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EditorialDr. Jasmine Thibaut, Stuttgart

Eine Frage des Alters?

Seite 368 - 377
ÜbersichtTanja Hinze, Münster

Juvenile idiopathische Arthritis

Klassifikation, klinisches Bild und Therapie

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine heterogene Gruppe von Erkrankungen unklarer Ursache mit Beginn vor dem 16. Geburtstag und einer mindestens sechs Wochen andauernden Arthritis. Anhand der Zahl der beteiligten Gelenke wird zwischen einer Oligoarthritis mit maximal vier beteiligten Gelenken und einer Polyarthritis mit fünf oder mehr Gelenken unterschieden. Bei der systemischen Form der JIA ist oft eine Arthritis am Anfang nicht vorhanden und tritt erst im weiteren Verlauf auf. Bei dieser Form stehen eine ausgeprägte systemische Inflammation und Symptome wie hohes Fieber und Hautausschlag im Vordergrund. Die Diagnosestellung bei JIA basiert vor allem auf klinischen, sonographischen und gegebenenfalls kernspintomographischen Befunden. Die Labordiagnostik wird allenfalls unterstützend eingesetzt. Die Therapie umfasst rational und zielgerichtet eingesetzt nichtsteroidale Antirheumatika, Glucocorticoide und konventionelle und biologische krankheitsmodifizierende Arzneimittel. Zusätzlich wird bei vielen Patienten eine Physiotherapie empfohlen. Die Prognose ist dank der neuen therapeutischen Möglichkeiten mittlerweile hervorragend.

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Juvenile idiopathic arthritis

Classification, clinical presentation and therapy

Juvenile idiopathic arthritis (JIA) is a heterogeneous group of diseases of unclear cause, with onset before the 16th birthday and arthritis for at least 6 weeks. Based on the number of joints involved, a distinction is made between oligoarthritis with a maximum of four joints involved and polyarthritis with five or more joints. In the systemic form of JIA, arthritis is often not present at the beginning and may occur in the further course of the disease. In this form, a pronounced systemic inflammation and symptoms such as high fever and skin rash are predominant. Making a diagnosis of JIA is based primarily on clinical and imaging findings. Laboratory tests are helpful, but, apart from the systemic form, not decisive. Therapy is applied in a targeted and goal-directed fashion, including non-steroidal anti-inflammatory drugs, glucocorticoids and conventional and biological disease-modifying drugs. In addition, physiotherapy is often helpful. Nowadays, the prognosis is excellent thanks to novel treatment options.

Seite 381 - 390
ÜbersichtMichael Reiß, Radebeul, und Gilfe Reiß, Dresden

Schwerhörigkeit

Diagnostik, Ursachen und Rehabilitation

Schwerhörigkeit ist ein wichtiges Symptom in der klinischen Praxis. Ursache ist nicht nur Zunahme der Schwerhörigkeit im Alter oder der Hörsturz, sondern auch beispielsweise die zunehmende Zahl betroffener Jugendlicher durch exzessive Lärmbelastung in der Freizeit. Andererseits ist durch den technischen Fortschritt in der Ohrchirurgie und in der apparativen Technik (Hörgeräte, Cochlea-Implantat) heutzutage eine Rehabilitation von fast allen Arten der Schwerhörigkeit möglich. Es werden die wichtigsten Erkrankungen, die eine Schwerhörigkeit hervorrufen, und die wichtigsten Therapieoptionen dargestellt.

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Hearing loss: diagnosis and therapy

Hearing loss is a symptom of clinical importance. The cause is especially not only an increase in deafness in old age or sudden hearing loss, but also, for example, the increasing number of young people affected by excessive noise exposure in their leisure time. On the other hand, the technical development in the ear surgery and in the apparatus technology (hearing aids, cochlea implant) nowadays allows a rehabilitation of almost all types of deafness. The present review summarizes the most important diseases causing deafness and the most important therapy options.

Seite 391 - 396
Klinische PharmazieYvonne Marina Pudritz, München, Ulrich Lächelt, München, und Johanna Pachmayr, Salzburg

Die Übungsapotheke an der LMU München

Eintauchen in die Praxis

Der Ausbildungsweg zum Apotheker ist in drei Abschnitte gegliedert: Erster und zweiter Ausbildungsabschnitt finden an der Universität statt, der dritte in der öffentlichen Apotheke und optional in einem weiteren Betätigungsfeld für Apotheker. Sowohl Studierende als auch Arbeitgeber während des dritten Ausbildungsabschnittes beklagen immer wieder, dass der Transfer von der Theorie der Universität zur Praxis der Tätigkeit als Apotheker in der Ausbildung nicht ausreichend vorbereitet wird. An der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München wird daher seit einigen Semestern mithilfe von problemorientiertem Lernen und Peer-to-Peer-Teaching versucht, den Transfer von Theorie zur Praxis zu erleichtern.

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The training pharmacy at LMU Munich: Dipping into clinical practice

The path to become a registered pharmacist in Germany consists of three parts: the first and second parts are university-based, the third and last part consists of a mandatory six months session in a community pharmacy and a further six months in any pharmacy-related area. Pharmacy students and employers during that third part voice the same concerns: the transfer from theory (university) to practice (working as a pharmacist) is not properly prepared during the first two parts of pharmacy education. Since a few terms, the LMU in Munich has been trying to close this gap utilising problem-based learning (PBL) and peer-to-peer teaching.

Seite 397 - 399
ErnährungsforumMartin Smollich, Lübeck

Herzgesunde Ernährung

Moderne Empfehlungen bei kardiovaskulären Erkrankungen

Am 3. September fand das MMP-Webinar „Herzgesunde Ernährung – Moderne Empfehlungen bei kardiovaskulären Erkrankungen“ statt. Dort stellte der Ernährungsexperte Professor Martin Smollich unter anderm vor, welche Bedeutung einzelne Nahrungsfaktoren bei kardiovaskulären Erkrankungen haben, ob Omega-3-Fettsäuren empfohlen werden sollen und ob Alkohol wirklich kardiopräventiv ist. Dieser Artikel fasst noch einmal die wichtigsten Empfehlungen zusammen.

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Referiert & kommentiertDr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn; Mit einem Kommentar von Dr. rer. nat. Stefan Fischer

Protonenpumpeninhibitoren

Erhöhte Mortalität bei Herz- und Nierenerkrankungen?

Mit einer großen US-amerikanischen Kohortenstudie wurde die langfristige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) betrachtet. In der PPI-Gruppe war das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Nierenerkrankungen oder Tumoren des oberen Magen-Darm-Trakts zu sterben leicht erhöht.

Seite 400 - 409
Referiert & kommentiertDr. Petra Jungmayr, Esslingen

COPD-Exazerbation

CRP-Bestimmung verringert Antibiotikagabe

Erfolgen Antibiotikaverordnungen bei einer COPD-Exazerbation nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern nur bei erhöhten CRP-Werten, so kann ein unnötiger Antibiotikaeinsatz vermieden werden, ohne dabei negative Auswirkungen auf den Patienten in Kauf zu nehmen. Zu diesem Schluss kam eine englische Studie zur hausärztlichen Versorgung.

Seite 400 - 409
Referiert & kommentiertDr. Stefan Fischer, Stuttgart; Mit einem Kommentar des Autors

Rheumatoide Arthritis

Switch zwischen Rituximab-Original und Biosimilar

Das Rituximab-Biosimilar CT-P10 ist zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen. Eine aktuelle Studie beantwortet die Frage, ob Patienten, die bislang mit dem Originalpräparat behandelt werden, auf das Biosimilar umgestellt werden sollten.

Seite 400 - 409
Referiert & kommentiertBeatrice Hamberger, Berlin

Plaque-Psoriasis

Risankizumab oder Adalimumab? Head-to-Head-Studie vergleicht zwei Psoriasis-Medikamente

Adalimumab ist weltweit eines der am häufigsten verschriebenen Biologika bei mittlerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. In einer randomisierten Phase-III-Studie wurde der TNF-Blocker nun mit dem neuen Wirkstoff Risankizumab, einem IL-23-Hemmstoff, verglichen. Dabei zeigte sich, dass Patienten besser auf Risankizumab ansprechen.

Seite 400 - 409
Referiert & kommentiertSimone Reisdorf, Erfurt

Sekundärprävention nach Schlaganfall

Strikte Blutdrucksenkung reicht nicht aus – oder wird zu selten erreicht

Die kürzlich publizierte RESPECT-Studie schloss 1263 japanische Patienten nach Schlaganfall ein. Diese wurden konventionell vs. intensiv antihypertensiv behandelt. Die Studie zeigt lediglich eine tendenzielle Reduktion der Schlaganfallrezidive in der intensiv behandelten Gruppe mit dem Blutdruckziel < 120/80 mm Hg. Eine Metaanalyse, in der die Studie gemeinsam mit drei ähnlichen ausgewertet wurde, zeigt dagegen eine signifikante Reduktion aller Schlaganfälle bei niedrigem Blutdruckziel.

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Referiert & kommentiertDr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg

Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2

Liraglutid wirksam und sicher nach bariatrischer Chirurgie

Nicht alle Patienten erreichen nach einem bariatrisch-chirurgischen Eingriff ein zufriedenstellendes Körpergewicht und gute Blutzuckerwerte. Liraglutid kann als zusätzliches Antidiabetikum die Werte effektiv verbessern.

Seite 400 - 409
Referiert & kommentiertDr. Jasmine Thibaut, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Transdermales Estradiol für Frauen bei Schizophrenie