Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Foto: Ferdinando Iannone
Checkpoint-Inhibitoren in der klinischen Onkologie – haben Sie sich gewundert, warum wir dieses Thema in der MMP so prominent platzieren? Diese Substanzen, mit nicht wirklich trivialem Wirkungsmechanismus und fast nur intravenösen Darreichungsformen, kommen in der öffentlichen Apotheke höchstwahrscheinlich selten vor. Dafür aber die Patienten, die diese innovativen Arzneistoffe häufig im fortgeschrittenen Stadium einer Krebserkrankung erhalten.
Nun haben wir mittlerweile zwölf dieser Substanzen an der Hand, die die durch Tumorzellen hervorgerufene Immunblockade wieder aufheben. Aber wie unterscheiden sich diese Wirkstoffe voneinander? Warum sind sie bei verschiedenen Tumorerkrankungen zugelassen, obwohl sie das gleiche Target blockieren? Und wie variieren sie in der Dosierung und Handhabung beim Vorbereiten einer Infusion?
Für eine Vergleichbarkeit stellt Professor Dr. Hans-Peter Lipp, Tübingen, die verschiedenen Wirkstoffe und das Punktesystem SOJA (Subject of Objectified Judgement Analysis) in seiner detaillierten Übersicht "Checkpoint-Inhibitoren in der klinischen Onkologie" vor.
Darüber hinaus führt er aber auch weitere wichtige Aspekte auf, die für die Betreuung der Patienten – auch in der öffentlichen Apotheke – von Relevanz sind. Ein Beispiel ist der Verzicht auf das Analgetikum Paracetamol unter einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren. Warum dieses gängige Schmerzmittel besser nicht eingenommen werden soll und welche weitere Komedikation das Therapieansprechen negativ beeinflussen kann, erfahren Sie ebenfalls in diesem Beitrag.
Auch bei Brustkrebs, und zwar bei der besonders aggressiven triple-negativen Form im lokal fortgeschrittenen Stadium, kommen Checkpoint-Inhibitoren zum Einsatz. Welche weiteren Neuerungen es bei der Behandlung von Brustkrebs gibt, stellen Ihnen meine Kolleginnen im Bericht vom Senologiekongress vor. Die finale Version der neuen S3-Leitlinie soll noch im Jahr 2025 erscheinen. Durch den Einsatz von oralen Tumortherapeutika bereits im frühen Erkrankungsstadium ist eine fundierte Beratung und Betreuung im ambulanten Umfeld notwendig. Dies schließt auch Empfehlungen zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ein. Im Bericht erfahren Sie, welche Mikronährstoffe unter einer Strahlentherapie nicht eingenommen werden sollten, weshalb eine Low-Carb-Ernährung nach einer Operation keine gute Wahl ist und welche Vitamine und Spurenelemente die Sterblichkeit unter einer Chemotherapie senken können. Und zu guter Letzt zeigt Professor Lipp die Neuerungen zur supportiven Therapie bei onkologischen Patienten auf. Hier geht es vor allem um die Prophylaxe und Therapie von Mukositis, Übelkeit und Erbrechen, Diarrhö, Hautreaktionen, Pruritus und immunvermittelte Nebenwirkungen unter einer onkologischen Therapie. Welche Wirkstoffe hier infrage kommen und welche bislang häufig angewendeten Substanzen nicht mehr empfohlen werden, sollten Sie sich anschauen.
Für die Betreuung von onkologischen Patienten ist auch die Apotheke ein Checkpoint; dieser sollte allerdings nicht umgangen werden!
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