
Checkpoint Apotheke
Checkpoint-Inhibitoren in der klinischen Onkologie
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
In den letzten Jahren ist die klinische Bedeutung der Checkpoint-Inhibitoren (CPI) – allen voran der PD-1- und PD-L1-Inhibitoren – enorm gestiegen. Betrachtet man nach der SOJA-Methode das Spektrum der zugelassenen Indikationen, verfügbaren Formulierungen, möglichen Applikationsintervalle, Nebenwirkungen und dokumentierten behandelten Fälle weltweit, so ergeben sich aktuell gewisse Unterschiede zwischen den einzelnen Vertretern. Allerdings muss man insbesondere bei den immunassoziierten Begleiteffekten kritisch hinterfragen, ob es tatsächlich Abweichungen zwischen den Vertretern geben kann. Keine Unterschiede sind zwischen den Vertretern beim potenziellen Wechselwirkungsrisiko zu erwarten. Bei den Therapiekosten mit intravenös und subkutan applizierbaren CPI pro Quartal sind die stärksten Veränderungen zu erwarten, wenn die ersten Biosimilars zugelassen werden. Während lange Zeit CPI-basierte Monotherapien im Vordergrund standen, spielen heute verschiedenste Kombinationstherapien mit Zytostatika und zielgerichtet wirksamen Therapeutika im palliativen, adjuvanten und neoadjuvanten Setting eine zunehmend wichtigere Rolle, sodass es eine immer größere Herausforderung darstellt, zu allen therapeutischen Möglichkeiten den Überblick zu wahren.
English abstract
PD-1- and PD-L1-Checkpoint-Inhibitors in Clinical Oncology. Similarities, differences.
Within the last years, the clinical impact of checkpoint inhibitors (CPI) – especially PD-1- and PD-L1-Inhibitors - raised enormously. Considerations based on the SOJA method focussing on the spectrum of approved indications, available formulations, possible intervals für administration, adverse effects as well as documented treated patients worldwide, currently revealed some differences among CPI congeners. Whether risk differences in immune-related adverse effects among congeners can be expected remains controversial, whereas in case of potential drug CPI interactions, no difference has to be expected between congeners. Regarding costs of CPI-based drug treatments, pivotal changes have to be expected when the first CPI biosimilars will be approved. In the beginning, CPI-based monotherapies played a dominant role, whereas currently combination regimens including cytotoxic drugs, other CPI, small molecule inhibitors and antibody drug conjugates get more and more important in the palliative as well as the adjuvant and neoadjuvant setting. However, it is an enormously ongoing challenge to hold the overview over all these therapeutic opportunities.
Interdisziplinäre Medizin par excellence
Bericht vom 44. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Senologie
Auf diesem Jahreskongress treffen sich alljährlich Wissenschaftler unterschiedlicher medizinischer Disziplinen, die sich mit der Brust beschäftigen, sowie Leistungserbringer im Gesundheitswesen und Patientenvertreter. In diesem Jahr stand neben aktuellen Erkenntnissen aus Forschung und Klinik die Überarbeitung der S3-Leitlinie zum Mammakarzinom im Fokus.
Pharmakotherapie neuropathischer Schmerzen
Kommentar zum neuen systematischen Review der NeuPSIG
Eine internationale Expertengruppe hat die Wirksamkeit medikamentöser und neuromodulatorischer Behandlungsformen bei neuropathischen Schmerzen in einer aktuellen Metaanalyse untersucht und neu bewertet. Die zentrale Frage lautet: „Welche Behandlung ist die beste für welchen Patienten?“
Evidenzbasierte Supportivtherapie
Aktualisierte S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“
In keinem anderen Gebiet der Medizin werden so viele Wirkstoffe mit geringer therapeutischer Breite eingesetzt wie in der klinischen Onkologie. Die Supportivtherapie umschreibt die Prophylaxe und Therapie damit verbundener Nebenwirkungen. Ohne konkrete Leitlinien besteht die Gefahr, dass ohne Evidenz Maßnahmen zum Einsatz kommen, die dem Patienten am Ende mehr schaden als nutzen. Während mit den Antiemetika und Granulozyten-Kolonie-stimulierende Faktor(G-CSF)-Präparaten inzwischen viel erreicht wurde, sind eine Reihe von organtoxischen Effekten weiterhin eine Herausforderung in der Supportivtherapie. Mit einem Kapitel zur Kardiotoxizität widmet sich die Version 2.0 der S3-Leitlinie nun auch dieser unerwünschten Begleiterscheinung. Einige praxisrelevante Aspekte sollen im Folgenden kurz näher erläutert werden.
Koronare Herzkrankheit
Colchicin zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse
In den letzten Jahren wurde Colchicin als vielversprechender Wirkstoff zur Sekundärprävention bei koronarer Herzkrankheit propagiert. Randomisierte Studien ergaben jedoch kein einheitliches Ergebnis bezüglich der Wirksamkeit.
Therapieresistente Hypertonie
Amilorid: eine gleichwertige Alternative zu Spironolacton?
Spironolacton gilt als Goldstandard zur Behandlung der therapieresistenten Hypertonie, ist jedoch mit Nebenwirkungen wie Hyperkaliämie und antiandrogenen Effekten assoziiert. Amilorid könnte eine effektive und verträglichere Alternative sein. Eine aktuelle randomisierte Studie verglich erstmals direkt die Wirksamkeit von Amilorid und Spironolacton.
Seltene Hauterkrankungen
Nemolizumab bei Prurigo nodularis wirksam und sicher
Prurigo nodularis ist eine seltene chronische Hauterkrankung, für die bislang nur wenige Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Die jüngsten Ergebnisse der Phase-III-Studie OLYMPIA 1 versprechen eine gute Wirksamkeit gegen die charakteristischen Knötchen sowie die belastenden Symptome Juckreizreaktion und Schlafstörungen.