Editorial Heike Oberpichler-Schwenk

Aktualisierte Impfempfehlungen der STIKO erschienen

Übersicht Iris Hinneburg, Halle (Saale)

Häufige Fehler bei der Blutdruckselbstmessung

Die Bestimmung des Blutdrucks in der Arztpraxis gehört zu den Standarduntersuchungen bei Hypertonie-Patienten. Daneben ist aber auch die Selbstmessung für viele Patienten ein wichtiger Bestandteil des Therapiekonzepts. Um aussagekräftige Messwerte zu erhalten, müssen jedoch einige Regeln beachtet werden. Das betrifft die richtige Auswahl und Handhabung des Geräts sowie die Dokumentation und Auswertung.

English abstract

Common errors in blood pressure monitoring

Monitoring blood pressure is an important diagnostic tool in the management of hypertension. Many patients measure their blood pressure at home. However, the results are only reliable if some rules are observed. These are mainly related to the right choice of devices, execution of the monitoring as well as documentation and assessment of the measurement.

Ernährungsforum Alexander Ströhle, Hannover, Maike Wolters, Bremen, und Andreas Hahn, Hannover

Nährstoffsupplemente – Möglichkeiten und Grenzen

Teil 3: Supplemente im höheren Lebensalter

Wie es um die Nährstoffversorgung von Senioren tatsächlich bestellt ist und wann der Einsatz welcher Nährstoffpräparate sinnvoll ist, ist Gegenstand dieses dritten Teils der Beitragsserie.

English abstract

Food supplements – potential and limits: part 3

Ageing processes are associated with physiological changes, e.g. a reduction of metabolically active body mass and an impaired hunger-satiety regulation, which – combined with chronic diseases and psychosocial problems – significantly increase the risk for malnutrition. However, considering their nutrition and health status elderly people are a very heterogeneous group. The nutrition situation of “young” seniors does generally not differ from the situation of working-age adults while institutionalized elderly people and those in need of care often show signs of a global malnutrition. The critical nutrients in the nutrition of the elderly particularly include vitamin B12 and D. Six percent of all elderly have a manifest and 10 to 30% a functional vitamin B12 deficiency. The main cause is vitamin B12 malabsorption resulting from a type B atrophic gastritis. The functional vitamin B12 deficiency and the associated hyperhomocysteinemia are risk factors for neurodegenerative diseases and accelerate bone loss. With increasing age the vitamin D status is deteriorating. About 50% of the elderly living in private households is deficient in vitamin D; in geriatrics vitamin D deficiency is more the rule than an exception. This is caused by a reduced endogenous biosynthesis, low UVB exposure and a diet low in vitamin D. A vitamin D deficiency increases the risk for falls and fractures as well as the risk for neurodegenerative diseases. Also the overall mortality is increased.

Key words: Elderly, diet, dietary supplements, vitamins, vitamin B12, vitamin D

Bericht Martin Storr, München

Kurzdarmsyndrom

GLP-2-Analogon Teduglutid

Zahlreiche Patienten mit einem Kurzdarmsyndrom benötigen lebenslange parenterale Ernährung. Eine parenterale Ernährung wird durch häufige, teilweise schwerwiegende Komplikationen begleitet. Therapiealternativen wie eine Dünndarmtransplantation stehen nicht ausreichend zur Verfügung. Medikationen, die den Bedarf an parenteraler Ernährung reduzieren oder die Lebensqualität steigern, wären eine wünschenswerte Perspektive. Das Glucagon-like-Peptide-2(GLP-2)-Analogon Teduglutid konnte bei Patienten mit einem Kurzdarmsyndrom, die mit parenteraler Ernährung behandelt wurden, den Bedarf an parenteraler Ernährung reduzieren, so die Ergebnisse einer klischen Studie [1]. Im August 2012 erhielt Teduglutid die europäische Zulassung als Orphan-Drug.

Fragen aus der Praxis

Kann ein Serotonin-Syndrom auch unter alleiniger Gabe von Tramadol auftreten?

Ein Serotonin-Syndrom tritt meist dann auf, wenn eine Kombination mehrerer serotonerg wirkender Medikamente eingenommen wird. Kann ein Serotonin-Syndrom auch unter alleiniger Gabe von Tramadol (12-stündlich 1 Tablette à 100 mg) auftreten?

Referiert & kommentiert Rosemarie Ziegler, Albershausen

Altersabhängige Makuladegeneration

Zusätzliche Carotinoide und Omega-3-Fettsäuren wirkungslos

Das Risiko gefährdeter Senioren, eine fortgeschrittene Makuladegeneration zu entwickeln, lässt sich mit Lutein + Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren nicht weiter senken als nur mit der in AREDS entwickelten Antioxidanzien-Rezeptur. Das zeigen die Daten der AREDS2-Studie.

Referiert & kommentiert Reimund Freye, Baden-Baden

Osteoporose

Verlust der Knochensubstanz: Lokalisation ist altersabhängig

Vor dem Hintergrund des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie 2012 in Berlin machten Fachärzte auf die altersbedingt unterschiedlichen Frakturrisiken bei Osteoporose-Patientinnen aufmerksam. In einem früheren Lebensalter ist vornehmlich der trabekulär strukturierte Knochen, wie etwa Wirbelkörper, in Gefahr zu brechen, in späteren Jahren nimmt hingegen die Inzidenz für kortikale Frakturen – insbesondere betroffen der Oberschenkelhals – zu. Dem kann der Arzt mit spezifischen Therapiestrategien begegnen, wie auf einem Pressegespräch der Firma Amgen/GSK deutlich wurde.

Referiert & kommentiert Dr. Alexander Kretzschmar, München

ADHS im Erwachsenenalter

Therapiekonzepte und offene Fragen

Viele Kinder und Jugendliche mit einer ADHS leiden auch als Erwachsene an den Symptomen der Erkrankung. Auf einem Symposium der Firma Medice im April 2013 in Berlin wurden Konzepte und Erfahrungen diskutiert, wie man die Behandlung in dieser bisher vernachlässigten Altersgruppe älterer Patienten optimieren kann.

Referiert & kommentiert Dr. rer. nat. Ingo Stock, Bonn

Parasitologie

Hundehautwurm Dirofilaria repens erstmals in deutschen Stechmücken nachgewiesen

Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) haben erstmalig in Deutschland Larven des Hundehautwurms Dirofilaria repens in Stechmücken aus Brandenburg nachgewiesen. Die zunehmende Klimaerwärmung und die Einfuhr infizierter Hunde aus Südeuropa können Ursachen für die Etablierung dieses Parasiten sein, der bis vor kurzem in Mitteleuropa nicht heimisch war. Hauptreservoir der parasitären Nematoden sind Hunde, bei denen die Erreger gutartige Hauterkrankungen hervorrufen können, die als kutane Dirofilariasis zusammengefasst werden. Der Mensch kann sich durch Mückenstiche ebenfalls infizieren und ähnliche Krankheitsbilder entwickeln. Bislang wurden jedoch noch keine in Deutschland erworbenen Erkrankungsfälle beim Menschen beschrieben.

Referiert & kommentiert Dr. Beate Fessler, München

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Lassen sich chronisch entzündliche Darmerkrankungen bald kausal therapieren?

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind keine Autoimmunerkrankungen. Vielmehr ist die intestinale Barriere gestört. Dadurch können sich Bakterien an die Epithelzellen der Darmschleimhaut anlagern und eine Entzündung induzieren. Es wird deshalb intensiv nach therapeutischen Strategien gegen diesen Barrieredefekt gesucht. Die Eier des Schweinepeitschenwurms und retardiertes Phosphatidylcholin könnten eine Option sein, wie auf einem Pressegespräch der Falk Foundation e.V. im Juni 2013 in Stuttgart erläutert wurde.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg

Blutdruckkontrolle bei Hypertonikern

Erfolge durch Telemonitoring plus Betreuung durch Apotheker

In einer randomisierten Studie mit Hypertonikern war die kombinierte Intervention mit Telemonitoring der Blutdruckwerte durch die Patienten plus einer Betreuung durch einen speziell geschulten Apotheker wirksamer als eine übliche Patientenversorgung durch Ärzte. Sowohl im Interventionsmonat 6 und 12 als auch sechs Monate nach Beendigung der Intervention hatten im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant mehr Patienten in der apothekerbetreuten Gruppe einen Blutdruck unter dem Zielblutdruck von 140/90 mmHg.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg

Biologische DMARD bei schwerer rheumatoider Arthritis

Tocilizumab in der Monotherapie klinisch besser wirksam als Adalimumab

Bei Patienten mit einer schweren rheumatoiden Arthritis (RA), bei denen eine Basisbehandlung mit Methotrexat nicht infrage kommt, ist der Anti-Interleukin-6-Rezeptor-Antikörper Tocilizumab besser wirksam als der etablierte Anti-Tumornekrosefaktor-alpha-(TNF-α-)Antikörper Adalimumab. Das Nebenwirkungsprofil beider Substanzen ist weitgehend vergleichbar. Zu diesen Ergebnissen kommt die randomisierte doppelblinde kontrollierte Phase-IV-Studie ADACTA.

Referiert & kommentiert Gabriele Blaeser-Kiel, Hamburg

Depression

Chronotherapie mit Agomelatin

Menschen mit einem Aktivitätsgipfel am Abend haben ein höheres Risiko, eine Depression zu entwickeln, als Menschen mit einem Energie- und Leistungshoch am Morgen. Dies ist ein weiteres Indiz für die These, dass der Depression eine Störung der zirkadianen Rhythmik zugrunde liegt. Welchen Stellenwert das Antidepressivum Agomelatin vor diesem Hintergrund hat, wurde bei einem Symposium von Servier Deutschland auf dem DGPPN-Kongress 2012 diskutiert.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Kreutzkamp, Hamburg

Prospektive Fall-Kontroll-Studie

Melatonin-Sekretion mit Diabetesrisiko assoziiert

Eine erniedrigte Melatonin-Ausschüttung in der Nacht geht mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus vom Typ 2 einher, so das Ergebnis einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie. Die herabgesetzte Sekretion kann genetisch bedingt sein, ist aber auch bei zu kurzer Schlafdauer oder häufigen Schlafunterbrechungen nachweisbar.

Referiert & kommentiert Dr. Beate Fessler, München

Buprenorphin-haltiges 7-Tage-Schmerzpflaster

Auch betagten Patienten den Schmerz nehmen

Geriatrische Patienten mit chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen, die unter einer Therapie mit schwachen Opioiden nicht zufriedenstellend behandelt sind, profitieren von einer Umstellung auf ein Buprenorphin-haltiges 7-Tage-Schmerzpflaster.