Editorial Heike Oberpichler-Schwenk

Antibiotika: der Wettlauf geht weiter

Übersicht Alexander Ströhle, Maike Wolters und Andreas Hahn, Hannover

Alkohol, ein zweischneidiges Genussmittel

Teil 2: Protektive Effekte von Alkohol und Empfehlungen für den Umgang mit Alkohol

Übermäßiger Alkoholkonsum verursacht zahlreiche Folgeerkrankungen. Aber Alkohol besitzt nicht nur unerwünschte Wirkungen: Moderater Alkoholkonsum verbessert das Lipidprofil sowie die Insulinsensitivität und vermindert das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, Diabetes mellitus Typ 2 und Gallensteinerkrankungen; auch die Gesamtmortalität wird gesenkt. Im Sinne einer Nutzen-Risiko-Abwägung sollten Frauen nicht mehr als 10 bis 12 g Alkohol pro Tag und Männer nicht mehr als 20 bis 24 g Alkohol pro Tag konsumieren. Vollständig auf Alkohol verzichten sollten Schwangere und Stillende.

English abstract

Alcohol intake – a two-edged sword Part 2: Protective effects of alcohol and recommendations for its safe use

Excessive alcohol consumption causes numerous complications. However, alcohol does not only show adverse side effects: Moderate alcohol consumption improves the lipid profile as well as the insulin sensitivity and reduces the risk of cardiovascular events, diabetes mellitus type 2 and gall stones. Further, total mortality is decreased. Weighing benefits and risks women should limit alcohol consumption to 10–12 g alcohol/day and men to 20–24 g alcohol/day. Pregnant and breastfeeding women should not drink alcohol at all.

Übersicht Ulrike Holzgrabe und Marianne Abele-Horn, Würzburg

MRSA – Entstehung, Verbreitung, Behandlung und Prävention

Methicillin- oder multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind in der Regel gegen zahlreiche Antibiotika resistent. Sie stellen neben multiresistenten gramnegativen Bakterien im klinischen Alltag ein großes Problem dar, insbesondere vor dem Hintergrund, dass es nur noch wenige Antibiotika für die Behandlung dieser bakteriellen Infektionskrankheiten gibt. Anfangs wurden MRSA-Infektionen vor allem in Krankenhäusern übertragen. Inzwischen werden MRSA aber immer öfter außerhalb der Klinik angetroffen. In diesem Beitrag werden die Entstehung der Resistenz, die Pathogenese und Epidemiologie von MRSA-Infektionen, therapeutische Maßnahmen und der Umgang mit MRSA-Infizierten sowie Maßnahmen zur Prävention von MRSA-Infektionen diskutiert.

English abstract

MRSA – development, distribution and prevention

Multiresistant Staphylococcus aureus (MRSA) are one of the big problems occurring in the hospitals, especially because of the shortage of potent antibiotics. In addition, MRSA are increasingly found outside the hospitals. Beside the development of MRSA, pathogenesis and epidemiology, the article will give advises how to avoid an MRSA infection and how to deal with patients infected with MRSA.

Bericht Rosemarie Ziegler, Albershausen

Eisenüberladungskrankheiten

Störstellen im Eisenkreislauf

Da der menschliche Organismus Eisen nur an Eiweiß gebunden transportieren und speichern kann, kann das Spurenelement nicht über die Niere ausgeschieden und eine Überladung nicht korrigiert werden. Bei Gesunden wird die Eisenhomöostase durch ein hochkomplexes System miteinander interagierender Kontrollfaktoren aufrechterhalten. Störungen dieses komplizierten Regelmechanismus verursachen vielerlei, teils häufige, teils sehr seltene Erkrankungen, bei denen Eisen im Parenchym von Organen akkumuliert. Diese werden dann durch Radikalbildung oxidativ zerstört. Für eine therapeutische Eisenentfernung stehen vor allem der Aderlass (Phlebotomie) und die Chelatbildung zur Verfügung. Bessere Komplexbildner und Wirkstoffe mit neuen Angriffspunkten könnten in Zukunft wertvolle Behandlungsalternativen für diese klinisch wichtige Krankheitsgruppe bieten. Die Erkrankungen wurden im New England Journal of Medicine in einer Übersicht vorgestellt.

Referiert & kommentiert Prof. Dr. Egid Strehl, Freiburg

Infektiologie

Resistenzen bei gramnegativen Bakterien

Multiple Antibiotika-Resistenzen sind bei grampositiven Bakterien seit Langem bekannt. Zunehmend werden sie aber auch bei gramnegativen Erregern zum Problem. Gramnegative Stäbchen (Enterobacteriaceae, Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter spp.) sind immer öfter gegenüber Acylureidopenicillinen, Cephalosporinen der 3./4. Generation, Carbapenemen und Fluorchinolonen resistent. Vermittelt wird die Resistenz unter anderem durch Bildung von Extended-Spectrum-Beta-Lactamasen (ESBL) und Carbapenemasen. Themen eines wissenschaftlichen Symposiums im Rahmen des 11. Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin in Köln waren Resistenzmechanismen und die Verbreitung multiresistenter gramnegativer Erreger sowie Präventionsmaßnahmen.

Referiert & kommentiert Dr. Barbara Ecker-Schlipf, Holzgerlingen

Multiresistente Tuberkulose

Ist mit Delamanid eine neue Therapieoption in Sicht?

In einer randomisierten klinischen Studie erreichten Patienten mit multiresistenter Tuberkulose signifikant häufiger eine Sputumkonversion, wenn sie zusätzlich zu einer Hintergrundbehandlung über zwei Monate mit Delamanid anstelle von Plazebo behandelt wurden. Das neue Tuberkulostatikum war insgesamt gut verträglich. In den Delamanid-Gruppen wurde aber häufiger eine Verlängerung des QT-Intervalls beobachtet als in der Vergleichsgruppe. Das könnte dafür sprechen, dass unter einer Therapie mit Delamanid ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Nebenwirkungen besteht.

Referiert & kommentiert Dr. Annette Junker, Wermelskirchen

Onkologie

Kolorektale Karzinome bei alten Patienten

Mit dem Alter steigt das Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken. Ob und inwieweit die Vorgehensweisen, die zur Behandlung von jüngeren Patienten mit kolorektalen Karzinomen etabliert sind, auch bei älteren geeignet sind, wurde im Rahmen eines Symposiums während des Deutschen Krebskongresses 2012 in Berlin diskutiert.

Referiert & kommentiert Dr. Annette Junker, Wermelskirchen

Transfusionsbedingte Eisenüberladung

Deferasirox bindet Eisen und verbessert Blutwerte

Etwa zwei Drittel der Patienten mit myelodysplastischem Syndrom erhalten Bluttransfusionen. Ebenso benötigen Patienten mit aplastischer Anämie und fortschreitenden Neoplasien regelmäßig Erythrozytenkonzentrate. Da bereits bei mehr als 20 Transfusionseinheiten die Gefahr einer Eisenüberladung besteht, sind diese Patienten auf eine Eisenchelat-Therapie angewiesen. Bei einer von Novartis Oncology veranstalteten Pressekonferenz im Rahmen des Deutschen Krebskongresses wurden Studiendaten vorgestellt, nach denen eine Therapie mit Deferasirox nicht nur die Eisenüberladung vermindert, sondern auch hämatologische Parameter verbessert.

Referiert & kommentiert Abdol A. Ameri, Weidenstetten

Subjektive Gedächtnisstörungen

Ein Risikoindikator für eine spätere Alzheimer-Krankheit

Subjektive Gedächtnisstörungen können ein frühzeitiges Warnsignal für eine zukünftige demenzielle Erkrankung sein und sollten als Risikomarker stärker als bisher ernst genommen werden. Ein neues Positionspapier gibt Empfehlungen, wie eine subjektiv wahrgenommene Verschlechterung der Hirnleistung diagnostisch abgeklärt und langfristig dokumentiert werden kann und welche Frühinterventionen sinnvoll sind. Das Positionspapier wurde bei einer Pressekonferenz der Firma Dr. Willmar Schwabe vorgestellt.

Referiert & kommentiert Birgit Hecht, Stuttgart

Multiple Sklerose

Neue Leitlinie zur Diagnose und Therapie der MS

Die Diagnose einer multiplen Sklerose kann nach aktuellen Empfehlungen bereits beim ersten Schub und mit einzeitiger Kernspintomographie gestellt werden. Bei der Diagnose der MS sind zahlreiche Differenzialdiagnosen zu berücksichtigen. Durch den frühzeitigen Beginn einer immunmodulierenden Therapie kann der Verlauf der schubförmigen Erkrankung positiv beeinflusst werden. In der neuen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und des Krankheitsbezogenen Netzwerks Multiple Sklerose (KKNMS) wird die Therapie des akuten Schubs ebenso diskutiert wie die Basistherapie der MS, die Möglichkeiten der Therapieeskalation und symptomatische Therapien.

Referiert & kommentiert Birgit Hecht, Stuttgart

Neuroplastizität

Musizieren verändert das Gehirn