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Editorial Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Nicht verunsichern, sondern beraten!

Seite 414 -422
Übersicht Andreas E. Kremer, Erlangen

Chronischer Pruritus

Chronischer Pruritus (Juckreiz) ist ein quälendes Leitsymptom zahlreicher Erkrankungen und stellt eine fachübergreifende diagnostische und therapeutische Herausforderung dar. Rund 15 % der Bevölkerung leiden an diesem Symptom. Neben Allgemeinmaßnahmen wie kühler Umgebung und topischer Therapie, können aufgrund ähnlicher Chronifizierungsmechanismen viele Therapieformen wie Gabapentinoide oder Antidepressiva bei unterschiedlichen Pruritus-Erkrankungen angewandt werden. Die in den letzten Jahren vor allem in Tiermodellen gewonnenen Einsichten in neurobiologische Mechanismen des chronischen Pruritus haben zu ersten neuartigen therapeutischen Ansätzen geführt. Aktuell sind wir allerdings noch weit von einer optimalen Versorgung von Patienten mit chronischem Pruritus entfernt.

English abstract

Chronic pruritus

Chronic pruritus is an agonizing symptom accompanying various diseases which often represents an interdisciplinary diagnostic and therapeutic challenge. Approximately 15 % of the population suffers from this symptom. Aside general measures such as a cold surrounding and topical treatment, several systemic therapies such as anticonvulsives and antidepressants may be used in different pruritus-associated diseases due to similar chronification mechanisms. Novel insights into the neurobiological mechanisms of chronic pruritus have led to new therapeutic approaches. Still we are currently far away from an optimal care of patients suffering from chronic pruritus.

Seite 425 -435
Übersicht Elke Bäz und Ingolf Juhasz-Böss, Freiburg

Pränataldiagnostik

Derzeitige Möglichkeiten des Screenings und der Diagnostik angeborener Erkrankungen und Entwicklungsstörungen

Das vorgeburtliche Erkennen von kindlichen Fehlbildungen (z. B. eines Herzfehlers) oder von Risikosituationen für die Schwangere und das Ungeborene (z. B. fehlerhafte Einnistung der Plazenta – Plazenta praevia) können den Schwangerschaftsausgang entscheidend verbessern. Dabei kann im individuellen Einzelfall der Nachweis einer schweren kindlichen Erkrankung die Schwangere in eine Konfliktsituation stürzen. Die jetzt aktuell zur Debatte stehende Frage der Kostenübernahme eines Bluttests auf Trisomie 21 zeigt das Spannungsfeld, in dem die Pränataldiagnostik in unserer Gesellschaft zwischen Befürwortern und Gegnern der vorgeburtlichen Erfassung von Erkrankungen des Ungeborenen steht. Oftmals wird im Rahmen des öffentlichen Diskurses wenig gesichertes und unvollständiges Fachwissen zur Darstellung des jeweiligen Standpunktes herangezogen. Dieser Artikel soll Hintergrundwissen geben und berücksichtigt dabei die anerkannten ethischen Grundlagen unserer Gesellschaft, die sich in Gesetzestexten und Handlungsrichtlinien der ärztlichen Berufsverbände widerspiegeln.

English abstract

Prenatal diagnosis

Prenatal diagnosis as a part of maternal care aims to improve the health of pregnant women and their unborn babies. Most babies are born healthy, however, up to 5% of all babies are born with a congenital abnormality. Due to improved diagnosis with ultrasound and genetic diagnosis an increasing number of these neonatal congenital abnormalities can be diagnosed prenatally. This imposes the parents to get informed and prepared for the special needs of their baby and improves the start of life for the newborn. It also may raise ethical concerns if the mother emphasizes that she cannot continue the pregnancy in sight of a severe disease of her unborn baby. The options and challenges in prenatal diagnosis are discussed in the context of the accepted ethical fundamentals of our society.

Seite 436 -440
Klinische Pharmazie Martina P. Neininger, Leipzig, Astrid Bertsche, Rostock, und Thilo Bertsche, Leipzig

Patientensicherheit für Kinder und Jugendliche

Interdisziplinäre Konzepte des Zentrums für Arzneimittelsicherheit der Universität Leipzig und des Universitätsklinikums Leipzig<br/>

Die Arzneimitteltherapie bei Kindern und Jugendlichen stellt Eltern, Ärzte und Pflegedienstmitarbeiter vor große Herausforderungen. Die Einbindung des klinischen Pharmazeuten trägt dazu bei, arzneimittelbezogene Probleme, Medikationsfehler und daraus resultierende vermeidbare unerwünschte Ereignisse zu identifizieren und bedarfsgerechte Lösungsstrategien zu entwickeln. Das Zentrum für Arzneimittelsicherheit in Leipzig arbeitet mit seinen bundesweiten Partnern daran, die Arzneimittelanwendung in dieser vulnerablen Patientengruppe sicherer zu machen.

English abstract

Patient safety for children and adolescents – interdisciplinary concepts of the Drug Safety Center at Leipzig University

Drug therapy for children and adolescents presents parents, physicians, and nursing staff with major challenges. The involvement of the clinical pharmacist helps to identify drug-related problems, medication errors and the resulting avoidable adverse events and to develop demand-oriented solution strategies. The Drug Safety Center in Leipzig, together with its nationwide partners, is helping to make drug use safer in this vulnerable patient group.

Seite 441 -447
Klinische Pharmazie

Arzneimittelsicherheit in der Pädiatrie und Telemedizin

Abstracts der Poster, vorgestellt bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für klinische Pharmazie am 22. und 23. November 2019 in Aachen

Die Abstracts der Poster sind alphabetisch nach Autorennamen (Erstautor) sortiert

Seite 449 -451
Fragen aus der Praxis

Webinar „Herzgesunde Ernährung“

Fragen aus der Praxis beim MMP-Webinar

Am 3. September 2019 fand das MMP-Webinar zum Thema „Herzgesunde Ernährung“ statt. Referent war Prof. Dr. Martin Smollich, Institut für Ernährungsmedizin, Lübeck. Über 350 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um ihr Wissen zu diesem Thema auf den neuesten Stand zu bringen. Während und nach der Veranstaltung konnten zahlreiche praxisrelevante Fragen gestellt werden. Lesen Sie hier eine Auswahl der Fragen und Antworten.

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Referiert & kommentiert Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

HUNT-Studie

Über Jahre anhaltende körperliche Bewegung senkt Risiko für frühen Tod

Regelmäßige körperliche Bewegung über viele Jahre senkt das Risiko für frühzeitigen und für einen kardiovaskulär bedingten Tod deutlich. Dies ergaben Analysen der norwegischen HUNT-Studie (Nord-Trøndelag Health Study), die beim Kongress der europäischen Kardiologenvereinigung (ESC) 2019 in Paris vorgestellt worden sind.

Seite 452 -457
Referiert & kommentiert Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

Kardiovaskuläres Risiko

Deutlich reduziertes Risiko durch anhaltend niedrige LDL-Cholesterol- und Blutdruck-Werte

Herzinfarkte, Schlaganfälle oder kardiovaskulär bedingte Todesfälle können durch anhaltend niedrige LDL-Cholesterol-Werte und einen anhaltend niedrigen systolischen Blutdruck weitgehend vermieden werden. Dies ergab eine mendelsche Randomisierungsstudie, die in einer Hot-Line-Session beim ESC-Kongress 2019 vorgestellt und parallel online in JAMA publiziert wurde.

Seite 452 -457
Referiert & kommentiert Dr. Matthias Desch, Kogl

Migräne

Rimegepant bei Migräneanfall wirksam

Patienten, die einen Migräneanfall erleiden, versuchen normalerweise, diesen mit Triptanen oder NSAR zu kupieren. Rimegepant ist ein oral bioverfügbarer Calcitonin Gene-related Peptide Rezeptorantagonist und zeigt Wirkung in der Akutbehandlung eines Migräneanfalls.

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Referiert & kommentiert Dr. Jasmine Thibaut, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Therapeutisches Drug-Monitoring durch Nadelpflaster