Editorial Dr. Iris Hinneburg, Halle (Saale)

Zukunftsmusik für Typ-1-Diabetiker

Pharmakologie aktuell Claudia Bruhn, Schmölln

Pertuzumab

Duale Strategie für die Erstlinientherapie des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms

Pertuzumab unterbindet die Dimerisierung des HER2-Rezeptors mit anderen Mitgliedern der HER-Familie, insbesondere HER3. In Kombination mit Trastuzumab ermöglicht dies eine besonders effektive Blockade der HER2-Signalwege, die für die Tumorprogression von zentraler Bedeutung sind. Studiendaten belegen einen signifikanten Überlebensvorteil der mit Pertuzumab plus Trastuzumab plus Docetaxel behandelten Patientinnen gegenüber der bisherigen Standardtherapie.

Übersicht Karin Bramlage, Duisburg-Essen/Mahlow, Martin Thoenes, Dresden, Ulrich Tebbe, Detmold, Peter Bramlage, Mahlow, und Jürgen Wasem, Duisburg-Essen

Vorhofflimmern in Deutschland – Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Kosten

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Komplikationen und Schlaganfall. Die Möglichkeiten zur Therapie des Vorhofflimmerns haben sich in den letzten Jahren durch neue Arzneistoffe und ablative Verfahren deutlich verändert. Sie basieren auf den Grundpfeilern Antikoagulation, Rhythmus- und Frequenzkontrolle. Ziel ist die Reduktion der Symptomatik und der Folgeereignisse. Obwohl die Kosten mit etwa 700 bis 800 Euro pro Patient und Jahr vergleichsweise hoch sind, versprechen neue Therapieoptionen die Reduktion der Ereignisraten und damit einen Zugewinn an Qualitäts-adjustierten Lebensjahren (QALYs). Ziel dieser Übersicht ist es, dem Apotheker, der eine wichtige Rolle bei der Durchführung der Pharmakotherapie des Vorhofflimmerns hat, eine praktische Übersicht zur Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Kosten zu geben.

English abstract

Atrial fibrillation in Germany – epidemiology, diagnosis, treatment and costs

Atrial fibrillation is the most common cardiac arrhythmia. It is an independent risk factor for cardiovascular complications and stroke. The treatment options for atrial fibrillation have changed significantly in recent years by new drugs and ablative procedures. It is based on the principal strategies of anticoagulation, rhythm and rate control. Goal is to reduce symptoms and subsequent events. Although the costs of about 700 to € 800 per patient per year are rather high, new treatment options might be associated with a reduction in event rates and an increase in quality adjusted life years (QALYs). The aim of this review is to give a practical overview of the epidemiology, diagnosis, treatment and costs to pharmacists who have a key role in the implementation of pharmacotherapy of atrial fibrillation

Key words: Atrial fibrillation, anticoagulation, rhythm control, rate control, costs

Bericht Iris Hinneburg, Halle (Saale)

Polypharmazie im Alter

Neue Leitlinie zum Medikationsmanagement bei geriatrischen Patienten

Viele Medikamente, viele Probleme: Gerade ältere Patienten nehmen häufig eine Vielzahl von Arzneimitteln ein. Damit sind Schwierigkeiten wie Interaktionen programmiert. Eine neue Leitlinie gibt Hinweise für den richtigen Umgang mit Multimedikation im Alter.

Referiert & kommentiert Reimund Freye, Baden-Baden

Vorhofflimmern

Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten effizienter gestalten durch INR-Selbstmanagement

Die Vitamin-K-Antagonisten (VKA) sind bei der Indikation Vorhofflimmern mit dem Folgerisiko eines thromboembolischen Ereignisses durch den bequemeren Anwendungsmodus der neueren oralen Antikoagulanzien (NOAC) in den Hintergrund gerückt. Der aktuelle Stellenwert der VKA wurde auf einem Symposium von Roche Diagnostics während des DGIM 2013 in Wiesbaden diskutiert.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Thromboseprophylaxe bei Schwerkranken

Rivaroxaban im Vergleich mit Enoxaparin

Bei hospitalisierten Patienten war die thromboseprophylaktische Wirksamkeit von Rivaroxaban, oral eingesetzt, über 10 Tage, vergleichbar mit der von subkutanem Enoxaparin. Dagegen war eine fünfwöchige Anwendung von Rivaroxaban mit einem geringeren Thromboserisiko verbunden. Allerdings ging dieser Nutzen mit einem erhöhten Blutungsrisiko einher.

Referiert & kommentiert Dr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg

Renin-Angiotensin-System

Doppelte Blockade bringt keinen Nutzen, aber mehr Nebenwirkungen

Eine Metaanalyse zu Wirksamkeit und Sicherheit einer dualen Blockade des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) zeigt, dass die Sterblichkeit im Vergleich zur Monotherapie nicht sinkt, die Nebenwirkungsrate jedoch signifikant steigt. Die Risiko-Nutzen-Analyse spricht demnach gegen eine Kombinationstherapie mit verschiedenen Blockern des RAS.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

ADHS

Senkt Therapie die Kriminalitätsrate?

Die Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) könnte die Kriminalitätsrate Betroffener senken. In einer schwedischen Studie begingen Patienten mit ADHS in Zeiten, in denen sie medikamentös therapiert wurden, weniger Straftaten als in Perioden, in denen sie nicht behandelt wurden.

Referiert & kommentiert Dr. med. Peter Stiefelhagen, Hachenburg

Hypertensive Herzerkrankung

Die Therapie der diastolischen Herzinsuffizienz ist ein ungelöstes Problem

Die arterielle Hypertonie ist nicht nur ein entscheidender Risikofaktor für die Arteriosklerose und somit für die koronare Herzkrankheit (KHK), sondern auch eine der häufigsten Ursachen für eine diastolische Herzinsuffizienz auf dem Boden einer hypertensiven Herzerkrankung. Im Unterschied zur systolischen Herzinsuffizienz stehen jedoch für dieses Krankheitsbild bisher außer Diuretika keine evidenzbasierten medikamentösen Therapiestrategien zur Verfügung. Entscheidend ist deshalb die Prävention durch eine optimale Blutdruckeinstellung, so das Fazit eines Satellitensymposiums, das von Servier Deutschland anlässlich des 119. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) veranstaltet wurde.

Referiert & kommentiert Simone Reisdorf, Erfurt

Prasugrel bei akutem Koronarsyndrom

Therapievorteil bei Diabetikern am größten

Diabetiker haben bekanntlich ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, erst recht nach einem akuten Koronarsyndrom. Die pathophysiologischen Hintergründe sind vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. In der Studie TRITON TIMI-38 zeigte sich ein Therapievorteil von Prasugrel gegenüber Clopidogrel. Dieser war bei Diabetikern besonders ausgeprägt.

Referiert & kommentiert Helga Brettschneider, Frankfurt am Main

Allergische Rhinitis

Nasenspray-Fixkombination lindert Symptome schnell und deutlich

In Studien besserte ein Nasenspray mit Azelastinhydrochlorid und Fluticasonpropionat (Tagesdosis 528/200 µg) die Symptome einer allergischen Rhinitis besonders schnell und stärker als die Einzelsubstanzen. Die Daten wurden bei einer Veranstaltung des Unternehmens MEDA Pharma im März 2013 in Frankfurt am Main vorgestellt.

Referiert & kommentiert Dr. Claudia Borchard-Tuch - Mit einem Kommentar von Prof. Dr. Dr. Björn Lemmer, Mannheim

Chronopharmakologie

Medikamenteneinnahme zur rechten Zeit steigert Wirksamkeit

Biorhythmen beeinflussen die Wirkung von Arzneistoffen auf verschiedene Weise. In einer systematischen Übersichtsarbeit wurden 41 aktuelle Studien bewertet. In der Mehrzahl der Studien verbesserte die Berücksichtigung chronopharmakologischer Aspekte die Therapie. Die Ergebnisse chronopharmakologischer Studien sollten in Leitlinien stärker als bisher berücksichtigt werden.

Referiert & kommentiert Dr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg

SSRI in der Schwangerschaft

Kein erhöhtes Risiko für Totgeburten, Neugeborenen- oder Säuglingssterblichkeit

Sowohl Depressionen als auch deren Behandlung mit Antidepressiva in der Schwangerschaft können mit Risiken für das Kind verbunden sein. Die Ergebnisse einer nordeuropäischen Kohortenstudie mit über 1,6 Millionen Schwangeren zeigen, dass das Risiko für Totgeburten, Neugeborenen- und Säuglingssterblichkeit durch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) während der Schwangerschaft nicht erhöht wird, wenn Störfaktoren wie Rauchen oder das Alter der Mutter bei der Datenauswertung berücksichtigt werden.

Referiert & kommentiert Rosemarie Ziegler, Albershausen

Behandlungsresistente Depressionen

Kognitive Verhaltenstherapie zusätzlich zu Psychopharmaka hilft

Die Verstärkung der antidepressiven Medikation durch eine kognitive Verhaltenstherapie reduziert die depressiven Symptome von therapieresistenten Patienten. Das zeigen die Daten einer multizentrischen, randomisiert-kontrollierten Studie in Großbritannien.