Seite 79
Editorial Dr. Tanja Saußele

Wenn Frau ins Schwitzen kommt

Seite 82 -90
Übersicht Nina Rogenhofer und Johanna Becker, München

Therapieoptionen bei Wechseljahresbeschwerden

Der Begriff Wechseljahresbeschwerden beinhaltet eine Reihe von psychovegetativen Symptomen während der perimenopausalen Umstellungsphase. Hierzu zählen hauptsächlich Hitzewallungen, Nervosität, depressive Verstimmung, Müdigkeit, Kopfschmerz, Gewichtszunahme sowie Schlafstörungen. Etwa 85 % aller Frauen klagen in dieser Lebensphase über derartige Beschwerden. Im folgenden Artikel sollen mögliche Therapieoptionen mit ihren Risiken dargelegt werden.

English abstract

Menopausal discomfort

About 85 percent of all perimenopausal women suffer from menopausal symptoms. These are primarily psychovegetative disorders, due to the age-related hormone deficiency. In many cases, menopausal symptoms require a treatment. Hormone therapy is the most effective and well documented option. Advantages (i.e. bone health, incidence of colon carcinoma), but also disadvantages and risks must be taken into account when discussing hormonal therapy with the patients. Lately, some herbal medicines have been approved for the treatment of menopausal symptoms. Since the effectiveness could be demonstrated in studies, they are mentioned as alternative treatments in guidelines (e.g. Cimicifuga racemosa, St. John’s wort). However, interactions and side effects also have to be observed.

Seite 93 -101
Übersicht Ingo Stock, Bonn

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine multisystemische Erkrankung, die sich durch unspezifische Symptome und schwere neurologische Krankheitsbilder wie Meningitiden und Enzephalitiden zeigen kann. Sie wird durch ein Flavivirus (FSME-Virus) verursacht und vornehmlich durch Zecken auf den Menschen übertragen. FSME kommt in Deutschland vor allem in Bayern und Baden-Württemberg vor. Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland die bislang höchste Zahl an FSME-Fällen gemeldet. Da es für die Behandlung der FSME keine spezifische Therapie gibt, ist die Krankheitsprophylaxe besonders bedeutsam. In FSME-Risikogebieten bietet die aktive Immunisierung mit inaktivierten FSME-Viren, für die wirksame und sichere Impfstoffe zur Verfügung stehen, den wichtigsten Schutz.

English abstract

Tick-borne encephalitis

Tick-borne encephalitis (TBE) is a multisystemic disease showing unspecific symptoms and severe neurological disorders such as meningitis and encephalitis. It is caused by a flavivirus (TBE virus) and is mainly transmitted to humans by ticks. In Germany, nearly 90 % of all TBE cases occur in Bavaria and Baden-Württemberg. In 2020, the highest number of TBE cases to date was reported in Germany. Since there is no specific therapy for the treatment of TBE, disease prophylaxis is particularly important. In TBE risk areas, active immunization with inactivated TBE viruses, for which effective and safe vaccines are available, offers the most important protection strategy.

Seite 103 -108
Übersicht Karen Hilss, Saskia Pfaff, Anneliese Werner und Niels Eckstein, Kaiserslautern

Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz

Keine Macht den (neuen) Drogen? Eine Bestandsaufnahme

Die Welle der Drogenneuerscheinungen scheint unaufhaltsam, doch das NpSG (Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz) sagt den Legal Highs den Kampf an. Ende des Jahres 2016 wurde das NpSG (vollständig: Gesetz zur Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe) final beratschlagt. Am 26.11.2016 trat es in Kraft. Damit begann eine neue Ära in der Regulatorik psychoaktiver Substanzen in Deutschland. Mit dem NpSG trat erstmals eine chemisch definierte Regulatorik ganzer Stoffklassen in Kraft. Das NpSG unterscheidet sich somit substanziell vom deutlich älteren Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Trotz des weitreichenden und durchschlagenden Erfolgs der neuen Gesetzgebung durch das NpSG sind viele Apotheker noch nicht tiefergehend mit dem NpSG vertraut. Der folgende Artikel befasst sich mit den Unterschieden und Parallelen zwischen BtMG und NpSG.

English abstract

The New-psychoactive-Substances-Act – No power on the (new) drugs? An inventory

The wave of new drug releases seems unstoppable, but the NpSG is declaring war on legal highs. At the end of 2016, the New Psychoactive Substances Act (NpSG, complete: Act to combat the spread of new psychoactive substances) was finally discussed. It came into force on November 26, 2016. This marked the beginning of a new era in the regulation of psychoactive substances in Germany. With the NpSG, chemically defined regulations for entire substance classes came into force for the first time. The NpSG thus differs substantially from the much older Narcotics Act (BtMG). Despite the far-reaching and resounding success of the new legislation through the NpSG, many pharmacists are not yet fully familiar with the NpSG. The following article deals with the differences and parallels between BtMG and NpSG.

Seite 109
Bücherforum Ingo Stock, Bonn

Ein Meer aus blauen Murmeln

Seite 110 -115
Referiert & kommentiert Dr. Matthias Desch, Kogl, Österreich

Akne vulgaris

Spironolacton zur Behandlung von Akne vulgaris bei heranwachsenden, weiblichen Patienten

Spironolacton kann erfolgreich zur Behandlung einer Akne vulgaris bei heranwachsenden Mädchen eingesetzt werden. Dies zeigten die Ergebnisse von 80 Patientinnen der Mayo-Klinik, Rochester, Minnesota, die im Rahmen einer retrospektiven Fallsammlung im Journal of Pediatric Dermatology veröffentlicht wurden.

Seite 110 -115
Referiert & kommentiert Simone Reisdorf, Erfurt

Netzwerk-Metaanalyse

Lidocain wirksamste topische Therapie bei postherpetischer Neuralgie?

Patienten mit Post-Zoster-Neuralgie sind in der Regel älter als 50 Jahre und vertragen systemische Schmerztherapien oftmals nicht gut – oder es bestehen Kontraindikationen. Deshalb werden häufig topische Analgetika eingesetzt. In eine Netzwerk-Metaanalyse wurden zwölf klinische Studien mit sechs verschiedenen topischen Analgetika eingeschlossen. Am effektivsten war hier topisches Lidocain, und hinsichtlich der Verträglichkeit stand es an dritter Stelle der sechs Kandidaten.

Seite 110 -115
Referiert & kommentiert Dr. Petra Jungmayr, Esslingen

Onkologische Studien

Ältere Patienten sind unterrepräsentiert

Obwohl vornehmlich ältere Menschen an Krebs erkranken und die Anzahl betagter Tumorpatienten steigt, sind Senioren in onkologischen Studien unterrepräsentiert. Einem US-amerikanischen Review zufolge gibt es vielfältige Barrieren, die ältere Patienten von einer Studienteilnahme abhalten. Um dem abzuhelfen, muss die derzeitige Forschungsinfrastruktur geändert werden. Die Autoren des Reviews, Wissenschaftler der City of Hope, einem renommierten Krebszentrum in Kalifornien, machten sich hierzu Gedanken und formulierten einige Empfehlungen.

Seite 110 -115
Referiert & kommentiert Solvejg Langer, Stuttgart

Kontrazeption

Levonorgestrel-Spirale zur Notfallverhütung

Als Spirale zur Notfallverhütung ist in Deutschland nur die Variante aus Kupfer zugelassen. Eine aktuelle Studie zeigt aber, dass die Hormonspirale eine mögliche Alternative sein könnte.

Seite 110 -115
Referiert & kommentiert Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Krebs durch die Geburt