Seite 241
Editorial Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Lust auf Sonne?

Seite 245 -246
Medizin meets Pharmazie Petra Staubach und Caroline Mann, Mainz

Atopisches Ekzem – mehr als eine Hauterkrankung

Basiswissen

Mit zu den am häufigsten vorkommenden Hauterkrankungen in der täglichen Praxis zählt neben der Psoriasis vulgaris und Urtikaria das atopische Ekzem. Allen gemeinsam ist der Juckreiz und die Stigmatisierung durch die Hauterkrankung. Die Krankheitslast, definiert als das Ausmaß der Krankheitsaktivität und die Verminderung der Lebensqualität, ist außerordentlich hoch, nicht zuletzt bedingt durch den chronischen Schlafverlust aufgrund des Juckreizes, Komorbidität wie Depression und Angststörungen sowie andere Erkrankungen des atopischen Formenkreises wie allergische Rhinokonjunktivitis und allergisches Asthma bronchiale. Die Bereitschaft, an einer Neurodermitis zu erkranken, ist genetisch determiniert, das Ausmaß der Beschwerden differiert innerhalb der Familienmitglieder. Additiv führen externe Faktoren, sogenannte Trigger, zu einer Symptombeeinflussung.

English abstract

Atopic dermatitis – more than just a skin disease. Basics

Atopic dermatitis is one of the most common skin diseases beside psoriasis vulgaris and urticaria. Main symptom is the pruritus. The burden of disease (defined as the extent of disease activity and the reduction of quality of life) is very high, especially because of chronic sleep deprivation due to pruritus, comorbidity, such as depression and anxiety disorders, and other atopic diseases, such as rhinoconjunctivitis and asthma bronchiale.

Seite 247 -249
Medizin meets Pharmazie Petra Staubach und Caroline Mann, Mainz

Atopisches Ekzem – mehr als eine Hauterkrankung

Klinischer Verlauf und Diagnostik

Das atopische Ekzem ist eine häufige Hauterkrankung, die sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter auftreten kann. Bei Kindern stehen exsudative Effloreszenzen meist im Gesichts- und Halsbereich im Vordergrund. Bei Jugendlichen und Erwachsenen sind neben den Beugeseiten auch Hände und Füße befallen. Die Diagnose lässt sich anhand des klinischen Bilds und der Anamnese sicher stellen. Die Krankheitslast kann mithilfe verschiedener Scores ermittelt werden.

English abstract

Atopic dermatitis – more than just a skin disease. Clinical course and diagnostics

Atopic dermatitis is a common disease, which can occur in both child- and adulthood. Children have exudative efflorescences mostly in the facial or neck area. Adults are mostly affected in the flexures and on hands and feet. Disease activity may be determined by different scores.

Seite 250 -253
Medizin meets Pharmazie Petra Staubach und Caroline Mann, Mainz

Atopisches Ekzem – mehr als eine Hauterkrankung

Therapie

Zum Management des atopischen Ekzems stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Da es sich meist um eine leichte bis mittelschwere Form handelt, spielt die Lokaltherapie inklusive der Basistherapie für alle Patienten eine wesentliche Rolle, ergänzt durch eine Systemtherapie bei schweren Fällen. Patientenschulungen und/oder Ernährungsberatungen können hilfreich sein.

English abstract

Atopic dermatitis – more than just a skin disease. Therapy

Different tools are available for the management of atopic dermatitis. As in most cases patients suffer from a mild to moderate form, local therapy (including local daily basic therapy with fat and moisture-retaining externa) is crucial for the treatment of the disease. For severe forms of atopic dermatitis, systemic therapy is added to local therapy. Patient training and dietary consultation may be helpful.

Seite 254 -255
Medizin meets Pharmazie Petra Staubach und Caroline Mann, Mainz

Atopisches Ekzem – mehr als eine Hauterkrankung

Patientenfall

Ein Patient mit atopischer Dermatitis seit dem Kindesalter entwickelt im Laufe seines Lebens weitere Erkrankungen des atopischen Formenkreises, die mit einem schweren Verlauf der Erkrankung und massiver Beeinträchtigung der Lebensqualität einhergehen. Nach erfolgloser topischer Therapie erhält er zusätzlich Dupilumab. Darüber wird in dieser Kasuistik berichtet.

English abstract

Atopic dermatitis – more than just a skin disease. Case report

A male patient with atopic dermatitis since childhood and allergic asthma bronchiale was treated with both diverse topical therapy and phototherapy. Within the last seven years, he was hospitalized twice due to complications (widespread herpes simplex infection; severe exacerbations of the skin). Quality of life was massively affected due to pruritus and sleep deprivation. The scores to determine the burden of disease were 58.2 points on the SCORAD and 13 points on the EASI. In January 2018, after approval of the drug for severe atopic dermatitis, a therapy with dupilumab was initiated. Within three weeks after dupilumab therapy initiation an improvement of the skin condition could be recognized with reduction of the EASI to 10 points. Sleep deprivation and pruritus disappeared nearly completely. After 36 weeks, the EASI score was reduced to 5 points. Surprisingly the lichenification also decreased after 24 weeks and eventually disappeared completely. The patient also experienced an improvement of his asthma bronchiale symptoms. One year after dupilumab initiation, the patient is stable with local daily basic therapy and nearly symptom-free without additional therapy.

Seite 256
Medizin meets Pharmazie

Zusammenfassung: Atopisches Ekzem – mehr als eine Hauterkrankung

Alle Antworten auf einen Blick

Seite 257 -260
Übersicht Andreas Neu, Tübingen

Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen

Epidemiologie, Besonderheiten und aktuelle Therapieansätze

In Deutschland leben rund 32 000 Patienten unter 20 Jahren mit einem Diabetes mellitus Typ 1 [13]. Der Typ-2-Diabetes ist bei Heranwachsenden in Mitteleuropa vergleichsweise selten [12]. Damit stellt der Typ-1-Diabetes im Kindesalter die häufigere Stoffwechselerkrankung dar. Der Fokus dieses Übersichtsartikels liegt deshalb auf dem Typ-1-Diabetes. Da die Neuerkrankungsrate kontinuierlich steigt, sind Kenntnisse über die Besonderheiten des Typ-1-Diabetes im Kinder- und Jugendalter auch für diejenigen von Bedeutung, die nicht unmittelbar in die Betreuung involviert sind.

English abstract

Diabetes mellitus in children and adolescents

Type 1 diabetes is the most common metabolic disease in childhood and adolescence. Approximately 32 000 patients under 20 years of age are living in Germany. Type 2 diabetes mellitus in children and adolescents, however, is still a rare disease in Germany. As the incidence of type 1 diabetes rises continuously, it is important to know about signs and treatment in childhood.

Seite 261 -265
Übersicht Thomas Frieling, Krefeld

Das Burning-Mouth-Syndrom

Zungenbrennen beschreibt eine komplexe Beschwerdesymptomatik, die in der Literatur unter dem Begriff Burning-Mouth-Syndrom (BMS) geführt wird. Das heterogene Patientenkollektiv weist einen hohen Leidensdruck auf, auch weil die Patienten häufig nicht ernst genommen werden. Hierdurch entstehen hohe indirekte und direkte Kosten im Gesundheitssystem. Bei der primären Form wird heute eine periphere bzw. zentrale Neuropathie favorisiert. Ein sekundäres BMS kann mit verschiedenen endokrinologischen, gastrointestinalen, urogenitalen, neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen, Mundinfektionen, Zahnbehandlungen, Arzneistoffen, Vitamin- und Spurenelementmangel oder Nikotinabusus assoziiert sein. Die Therapie des BMS ist schwierig und individuell. Nach Ausschluss der sekundären Formen mit entsprechender spezifischer Therapie können unter dem Verdacht auf ein primäres BMS verschiedene Therapiekonzepte mit lokaler Therapie von Clonazepam oder Capsaicin oder systemisch mit Clonazepam sowie Gabapentin versucht werden. Hierbei gibt es zurzeit keinen Biomarker, der ein Therapiekonzept im Vorfeld favorisiert.

English abstract

Burning mouth syndrome

The burning tongue describes a phenomenon, which is known as burning mouth syndrome (BMS) in the literature. Patients often have high levels of psychological strain also because they are not taken seriously leading to high direct and indirect costs for the healthcare system. The primary BMS is due to a peripheral or central neuropathy. The secondary BMS can be associated with different endocrinologic, gastrointestinal, urogenital, neurologic or psychiatric disorders, oral infections, dental treatments, drugs, vitamin and micronutrient deficits or nicotine abuse. Therapy of BMS is difficult and individual. After exclusion of the secondary form with respective specific therapy, primary BMS may be treated by topical application of clonazepam or capsaicin or systemically with clonazepam or gabapentin. Currently, there is no biomarker that favors one therapy concept.

Seite 266
Fragen aus der Praxis

Blutdruckanstieg unter Sertralin?

Eine Patientin, die nach einem Schlaganfall aufgrund einer Depression Sertralin einnimmt, liest in der Packungsbeilage, dass es unter Sertralin zum Blutdruckanstieg kommen kann. Muss die Medikation geändert werden und gibt es relevante Unterschiede zwischen den Antidepessiva im Hinblick auf hypertensive Wirkungen?

Seite 267 -277
Referiert & kommentiert Dr. Dr. Tanja Neuvians, Ladenburg

Neurodermitis bei Kindern

Triamcinolon-Creme oder -Salbe: Was wirkt besser unter einem feuchten Wickel?

Bei akuten Neurodermitis-Schüben werden zur Behandlung des Ekzems meist topische Steroide eingesetzt. In der vorliegenden Studie wurde festgestellt, dass für das Behandlungsergebnis die Triamcinolon-Trägersubstanz (Creme oder Salbe) unter einem feuchten Wickel keine Rolle spielt, jedoch die subjektive Präferenz der Patienten bei der Salbe liegt.

Seite 267 -277
Referiert & kommentiert Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Grippeviren

Niedrige Luftfeuchtigkeit schwächt Immunabwehr

Trockene Luft beeinträchtigt die Abwehrfunktion der Schleimhäute in den oberen Atemwegen sowie das angeborene Immunsystem. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in privaten und öffentlichen Räumen könnte eine einfache, aber wirksame Methode sein, die Schwere der Grippesymptome und die Erholungszeit nach einer Infektion zu verringern.

Seite 267 -277
Referiert & kommentiert Dr. Jasmine Thibaut, Stuttgart

Psoriasis

Schwere Infektionen durch systemische Therapie

Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die häufig systemisch als Monotherapie behandelt wird. In den letzten zehn Jahren wurden einige neue Arzneimittel zugelassen. In der vorliegenden Studie wurden im Vergleich zu Methotrexat unter Apremilast, Etanercept und Ustekinumab niedrigere Raten an schweren Infektionen gefunden.

Seite 267 -277
Referiert & kommentiert Dr. Petra Jungmayr, Esslingen

Pädiatrische Onkologie

Vergleich kardialer Langzeittoxizitäten unterschiedlicher Zytostatika

Wie aus einer großen Kohortenstudie hervorgeht, unterscheiden sich die kardialen Langzeittoxizitäten unterschiedlicher Anthracycline. Im Vergleich zu Doxorubicin zeigte Daunorubicin die geringsten, Mitoxantron die häufigsten kardialen Spätschäden.

Seite 267 -277
Referiert & kommentiert Dr. Larissa Tetsch, Maisach

Chorea Huntington

Antisense-Oligonukleotid reduziert die Menge an Huntingtin

Die neurodegenerativen Symptome von Chorea Huntington entstehen durch ein fehlgefaltetes Huntingtin-Protein, das toxisch für Nervenzellen ist. Ursächlich ist ein defektes Gen, das einen stark verlängerten Abschnitt aus sich wiederholenden Trinukleotiden trägt. Die Krankheit ist fortschreitend und bislang nicht heilbar. Nun wurde erstmals erfolgreich ein Antisense-Oligonukleotid bei Menschen mit Chorea Huntington eingesetzt, um die Produktion von Huntingtin zu unterbinden.

Seite 267 -277
Referiert & kommentiert Dr. Maja M. Christ, Stuttgart

Schmerzmedizin

Cannabis bei neuropathischen Schmerzen wirksam

Im Bereich der medizinischen Cannabisprodukte herrscht Aufbruchsstimmung. Auf dem 30. Deutschen Schmerz- und Palliativtag Anfang März 2019 in Frankfurt wurde in vielen Vorträgen über Cannabinoide in der Schmerzmedizin referiert. Ein bestehendes Problem, das im Symposium „Cannabis als Medizin – Evidenz oder Eminenz?“ diskutiert wurde, ist die fehlende Evidenz aus klinischen Studien. Evidenz besteht demnach derzeit nur für ein Fertigarzneimittel.

Seite 267 -277
Referiert & kommentiert Dr. Sabine Fischer, Stuttgart

Obstruktive Schlafapnoe

Postoperativ erhöhtes kardiovaskuläres Risiko durch Atemaussetzer

Eine unerkannte obstruktive Schlafapnoe erhöht in der Durchschnittsbevölkerung das kardiovaskuläre Risiko. In einer prospektiven Kohortenstudie konnte nun gezeigt werden, dass nach einer Operation ebenfalls ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse im Zusammenhang mit unerkannter schwerwiegender Schlafapnoe besteht.

Seite 267 -277
Referiert & kommentiert Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Zwei Teelöffel Honig nach dem Verschlucken einer Knopfzelle