47. Jahrgang Heft 06, Juni 2024

Seite 207
EditorialSaskia Fechte, Stuttgart

HPV-Impfung: Da geht noch was!

Seite 210 - 215
ÜbersichtKatharina Jäger, Corinna Hamsch und Claudia Jäger, Mannheim

Warzen richtig behandeln

Warzen (Verrucae) sind Neubildungen, die durch Viren ausgelöst werden. Obwohl diese Epithelhyperplasien gutartig sind, können sie störende Symptome hervorrufen und sind ansteckend, sodass eine effektive Therapie indiziert ist. Es gibt verschiedene Arten von Warzen, die je nach Erreger und Lokalisation unterschieden werden: vulgäre Warzen, Dellwarzen, Feigwarzen und plane Warzen. Bei allen Formen kommt es zu einer Verdickung des Epithels und zu einer verstärkten Verhornung der Haut, sodass die Grundlage jeder Warzentherapie die Keratolyse und das Abtragen der Hornmasse ist. Zusätzlich kommen ablative Verfahren wie Laser, physikalische Verfahren und verschiedene Externa zum Einsatz. Ziel ist es, mit einem individuellen Behandlungsplan und guter Patientencompliance einen raschen Therapieerfolg zu erreichen und hartnäckige Verläufe zu vermeiden.

FlaggeEnglish abstract

Abstract

Cutaneous warts (verrucae) are a common, benign, hyperplasia of the epithelium, which are commonly caused by Human Papilloma Virus. Even though warts are not dangerous, they may interfere with daily activities causing pain and embarrassment, which makes an effective treatment necessary. Depending on the virus and the localisation a distinction is drawn between vulgar warts, mollusca, condylomata acuminata and plane warts. Warts can be transmitted by close skin-to-skin contact and also from contaminated objects or surfaces. Basis of the treatment is the keratolysis and removing the mass of keratin. Then ablative procedures, lasertherapy, physical procedures, as well as different local therapies can be applied. With an individual therapy plan for each patient and good cooperation of the patient it is often possible to get rid of the warts and to avoid persistent courses.

Seite 218 - 227
Klinische PharmazieMichael Grintz, Annika Horn, Larissa Martin, München, und Carsten Culmsee, Marburg

Management der ADhärenz von STAtin-Patienten durch PHARMazeutische Betreuung in der öffentlichen …

Die ADSTAPHARM-Studie

Statine gehören zu den Arzneimitteln, die weltweit am häufigsten zur Behandlung der Hypercholesterolämie eingesetzt werden. Der Therapieerfolg ist allerdings limitiert, vor allem aufgrund der unzureichenden Adhärenz der Patienten. Im Rahmen der ADSTAPHARM-Studie (ADhärenz von STAtin-Patienten bei PHARMazeutischer Betreuung) wurden die kurz- und langfristigen Effekte einer einfachen Medikationsanalyse der öffentlichen Apotheke auf die Adhärenz von Statin-Patienten untersucht. Gleichzeitig wurde die Auswirkung auf die arzneimittelbezogenen Probleme (ABP) beleuchtet. Es ergab sich: Eine einfache Medikationsanalyse kann ABP erkennen, zu großen Teilen beheben und trägt damit zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei. Zudem ergab sich die Schlussfolgerung, dass eine einmalige einfache Medikationsanalyse in der öffentlichen Apotheke und sogar die Übermittlung einer Arzneimittelliste die Adhärenz von Statin-Patienten signifikant verbessern kann. Nach einmaliger Intervention sind diese Effekte allerdings zeitlich begrenzt.

FlaggeEnglish abstract

Abstract

Statins are the most commonly used drugs for hypercholesterolemia worldwide. However, the therapy outcome is limited predominantly due to poor adherence. In the presented ADSTAPHARM study (ADherence of STAtin patients under PHARMaceutical care), the short- and long-term effects of a medication review in the community pharmacy on the adherence of statin patients were investigated. At the same time, the effect of the medication review on drug-related problems (DRP) was analyzed. The study enrolled 390 patients, 122 of whom underwent a medication review. The other patients either received an individual medication list (n = 140) or served as a control group (n = 128). For the 122 patients, the number of DRP was significantly reduced by 47 % after the medication review. Adherence was analyzed using the Medication Possession Ratio (MPR). We found that the median MPR of the patients increased significantly to 1.0 after the medication review. There was also a significant increase in the median MPR after receiving the medication list. A medication review can therefore recognize and, to a large extent, resolve DRP, thereby contributing to medication safety. Overall, the results suggest that the medication review in the community pharmacy has the potential to improve the adherence of statin patients, although this effect seems to be limited over time.

Seite 228 - 232
BerichtSolvejg Langer, Stuttgart

Patienten rundum gut behandeln

Bericht vom Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2024

Vom 12. bis 16. März 2024 fand der Deutsche Schmerz- und Palliativtag online – mit vielen im Nachgang on Demand verfügbaren Vorträgen – unter dem Motto „Individualisierung statt Standardisierung“ mit dem Schwerpunktthema „Rückenschmerzen: gestern – heute – morgen“ statt. Zahlreiche Beiträge zum Schwerpunktthema, aber auch zu vielen anderen Krankheitsbildern warteten auf die Teilnehmer. So wurden neben Rückenschmerzen unter anderem Suchterkrankungen und Schlafstörungen erläutert sowie pharmakologische Updates zu verschiedenen in der Schmerz- und Palliativmedizin eingesetzten Wirkstoffen gegeben.

Seite 233
BücherforumJennifer Berner, München

Lernen, Wiederholen und Vertiefen

Bücherforum

Seite 234 - 241
Referiert & kommentiertAnnika Harsch, Stuttgart

Migränetherapie

Ischämische Ereignisse bei Behandlung mit Triptanen

In einer dänischen Studie wurde untersucht, welchen Einfluss eine Triptantherapie auf das Auftreten ischämischer Ereignisse hat. Insgesamt konnte ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Myokardinfarkte festgestellt werden. Das absolute Risiko blieb jedoch sehr gering.

Seite 234 - 241
Referiert & kommentiertMichaela Theresia Schwarz, München

Diabetes mellitus Typ 2

Risiko für Pankreaskarzinome unter GLP-1-Rezeptoragonisten?

Bisher ist unklar, ob die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten ein Risiko für die Entwicklung von Pankreaskarzinomen birgt. Eine israelische Studie befasste sich nun genauer mit einem möglichen Zusammenhang.

Seite 234 - 241
Referiert & kommentiertTabea Krause, Stuttgart

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Schwere Exazerbationen bei COPD-Patienten durch Gabapentinoide

Nachdem Fälle von Sedierung und respiratorischer Depression bei Tieren wie auch Menschen unter Gabapentinoiden berichtet worden sind, hat 2016 als erstes die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada vor der Möglichkeit von schweren respiratorischen Problemen durch Gabapentin gewarnt. In der Kohortenstudie von Rahman et al. wurde die Kohärenz zwischen einer Gabapentin- oder Pregabalin-Einnahme und dem Auftreten von schweren Exazerbationen bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) untersucht.

Seite 234 - 241
Referiert & kommentiertAnnika Harsch, Stuttgart

Diabetes mellitus Typ 2

Bariatrische Operationen verbessern glykämische Kontrolle und Diabetesremission

Bariatrische Operationen bei übergewichtigen Personen mit Diabetes mellitus Typ 2 erreichten in einer gepoolten Analyse eine höhere glykämische Kontrolle und Diabetesremission als eine alleinige medikamentöse Behandlung oder eine Anpassung des Lebensstils.

Seite 234 - 241
Referiert & kommentiertThorben Nehls, Stralsund

Unkomplizierte Harnwegsinfektion

Wirksamkeit und Sicherheit von Gepotidacin

Für Harnwegsinfektionen bei Frauen besteht eine Lebenszeitinzidenz von 50 bis 60 %. Die zur Behandlung verfügbaren Wirkstoffe drohen durch Resistenzen an Effektivität zu verlieren. Gepotidacin ist ein neuartiger bakterieller Topoisomerase-Hemmstoff mit Wirksamkeit gegen Escherichia coli und weitere Keime, die relevante Resistenzen gegen gängige Antibiotika aufweisen [1, 2, 3].

Seite 234 - 241
Referiert & kommentiertDr. Tanja Saußele, Stuttgart

Wussten Sie schon ...

Die Aorta ist ein eigenständiges Organ