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Editorial Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Eine Tasse Kaffee?

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Ernährungsforum Alexander Ströhle, Andreas Hahn, Hannover, und Maike Wolters, Bremen

Ernährung bei Gicht

Prävention und Therapie

Die Gicht (Arthritis urica) zählt zu den rheumatischen Erkrankungen und ist eine der häufigsten entzündlichen Arthropathien in den Industrie- und Schwellenländern. Sie ist eng assoziiert mit dem metabolischen Syndrom und Folge eines langfristigen Ungleichgewichts zwischen Harnsäurebildung und -ausscheidung (Hyperurikämie), verbunden mit einer Überschreitung des Harnsäure-Löslichkeitsprodukts und dem Ausfall von Natriumuratkristallen in den Gelenken. Zu den wichtigsten nichtmodifizierbaren Risikofaktoren für eine Hyperurikämie zählen Genetik, insbesondere Polymorphismen der tubulären Urattransporter, höheres Lebensalter und männliches Geschlecht. Die Ernährung als modifizierbarer Risikofaktor bestimmt die Serumharnsäurespiegel sowohl auf direkte Weise, indem sie unter anderem durch aufgenommene Purinbasen die Harnsäurebildung beeinflusst, als auch indirekt über Körpergewicht und Körperzusammensetzung (BMI; Bauchumfang) sowie den Insulinstoffwechsel. Risikosteigernd wirken (viszerales) Übergewicht, der Konsum einer „Western Diet“ mit einem hohen Anteil an Wurstwaren und rotem Fleisch, der (hyperenergetische) Konsum von saccharose- und fruktosehaltigen Softdrinks sowie die Zufuhr von alkoholischen Getränken, insbesondere in Form von Bier. Protektiv wirken Kaffee und Milchprodukte aufgrund ihrer urikosurischen Wirkung. Die früher übliche einseitige „purinzentrierte“ Ernährungstherapie der Hyperurikämie in Form der (streng) purinarmen Kost ist weitgehend obsolet. An ihre Stelle getreten sind Ernährungsmuster nach dem DASH-Prinzip, für die in randomisierten Interventionsstudien ein Abfall des Harnsäurespiegels und eine Verbesserung des kardiometabolischen Risikoprofils belegt sind.

English abstract

Diet for gout: prevention and therapy. An update

Gout (arthritis urica) is one of the most common inflammatory arthropathies in industrialized and emerging countries. It is closely associated with metabolic syndrome (MetS) and is a consequence of a long-term imbalance between uric acid formation and excretion (hyperuricemia). As a result, the solubility product of uric acid is exceeded and monosodium urate (MSU) crystals precipitate within tissues. Major nonmodifiable risk factors for hyperuricemia include genetics, particularly polymorphisms of tubular urate transporters, older age, and male sex. Diet as a modifiable risk factor determines serum uric acid levels both in a direct way, by influencing uric acid formation and renal uric acid excretion, and indirectly through body weight and body composition (BMI; waist circumference) and insulin homeostasis. Risk is increased by (visceral) overweight, consumption of a "Western Diet" with a high proportion of sausages and red meat, (hypercaloric) consumption of soft drinks containing sugar and fructose, and intake of alcoholic beverages, especially beer. Coffee and dairy products are protective due to their uricosuric effect. The one-sided "purine-centered" nutritional therapy of hyperuricemia in the form of the (strictly) low-purine diet is largely obsolete. It has been replaced by dietary patterns based on the DASH principle, which have been shown in randomized intervention studies to reduce uric acid levels and improve the cardiometabolic risk profile.

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Übersicht Benedikt Hofauer, München, und Boris A. Stuck, Marburg

Obstruktive Schlafapnoe

Therapie und Diagnostik

Bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) handelt es sich um eine schlafbezogene Atmungsstörung, die sich störend auf den Schlaf auswirkt und folglich seine Erholungsfunktion und die Lebensqualität der betroffenen Patienten beeinträchtigt. Zusätzlich stellt die OSA einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Folgeerkrankungen dar. Empfehlungen zur Diagnostik und zur Therapie der OSA finden sich in der Leitlinie „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“. Unter Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse wurden die Empfehlungen zur klinischen Untersuchung und zum Einsatz von Polygraphie, Polysomnographie und dem Monitoring für schlafbezogene Atmungsstörungen mit reduzierten Systemen aktualisiert. In der Therapie der obstruktiven Schlafapnoe wurden die Empfehlungen zur Lagetherapie und zu chirurgischen Therapieverfahren aktualisiert, während die übrigen Empfehlungen weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Diese modifizierten Empfehlungen wurden nun in einer aktualisierten Form der Leitlinie publiziert.

English abstract

Obstructive sleep apnea – Diagnostics and therapy

Obstructive sleep apnea (OSA) is a sleep-related breathing disorder that has a disruptive effect on sleep and consequently affects its recovery function and the quality of life of the affected patients. If untreated, it further represents a risk factor for cardiovascular diseases. Recommendations for the diagnosis and treatment of OSA can be found in the guideline "Sleep-related breathing disorders in adults". Taking new scientific findings into account, the recommendations for clinical examination and the use of home sleep testing and polysomnography for sleep-related breathing disorders have been updated. In the treatment of OSA, the recommendations for positional therapy and surgical therapy have been updated, while the other recommendations remain valid. These modified recommendations have now been published in an updated version of the guideline.

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Bericht Solvejg Langer, Stuttgart

Kongress für Arzneimittelinformation goes virtual

In diesem Jahr ist alles anders: Auch der 7. Kongress für Arzneimittelinformation, der am 6. Februar 2021 stattfand, musste der Pandemie geschuldet ins Netz ausweichen. Statt wie gewohnt in Köln zusammenzukommen, trafen sich 418 Teilnehmer virtuell zu Vorträgen, Workshops und kollegialem Austausch.

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Bücherforum Yvonne Pudritz, München

Offline-Hilfe für die Arzneimittelinformation und Beratung

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Fragen aus der Praxis

Webinar „HIV-Selbsttest“

Fragen aus der Praxis beim MMP-Webinar

Am 2. Februar 2021 fand das Webinar „HIV-Selbsttest“ statt. Referentin war Apothekerin Dr. Verena Stahl. Sie erläuterte wichtige Aspekte in der Beratung von Kunden, die aufgrund eines HIV-Selbsttests in die Apotheke kommen und stellte auch zwei Tests und deren Anwendung vor. Während und nach der Veranstaltung wurden zahlreiche Fragen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten.

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Referiert & kommentiert Dr. Miriam Sonnet, Rheinstetten

Bluthochdrucktherapie bei stationären Patienten

Gefahr für Niere und Herz

Patienten, die im Krankenhaus liegen, leiden häufig unter einem hohen Blutdruck. Dass dieser aber nur vorsichtig behandelt werden sollte, demonstrieren jetzt amerikanische Forscher. So hatten Betroffene, die im Krankenhaus eine Therapie gegen Bluthochdruck erhielten, ein höheres Risiko für Nieren- und myokardiale Schäden.

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Referiert & kommentiert Dr. Matthias Desch, Kogl, Österreich

Appendizitis

Perorales Moxifloxacin bei akuter unkomplizierter Appendizitis

Eine Therapie mit oralem Moxifloxacin über einen Zeitraum von sieben Tagen kann den Krankenhausaufenthalt und eine wiederkehrende Appendizitis über einen Beobachtungszeitraum von einem Jahr reduzieren. In Zeiten der Corona-Pandemie kann dieses Therapieverfahren helfen, wertvolle medizinische Ressourcen einzusparen.

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Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Nebenwirkungen von Protonenpumpeninhibitoren

Erhöhtes Asthmarisiko durch PPI bei Kindern

Protonenpumpenhemmer (PPI) sollten Kindern nur bei eindeutiger Indikation und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden. Diese Empfehlung geben die Autoren einer epidemiologischen Untersuchung, die den Zusammenhang zwischen der Anwendung von PPI und dem Asthmarisiko untersucht hat. Die Analyse zeigte, dass die Einnahme von einzelnen PPI mit einer signifikant erhöhten Asthma-Inzidenz assoziiert war.

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Referiert & kommentiert Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Gastrointestinale Blutungen

Keine Reduktion der Todesfälle durch Tranexamsäure

Tranexamsäure ist für die Behandlung gastrointestinaler Blutungen zugelassen. Jedoch ist die Evidenz für die Wirksamkeit nicht besonders hoch. Eine große Studie mit über 12 000 Patienten sollte hier Klarheit bringen.
Mit einem Kommentar von Prof. Dr. Martin Storr, Starnberg