Saskia Fechte, Stuttgart

Ohne Rülpsen entstehen langfristig schmerzhafte Blähungen. Foto: motortion/stock.adobe.com
Der Musculus cricopharyngeus bildet den kreisförmigen oberen Schließmuskel der Speiseröhre und fungiert als eine Art Ventil zum Einlass in den Ösophagus. Normalerweise im kontrahierten Zustand, entspannt sich dieses elastische Muskelgewebe nur für die Passage von Nahrung oder zum Aufstoßen und kontrahiert dann wieder, um einen Rückfluss zu verhindern. Bei einer retrograden cricopharyngealen Dysfunktion (R-CPD), auch „No Burp-Syndrom“ oder Abelchia genannt, kann der Betroffene keine Luft aufstoßen [1]. Infolgedessen entstehen vermehrt Blähungen in der Speiseröhre sowie weiterhin in Magen und Darm. Typische Symptome sind Schmerzen und Engegefühl hinter dem Brustbein nach dem Essen oder Trinken, ein im Tagesverlauf zunehmender Blähbauch und vermehrter Windabgang sowie Gurgelgeräusche im Hals. Oft beginnt eine R-CPD bereits im Kindesalter. Viele Betroffene fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt und meiden soziale Kontakte. Kohlensäurehaltige Getränke und Biergenuss verschlimmern das Syndrom. Laborwerte sowie klinische Befunde können unauffällig sein; Protonenpumpenhemmer und Antazida bleiben ohne Effekt.
Ursache ist eine Störung des cricopharyngealen Schließmuskels, der sich nicht spontan entspannen kann. Daraufhin wird das eingeschlossene Gas darunter weder erkannt noch freigesetzt.
Vorübergehende Linderung kann ein etwa 60-minütiges Liegen auf der linken Seite bringen. Dabei fließt das Gas den Verdauungstrakt weiter hinunter und kann später als übermäßige Blähungen entweichen.
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