Seite 203
Editorial Dr. Jasmine Thibaut, Stuttgart

Psychisch krank?

Seite 206 -213
Übersicht Idalia Nowak, Georg Juckel und Martin Brüne, Bochum

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Pharmakotherapeutische Strategien

Dieser Artikel stellt eine Übersicht der aktuellen Studienlage im Hinblick auf psychopharmakologische Interventionen bei der BPS dar. Es werden zunächst die wichtigsten Substanzgruppen (Antidepressiva, Antipsychotika, Stimmungsstabilisierer, Benzodiazepine) bewertet. Im Anschluss werden zwei Behandlungsalgorithmen vorgeschlagen. Zunächst wird die medikamentöse Therapie der häufigsten komorbiden Störungen, wie Abhängigkeitserkrankungen, unipolar und bipolar affektiven Störungen, Angsterkrankungen, posttraumatischer Belastungsstörung und der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) skizziert. Danach wird ein symptomorientiertes Vorgehen der klinisch bedeutsamsten Störungen des Erlebens und Verhaltens der BPS dargestellt, wobei viele der genannten Strategien „off Label“ sind.

English abstract

Pharmacotherapeutic strategies for emotionally unstable personality disorder, Borderline type

Borderline personality disorder (BPD) is characterised by poor emotion regulation abilities with rapid mood swings, affective instability, aggression, impulsivity, fears of abandonment and dissociative symptoms. BPD is often associated with interpersonal problems and with other psychiatric disorders. Even though there is no specific recommendation for drug treatment of BPD, and international guidelines suggest that psychotherapy is first choice for BPD, many patients with the condition receive several, if not more, psychotropic drugs.

The present article provides an overview of the current state of affairs regarding psychopharmacological treatment of BPD. First, it deals with the most important substance groups (antidepressants, antipsychotics, mood stabilizer, benzodiazepines), and subsequently suggests two treatment algorithms focusing on the most frequent comorbid conditions including substance dependence, unipolar and bipolar affective disorder, anxiety disorders, posttraumatic stress disorder, and attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD). The other algorithm proposes a symptom-based approach for the most relevant signs and symptoms associated with BPD, whereby many of the suggested strategies are “off label”.

Together, psychotropic medication for people with BPD is justified in the presence of clinically relevant comorbid psychiatric disorders. Evidence for a symptom-based approach is scarce, however, and warrants further evaluation.

Seite 217 -220
Bericht Iris Hinneburg, Halle (Saale)

Alles digital?

Bericht von der 20. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Künstliche Intelligenz zur Unterstützung von medizinischen Entscheidungen, elektronische Patienten-Akten, Gesundheits-Apps: Immer mehr digitale Technologien drängen in die Gesundheitsversorgung. Was bedeutet das für eine patientenzentrierte und evidenzbasierte Medizin (EbM)? Wo liegen Potenziale und Herausforderungen, auch im Bereich der Methodik? Diese und weitere Fragen wurden auf dem diesjährigen EbM-Kongress in Berlin diskutiert.

Seite 221 -225
Bericht Michael Koczorek, Bremen

Aktuelles zur Behandlung der Depression und assoziierter Störungen

Bericht vom DGPPN-Kongress 2018 in Berlin

Trotz vielfältiger Möglichkeiten zur Behandlung von Depressionen profitieren nicht alle Patienten von einer medikamentösen Therapie mit konventionellen Antidepressiva. Neue Behandlungsansätze, wie Ketamin und Modafinil, könnten hier Abhilfe verschaffen. Auch die therapeutischen Optionen zur Behandlung der Fatigue oder die Assoziation von Depression und metabolischem Syndrom wurden auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) 2018 in Berlin diskutiert.

Seite 226 -228
Fragen aus der Praxis

Anaphylaxie

Fragen aus der Praxis beim MMP-Webinar

Am 2. April 2019 fand das MMP-Webinar zum Thema Anaphylaxie statt. Referentin war Dr. Verena Stahl, Apothekerin und freiberufliche Autorin. Über 400 Teilnehmer nahmen teil, um ihr Wissen zu diesem Thema auf den neuesten Stand zu bringen. Während und nach der Veranstaltung konnten zahlreiche praxisrelevante Fragen gestellt werden. Lesen Sie hier die Antworten.

Seite 229 -239
Referiert & kommentiert Dr. Jasmine Thibaut, Stuttgart

Brustkrebs

Brustkrebsprävention: Aromatasehemmer versus Tamoxifen

Eine Netzwerk-Metaanalyse mit über 50 000 Frauen ergab, dass Aromatasehemmer, wie Exemestan und Anastrozol, bei der Prävention von primärem Brustkrebs bei Frauen mit einem überdurchschnittlich hohen Risiko gegenüber Tamoxifen überlegen zu sein scheinen.

Seite 229 -239
Referiert & kommentiert Sylvia Obermeier, Villingen-Schwenningen

Allergologie

Die nicht-verifizierte Penicillin-Allergie – eine Gefahr für Patienten und öffentliche Gesundheit

Antibiotika können die Ursache für lebensbedrohliche immunvermittelte Nebenwirkungen, wie der anaphylaktische Schock oder die schwere kutane Arzneimittelreaktion (SCAR), sein. Fälschlicherweise werden viele andere unter Antibiotika auftretende Reaktionen auch als Allergie in Patientenakten dokumentiert. Ein kürzlich im Lancet erschienenes Review beleuchtet das Thema der Antibiotika-Allergien mit Schwerpunkten auf deren Klassifikation, Epidemiologie und Diagnostik sowie den Effekten nicht verifizierter Allergien auf die individuelle Therapie und die öffentliche Gesundheit.

Seite 229 -239
Referiert & kommentiert Dr. Miriam Sonnet, Rheinstetten

Epistaxis

Ist Tranexamsäure wirklich effektiv bei Nasenbluten?

Neben der Kauterisation oder der Nutzung von Tamponaden kann auch Tranexamsäure Nasenbluten stoppen. Bisher ist allerdings noch unklar, wie effizient der Wirkstoff dabei tatsächlich ist. In einem neuen Cochrane-Review wurde diese Frage nun adressiert.

Seite 229 -239
Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Hypercholesterolämie

Neuer Wirkstoff Bempedoinsäure senkt erhöhte LDL-Cholesterolspiegel

Bempedoinsäure greift in den Cholesterol-Syntheseweg ein, indem sie das Enzym ATP-Citrat-Lyase (ACL) in den Hepatozyten hemmt. Eine kürzlich publizierte Studie konnte zeigen, dass mit diesem neuen, oral zu verabreichenden Wirkstoff in Kombination mit Statinen eine zusätzliche Senkung des LDL-Cholesterolspiegels möglich ist. Die Hersteller haben bei der EMA die Zulassung von Bempedoinsäure als Monotherapie und in Kombination mit Ezetimib beantragt [1].

Seite 229 -239
Referiert & kommentiert Dr. Larissa Tetsch, Maisach

Rheumatoide Arthritis

Teure Biologika sollten zuerst abgesetzt werden

Ziel einer zeitgemäßen Behandlung der rheumatoiden Arthritis ist die Remission. Diese wird meist durch eine Kombination von konventionellen synthetischen und biologischen antirheumatischen Wirkstoffen erreicht. Um Nebenwirkungen und Kosten zu reduzieren, ist es sinnvoll, die Arzneistoffdosis zu reduzieren, sobald die Krankheit unter Kontrolle ist. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass es dabei für die Rückfallrate keinen Unterschied macht, welche der beiden Wirkstoffgruppen zuerst reduziert wird.

Seite 229 -239
Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Topische Behandlung aktinischer Keratosen

Vergleichsstudie zeigt größten Therapieerfolg mit Fluorouracil

Zur Behandlung der aktinischen Keratose sind zahlreiche Optionen verfügbar. Eine umfangreiche Studie hat vier topische Behandlungen miteinander verglichen. Dabei war die Fluorouracil-Creme gegenüber der Imiquimod-Creme, dem Ingenolmebutat-Gel sowie der photodynamischen Therapie mit Methylaminolävulinat (MAL-PDT) effektiver wirksam.

Seite 229 -239
Referiert & kommentiert Dr. Jasmine Thibaut, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Weniger Gespür für das Gaspedal bei Diabetes