Editorial Heike Oberpichler-Schwenk

Vitamine und Mineralstoffe – Supplementierung mit Maß

Übersicht Martin Storr, München

Helicobacter pylori – Update 2013

Helicobacter pylori ist eine bedeutende Ursache bei der Pathogenese des peptischen Ulkus, des Adenokarzinoms des Magens, des Magenlymphoms und der autoimmunen Gastritis. Der Besiedelung des Magens mit Helicobacter pylori wird auch eine wesentliche Rolle bei der symptomatischen Dyspepsie zugeschrieben. Für Diagnostik und Therapie der Helicobacter-pylori-Infektion gibt es eine Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) [1] und eine Konsensus-Empfehlung der europäischen Helicobacter Study Group (Maastricht-Konsensus) [2], die in regelmäßigen Abständen an die aktuelle Situation angepasst werden. Die kürzliche Zulassung eines neuen Helicobacter-pylori-Eradikationsregimes in Deutschland bietet Anlass, den aktuellen Stand der Helicobacter-pylori-Diagnostik und -Therapie zusammenzufassen.

English abstract

Helicobacter pylori – update 2013

Helicobacter pylori has an important role in the pathogenesis of peptic ulcer, adenocarcinoma of the stomach, lymphoma of the stomach and autoimmune gastritis. Furthermore Helicobacter pylori is involved in the development of symptoms in patients with dyspepsia. Guidelines of the German Society of Digestive Diseases (DGVS) and recommendations of the European Helicobacter Study Group (Maastricht-Consensus) exist for the diagnosis and treatment of Helicobacter pylori and were recently published in updated versions. The German approval and introduction of a new quadrupel eradication therapy for Helicobacter pylori infections is a good occasion to outline and discuss the current state of the art of diagnosis and treatment of Helicobacter pylori in Germany.

Ernährungsforum Alexander Ströhle und Andreas Hahn, Hannover

Nährstoffsupplemente – Möglichkeiten und Grenzen

Teil 1: Von den rechtlichen Rahmenbedingungen zur Ergänzungsfunktion

Dieser einführende 1. Teil der Beitragsreihe befasst sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der allgemeinen ernährungsphysiologischen Bedeutung von Mikronährstoffsupplementen. Geklärt werden soll zunächst die Frage, ob der Einsatz von Ergänzungspräparaten für die Allgemeinbevölkerung sinnvoll ist.

English abstract

Nutrient supplements – possibilities and limitations. Part 1: From the regulatory framework to supplementary function

The consumption of micronutrient-supplements by the general public has become widespread; between 25 and more than 40% of individuals questioned in western developed nations confirm to regularly consume such products. In principle, there are two product categories for micronutrient-supplements – medicinal products (drugs) and foodstuffs. The latter are marketed as food supplements (FS) and dietary foodstuffs for particular nutritional uses including foods for special medical purposes (FSMP). FS serve the general supplementation of any consumer whilst foodstuffs for particular nutritional uses are directed at consumers with special dietary requirements; FSMP are intended for the dietary management of patients. There are clearly defined legal frameworks for those product categories. Independently of their legal product status, six areas of application can be characterised for micronutrient-supplements: general and special supplementation, primary prevention, compensation of disease-related deficits, therapeutic function and containment of diseases or avoidance of subsequent damages (secondary and tertiary function). Gauged with the mean-intake, micro nutrient supply in Germany is sufficient (exception: folic acid and vitamin D; partially also iodine). However, the intake of vitamins E, C, B1 und B2 as well as the minerals calcium, magnesium, zinc and iodine could be improved in 20–50% of the general public. Micro nutrient preparations in physiological dose could contribute to closing this gap in supply.

Bericht Egid Strehl, Freiburg

Depression: Was wissen wir heute und wohin geht die Reise?

Eine personalisierte Pharmakotherapie basierend auf pharmakogenetischen Daten nährt die Erwartung, die Behandlungserfolge bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen einschließlich der Depression deutlich steigern zu können. Wenn die vorhandenen Daten von Genomics, Proteomics, Metabolomics, neuronaler Bildgebung und Neuroendokrinologie zusammengeführt werden, könnte das in naher Zukunft zu einer erfolgreichen personalisierten Depressionsbehandlung führen, die auf Genotypen und Biomarkern aufbaut. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Grundlagen- und klinischer Forschung wird hierbei unverzichtbar sein. Auf einer Veranstaltung anlässlich der Verleihung des Robert-Pfleger-Forschungspreises 2012 an Professor Florian Holsboer hat dieser verschiedene Forschungsansätze für eine personalisierte Depressionsbehandlung vorgestellt.

English abstract

Depression: What do we know today and where does the journey lead?

Personalized pharmacotherapy based on pharmacogenetic data tends to improve therapeutic outcome in neurological and mental diseases including depression. Combination of available data from genomics, proteomics, metabolomics, neuroimaging and neuroendocrinology would lead to a successful personalized therapy of depression in the near future, which is based on genotypes and biomarkers. Close collaboration between basic and clinical research is indispensable. Different research approaches for a personalized therapy of depression were introduced within the framework of the Robert Pfleger research award 2012.

Fragen aus der Praxis

Schwitzen unter Polymedikation mit Tramadol, Amitriptylin und Duloxetin?

Eine Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe stellt die folgende Frage an ATIS: „Kann das bei meiner Patientin neu aufgetretene massive Schwitzen mit der Medikation bestehend aus Amitriptylin, Duloxetin, Bisoprolol, Hydrochlorothiazid, Norgestimat/Ethinylestradiol, Omeprazol, Ibuprofen und dem seit kurzem verordneten Tramadol zusammenhängen?“

Referiert & kommentiert Simone Reisdorf, Erfurt

Osteoklasten

Nur bei der Knochenresorption bremsen

Odanacatib, ein neuartiges Antiresorptivum, befindet sich derzeit in Phase III der klinischen Prüfung. In einer Phase-IIb-Studie und deren Extensionsstudie über insgesamt fünf Jahre hat sich ein signifikanter Anstieg der Knochendichte sowie ein günstiger Einfluss von Odanacatib auf die Marker des Knochenumbaus gezeigt.

Referiert & kommentiert Simone Reisdorf, Erfurt

Terminale Niereninsuffizienz

Pulverförmiger Phosphatbinder für geringere Tablettenlast

Dialysepatienten sollen ihre Phosphatbeladung mindern, ohne auf Protein zu verzichten. Sie benötigen deshalb eine medikamentöse Hemmung der Phosphatresorption. Die neue, pulverförmige Darreichungsform eines geschmacksneutralen Lanthan-basierten Phospatbinders kann den Alltag der Patienten erleichtern und ihre Therapieadhärenz steigern.

Referiert & kommentiert Rosemarie Ziegler, Albershausen

Kutane Leishmaniose

Paromomycin-Salbe heilt Geschwüre durch Leishmania major

Die ulzerösen Hautläsionen infolge einer Leishmanien-Infektion lassen sich durch topisch angewandtes Paromomycin mit und ohne Gentamicin wirksam behandeln. Dies belegen die Ergebnisse einer tunesisch-amerikanischen Studie der Phase III.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Psoriasis

Behandlungserfolge mit Apremilast

Bei Patienten mit moderater oder schwerer Plaque-Psoriasis erwies sich der orale Phosphodiesterase-4-Hemmer Apremilast in einer Dosierung von zweimal täglich 20 oder 30 mg als wirksam und sicher. So die Ergebnisse einer Phase-IIb-Studie mit 352 Patienten.

Referiert & kommentiert Helga Vollmer, M. A., München

Renale Denervierung

Wenn die medikamentöse Hochdrucktherapie an Grenzen stößt

Knapp ein Drittel der Hypertoniker erzielt nicht die gewünschte Senkung des Bluthochdrucks, obwohl die Patienten drei oder mehr Medikamente einnehmen. Eine Erfolg versprechende Möglichkeit, ihren Bluthochdruck zu behandeln, ist die renale Denervierung.

Referiert & kommentiert Reimund Freye, Baden-Baden

Asthma bronchiale und COPD

Know-how der inhalativen Therapie vermitteln

Die Inhalationstherapie gilt nach wie vor als die wichtigste Behandlungsform bei allen obstruktiven Atemwegserkrankungen. Dies zeigte sich erneut auf einem von Teva unterstützten Symposium beim aktuellen Pneumologiekongress in Hannover. Doch gerade bei der Deposition des Wirkstoffs bis hinein in die kleinen Atemwege kommen zahlreiche Fehler zum Tragen. Der richtige Inhalator ist hierbei ebenso wichtig wie die richtige Inhalationstechnik des Patienten.

Referiert & kommentiert Rosemarie Ziegler, Albershausen

Neurophysiologie

Fructose und Glucose rufen unterschiedliche Reaktionen im Gehirn hervor

Der Verzehr von Glucose wirkt stärker sättigend als der von Fructose. Amerikanische Endokrinologen haben dies jetzt mit Kernspinbildern nachgewiesen, die indirekt zeigen, dass die hypothalamische Aktivität nach Aufnahme von Glucose, jedoch nicht von Fructose, reduziert wird.

Referiert & kommentiert Reimund Freye, Baden-Baden

Idiopathisches Parkinson-Syndrom

Tiefe Hirnstimulation früher einsetzen

Bislang galt die tiefe Hirnstimulation (THS) beim idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPS) – wenn auch mit höchster Evidenz – als Therapieoption in einem sehr späten Stadium der Erkrankung. Nun hat eine Arbeitsgruppe um den Kieler Parkinson-Forscher Prof. Dr. med. Günther Deuschl nachgewiesen, dass ein deutlich früherer Einsatz der THS einen anhaltenden Benefit für den Patienten erbringt.

Referiert & kommentiert Reimund Freye, Baden-Baden

Nichtmotorische Störungen der Parkinson-Erkrankung

Verschiedene dopaminerge Schleifen betroffen

Die nichtmotorischen Störungen (NMS) des idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS) tragen erheblich zur Minderung der Lebensqualität der Patienten bei. Außerdem kann eine Gastroparese dazu führen, dass orale dopaminerge Arzneistoffe ungenügend resorbiert werden. Experten diskutierten auf dem aktuellen Parkinsonkongress in Würzburg die spezifische Problematik der NMS sowie einige Lösungsmöglichkeiten. Da es sich bei Parkinson-Patienten zumeist um eine ältere Klientel handelt, sind etwa beim Auftreten von Psychosen unterschiedliche Ätiologien ins Auge zu fassen und dementsprechend zu behandeln.