Seite 279
Editorial Dr. Jasmine Naun, Stuttgart

Früh agieren zahlt sich aus

Seite 282 -291
Übersicht Stefanie Nöpel-Dünnebacke, Anna-Lena Kraeft, Céline Lugnier, Andrea Tannapfel und Anke Reinacher-Schick, Bochum

Behandlungsstrategien beim kolorektalen Karzinom (KRK)

Stellenwert klinischer und molekularer Marker bei der Therapiekonzeption

Das KRK ist keine einheitliche Erkrankung. Es umfasst Tumoren mit unterschiedlicher Morphologie, Molekulargenetik und Prognose. Den Patienten mit KRK sollten präzisionsonkologische Behandlungsansätze, die auf molekulare und klinische Kriterien abzustimmen sind, ermöglicht werden. Aktuell erfolgt die Therapie der Erkrankung vor allem in Abhängigkeit vom klinischen Stadium nach der UICC-Klassifikation. Molekulare Marker werden zur Bewertung der Prognose, aber auch bei der Auswahl von möglichst effektiven Therapien, bzw. deren Sequenz, genutzt. Eine Vielzahl an Zielstrukturen für präzisionsonkologische Ansätze werden in Studien überprüft bzw. sind bereits in der klinischen Anwendung. Hierzu zählen unter anderem die hochgradige Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H), die Mutation der Gene BRAF und RAS oder der Nachweis zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) im Blut.

English abstract

Therapy options for colorectal cancer

In patients with colorectal cancer (CRC) clinical and molecular criteria are relevant for optimizing treatment strategies, preferably in an interdisciplinary setting. After resection of stage II and III CRC a possible benefit of adjuvant treatment should be evaluated. Whereas the indication for adjuvant treatment in stage III patients is clear the decision in stage II patients depends on clinical risk factors. Defective mismatch repair or high microsatellite instability (MSI-H) should be tested before considering chemotherapy in stage II colon cancer and disqualifies for adjuvant therapy. Furthermore, factors which increase the risk of toxicity by treatment such as relevant deficiency in dihydropyrimidine dehydrogenase (DPD) function should be assessed. Advanced oligometastatic disease also holds a potential for curative treatment options. In the palliative setting molecular characteristics of the tumor must be considered in order to optimize treatment. Biomarker driven treatment strategies in stages II–IV are currently evaluated in clinical trials.

Seite 292
Bücherforum Dennis A. Effertz, Freiburg

Ein Standardwerk für (fast) alle Fälle

Seite 295 -300
Übersicht Mariya Kronlage und Christian Erbel, Heidelberg

Varikosis

Die Krampfader und das Leiden der Patienten

Die Varikosis (Krampfadererkrankung) ist eine Volkserkrankung. Die Beeinträchtigung durch die Venenschwäche und der Verlauf der Erkrankung weisen ein sehr breites Spektrum auf. Viele Patienten haben trotz der Erkrankung keine oder nur wenige Beschwerden und andere Patienten leiden über Monate und Jahre an offenen Wunden und deren Komplikationen. Die Entwicklung der Erkrankung ist ein meist langsam progredienter Verlauf. Die Diagnostik beruht vornehmlich auf der klinischen Untersuchung und der Farbduplexsonographie. Die Behandlung der chronisch- venösen Insuffizienz (CVI) besteht aus Kompression, physikalischen Maßnahmen und Bewegung. Bei fehlender bzw. unzureichender Verbesserung der Beschwerden ist eine operative Exstirpation der Vene oder ein minimal-invasiver Verschluss des krankhaften Gefäßes zur Verbesserung der Symptome möglich.

English abstract

Varicosis and its morbidity

Varicosis is an national illnesses of every generation. The morbidity caused by chronic venous insufficiency presents a wide range of severity. The progress is slow. Clinical inspection and ultrasound are elementary for the diagnostic of the venous disease. The treatment includes compression stockings, exercise and lymph drainage. If the regression of the symptoms due to the standard of care treatment is insufficient minimal-invasive and surgical methods are effective options to treat varicose veins.

Seite 301
Seite 302 -306
Medikationsmanagement Dirk Keiner, Weimar

AMTS-Risikoprofil Amiodaron

Amiodaron ist immer noch das am häufigsten eingesetzte rhythmuskontrollierende Antiarrhythmikum bei Herzrhythmusstörungen sowohl der Vorhöfe (supraventrikuläre Rhythmusstörungen) als auch der Herzkammer (ventrikuläre Herzrhythmusstörungen). Als Klasse-III-Antiarrhythmikum hemmt es spannungsabhängige Kaliumkanäle im Myokardgewebe und verlängert so selektiv die Repolarisationsdauer und Refraktärzeit des Aktionspotenzials. Die dosisabhängige, nicht-kompetitive Hemmung adrenerger Aktivitäten führt zu einer koronar- und gefäßerweiternden Wirkung.

English abstract

Risk pyramid amiodarone

Amiodarone is still the most frequently used rhythm-controlling antiarrhythmic for cardiac arrhythmias in both the atria (supraventricular arrhythmias) and the ventricle (ventricular arrhythmias). As a class III antiarrhythmic, it inhibits voltage-dependent potassium channels in the myocardial tissue and thus selectively extends the repolarization and refractory period of the action potential. The dose-dependent, non-competitive inhibition of adrenergic activities leads to a coronary and vasodilating effect. The different management risks are represented using the drug risk pyramid.

Seite 307 -308
Fragen aus der Praxis

Webinar „Demenz“

Fragen aus der Praxis zum MMP-Webinar

Am 7. Juni 2021 fand das MMP-Webinar „Demenz – Risikofaktoren und Behandlung“ statt. Referent war Prof. Dr. Hans Förstl, Arzt für Neurologie und Psychiatrie und ehemaliger Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am TUM Klinikum rechts der Isar. Vor und während der Veranstaltung wurden zahlreiche Fragen gestellt. Lesen Sie hier einige Antworten.

Seite 309 -317
Referiert & kommentiert Dr. Sabine Fischer, Stuttgart

Kardiovaskuläre Ereignisse

Blutdrucksenkung zur Prävention – eine Metaanalyse

Bei Risikopatienten kann eine pharmakologische Blutdrucksenkung das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse positiv beeinflussen. Gilt dies auch für Menschen ohne kardiovaskuläre Ereignisse in der Vorgeschichte? Und wie sieht es aus, wenn die Ausgangswerte im Normbereich bzw. nahe darüber liegen? Die vorliegende Metaanalyse geht diesen Fragen nach.

Seite 309 -317
Referiert & kommentiert Saskia Fechte, Stuttgart

Topische Glucocorticoide

Kein erhöhtes Risiko in der Schwangerschaft

Die Anwendung von topischen Glucocorticoiden ist auch bei schwangeren Frauen üblich. Vereinzelte Berichte erwähnen einen Zusammenhang mit einer eingeschränkten Größenentwicklung des Neugeborenen und einem niedrigen Geburtsgewicht. Eine großangelegte Kohortenstudie aus Dänemark fand jedoch keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko und stuft die Anwendung selbst bei größeren Mengen starker bis sehr starker Wirkstoffklassen als unbedenklich ein.

Seite 309 -317
Referiert & kommentiert Dr. Stefan Fischer, Stuttgart

Schizophrenie

Langwirksame Depotpräparate im Vergleich mit oralen Antipsychotika

Der Vorteil von langwirksamen Depotantipsychotika in der Rezidivprophylaxe der Schizophrenie ist umstritten. Eine aktuelle Metaanalyse wertete nun auch die neu hinzugekommene Literatur aus und könnte Hinweise für die klinische Praxis liefern.

Seite 309 -317
Referiert & kommentiert Dr. Larissa Tetsch, Maisach

Asthma bronchiale

Addition von Muskarin-Antagonisten bei schwerem Asthma

Schwere Exazerbationen sind für Asthma-Patienten eine große Belastung. Zur Behandlung wird eine inhalative Zweifachtherapie aus Glucocorticoiden und langwirksamen Beta2-Agonisten eingesetzt. Ob darüber hinaus die Gabe von langwirksamen Muskarin-Antagonisten helfen kann, ist unklar. Eine Metaanalyse von 20 klinischen Studien an Kindern und Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem Asthma hat nun den Nutzen und die Sicherheit der Dreifachtherapie im Vergleich zur Zweifachtherapie evaluiert. Sie zeigte, dass der Einsatz von antimuskarinergen Wirkstoffen das Risiko für Exazerbationen verringert, jedoch nur geringen Einfluss auf die Symptome und keinen Einfluss auf Lebensqualität und Mortalität ausübt.

Seite 309 -317
Referiert & kommentiert Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Antibiotika-Forschung

Vielversprechender Wirkungsmechanismus von Darobactin

Schweizer Wissenschaftler haben einen neuen Wirkungsmechanismus für Antibiotika gegen gramnegative Bakterien entdeckt.

Seite 309 -317
Referiert & kommentiert Alexandra von Marschall, Beaumont de Pertuis

Epilepsie

Vor- und Nachteile eines sofortigen Therapiebeginns nach einem ersten epileptischen Anfall

Ein sofortiger Therapiebeginn mit Antikonvulsiva nach einem ersten epileptischen Anfall reduziert das Rückfallrisiko nach einem und auch fünf Jahren, ist aber mit einem höheren Risiko für unerwünsche Arzneimittelwirkungen verbunden. Das ergab ein Update eines Cochrane-Reviews.

Seite 309 -317
Referiert & kommentiert Dr. med. Peter Stiefelhagen, Starnberg

Sekundärprävention nach ischämischem Insult/TIA

Duale Plättchenhemmung ist effektiver als Monotherapie

Welche Form der Sekundärprävention ist nach einem nicht-kardioembolischen Insult/einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) am effektivsten? Diese Frage wird seit vielen Jahren intensiv und teilweise auch kontrovers diskutiert. Nach einer neuen Metaanalyse ist die Kombination Acetylsalicylsäure (ASS) plus einem P2Y12-Inhibitor (Clopidogrel, Ticagrelor) bei Patienten mit einem leichten Schlaganfall oder einer TIA mit hohem Risiko einer Aspirin-Monotherapie überlegen, aber bei einem leicht erhöhten Blutungsrisiko.

Seite 309 -317
Referiert & kommentiert Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Mundspülung mit Chlorhexidin senkt das Pneumonierisiko