliegende Studie ergab, dass das Risiko für schwere Leberschäden unter NOAK nicht höher ist als unter Vitamin-K-Antagonisten (VKA).

Seite 250 -255
Referiert & kommentiert Michael Höckel, Kassel

Fatigue-Syndrom

Krebsüberlebende könnten von Open-Label-Placebo profitieren

Die Gabe von Placebos kann die Symptome des Fatigue-Syndroms bei Krebsüberlebenden verringern und die Lebensqualität verbessern – sogar dann, wenn den Patienten bewusst ist, dass sie eine Scheinmedikation erhalten. Das ergab eine randomisierte Interventionsstudie mit 74 Patienten.

Seite 250 -255
Referiert & kommentiert Dr. Mathias Schneider, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Weniger Schmerzen und Ängste durch Musik

Musik im Operationssaal lenkt ab. Für den Chirurgen kann das fatal sein, für den Patient oder die Patientin dagegen sehr willkommen. Denn wer sich auf Musik konzentriert, denkt weniger über die Operation und die damit verbundenen Schmerzen und Risiken nach. Was in der Therorie ganz schlüssig klingt, konnte nun auch in einer Metaanalyse bestätigt werden. Rosalie Kühlmann vom Erasmus Medisch Centrum in Rotterdam untersuchte 92 Studien mit 7385 Patienten. In so gut wie allen Studien hatten Musikhörer gegenüber den Kontrollen weniger Angst und Schmerzen. Musikhören schon vor der Operation war dabei am effektivsten, wenn es darum ging, die Ängste der Patienten zu mildern. Aber auch wenn während der Operation oder danach Musik gehört wurde, zeigte sich ein Effekt. Welche Musik gespielt wurde, war übrigens egal. Ein Nachteil der Metaanalyse ergibt sich aus der Untersuchung selbst: Eine Placebo-Behandlung war nicht möglich. Die Autoren sprechen sich aber für den Einsatz von Musik vor, während und nach der OP aus – denn diese kann der Patient auch über Kopfhörer hören.