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Editorial Dr. Jasmine Naun, Stuttgart

Blitzartige Entladung

Seite 160 -170
Übersicht Andreas Schulze-Bonhage, Freiburg

Epilepsien

Formen, Diagnostik und Therapie

Epilepsien stellen eine der häufigsten chronischen Hirnerkrankungen mit etwa 600 000 Patienten in Deutschland und fünf Millionen in der Europäischen Union (EU) dar. Konstituierend sind kurze Funktionsstörungen des Gehirns („Anfälle“) mit sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen von Empfindungsstörungen bis zu Angstattacken oder Störungen der Motorik. Es werden fokale Epilepsien mit regional umschriebenen Funktionsstörungen von generalisierten Epilepsien mit früher Einbeziehung beider Hemisphären unterschieden. Diagnostische Schritte basieren auf Anamnese, Elektroenzephalogramm(EEG)-Registrierungen, zerebraler Bildgebung und Anfallsanalyse mittels simultaner Video- und EEG-Aufzeichnungen. Therapeutisch erfolgt zunächst eine Anfallsprophylaxe durch dauerhafte Einnahme von Arzneimitteln, die die Balance von Erregung und Hemmung im Gehirn modulieren. Bei unzureichender Wirkung der Medikation stehen operative und Stimulationsverfahren zur Verfügung. In dieser Übersicht werden diese Aspekte mit Betonung pharmakotherapeutischer Prinzipien dargestellt.

English abstract

Epilepsies: their forms, diagnosis and treatment

Epilepsies are among the most common diseases of the brain, with some 600.000 patients in Germany and five millions in the European Union. Constitutive are brief disturbances of brain functions ("seizures") with quite variable phenomenology, ranging from disturbances in sensation or motor control to attacks of panic. Focal epilepsies with regional functional disturbances are distinguished from generalized epilepsies with early involvement of both hemispheres. Diagnosis is based on history, electroencephalography, brain imaging and video-EEG-analysis of seizures. Therapy is based on seizure prophylaxis by continuous intake of medication, modulating the balance of excitation and inhibition in the brain. In case of insufficient response to pharmacotherapy, epilepsy surgery and brain stimulation are available. This review covers these aspects with an emphasis on pharmacotherapeutical principles.

Seite 173 -176
Dirk Keiner, Weimar

Einführung in die AMTS-Risiko-Pyramide

Für eine erfolgreiche individualisierte Arzneimitteltherapie gibt es im Alltag viele Aspekte zu berücksichtigen. Mit dem Management-Tool der fünfstufigen AMTS(Arneimitteltherapiesicherheit)-Pyramide lassen sich AMTS-Risiken schnell erkennen, einordnen und minimieren. Dabei geht es um die einfache, aber sehr praktikable Zuordnung von Risikoaspekten, die arzneistoffbezogen, aber auch indikationsbezogen erfolgen kann. Das übersichtliche Pyramidendesign unterstützt die Nutzbarkeit in der täglichen Praxis. In diesem Einführungsartikel soll die AMTS-Pyramide vorgestellt und erläutert werden. In dieser Rubrik sollen anschließend in späteren MMP-Ausgaben Arzneistoffe nach diesem Prinzip analysiert und evaluiert werden.

English abstract

The risk pyramid for drug safety

In everyday life there are many aspects to consider for successful individualized drug therapy. With the five-level AMTS pyramid as a management tool, AMTS risks can be quickly classified, identified and minimized. It is about the simple but very practicable allocation of risk aspects, which can be based on drugs but also on indications. The AMTS pyramid has a clearly arranged design in order to be implementable in everyday practice. In this new MMP-section, drugs will be analyzed according to this pyramid in later editions.

Seite 177
Bücherforum Bettina Christine Martini, Legau

Ein moderner Klassiker

Seite 178 -182
Bericht Solvejg Langer, Stuttgart

Patienten optimal versorgen

Bericht vom Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2021

Vom 9. bis 13. März fand der Deutsche Schmerz-und Palliativtag 2021 online unter dem Motto „Individualisierung statt Standardisierung: Sichere Versorgung – Versorgung sichern“ statt. Einige Vorträge standen im Zeichen der Pandemie, aber es wurden auch verschiedene Daten aus dem PraxisRegister Schmerz vorgestellt, Tipps zur Therapie verschiedener Schmerzerkrankungen gegeben und das Zusammenspiel aus Psyche und Schmerz beleuchtet.

Seite 183 -185
Bericht Claudia Bruhn, Berlin

Aktuelle Entwicklungen in der Frauenheilkunde

Bericht vom digitalen Fortbildungskongress FOKO 2021 des Berufsverbandes der Frauenärzte

Obwohl für die Frauenheilkunde bereits zahlreiche Arzneimittel verfügbar sind, gibt es regelmäßig Neuzulassungen oder Weiterentwicklungen in etablierten Behandlungsverfahren. Aus diesem Grund bot der Jahreskongress des Berufsverbands der Frauenärzte e. V., der vom 4. bis 6. März pandemiebedingt digital abgehalten wurde, auch 2021 eine Vielzahl von interessanten Themen.

Seite 186 -193
Referiert & kommentiert Dr. Miriam Sonnet, Rheinstetten

Diabetes mellitus

Entwarnung für Insulin

Eine Therapie mit Basalinsulin scheint das Mortalitätsrisiko und die Gefahr für kardiovaskuläre Ereignisse nicht zu erhöhen. Zu dieser Schlussfolgerung kommen brasilianische Wissenschaftler, die in einem systematischen Review mit Metaanalyse und sequenzieller Studienanalyse verschiedene randomisiert-kontrollierte Untersuchungen unter die Lupe nahmen.

Seite 186 -193
Referiert & kommentiert Dr. Sabine Fischer, Stuttgart

Aktinische Keratose

Wirksamkeit und Sicherheit von 1%iger Tirbanibulin-Salbe

Aktinische Keratosen entstehen durch starken Sonneneinfluss auf die Haut. Unbehandelt kann aus dieser Krebsvorstufe ein Plattenepithelkarzinom entstehen. In den vorliegenden Phase-III-Studien wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von 1%iger Tirbanibulin-Salbe zur Behandlung der aktinischen Keratose untersucht.

Seite 186 -193
Referiert & kommentiert Simone Reisdorf, Erfurt

Diabetes mellitus

Prädiabetes mündet bei Senioren nur selten in Diabetes

Besonders im hohen Lebensalter ist ein „Prädiabetes“ mit grenzwertig erhöhten Blutglucosewerten ein häufiger Befund. Ältere Prädiabetiker müssen aber offenbar nicht gezielt gesucht und behandelt werden, um den Diabetes zu verhindern. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie zur Normoglykämie zurückkehren oder aber sterben, ist höher als ihr Risiko, in den nächsten sechs bis sieben Jahren einen manifesten Diabetes mellitus zu entwickeln. Das besagt eine aktuelle Analyse der ARIC(Atherosclerosis risk in communities)-Studie, die kürzlich im JAMA International Medicine publiziert wurde.

Seite 186 -193
Referiert & kommentiert Jessica Kannemeier, Hamburg

Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse

SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten – geht es auch ohne Metformin?

In einer Metaanalyse wurden die vergleichsweise neueren Antidiabetika der Gruppe der SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten im Hinblick auf die potenzielle Reduktion kardiovaskulärer Komplikationen als Folge einer Diabetes-Erkrankung untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass sowohl SGLT-2-Inhibitoren als auch GLP-1-Agonisten als Monotherapie, ohne den Einsatz von Metformin, zu empfehlen sind.

Seite 186 -193
Referiert & kommentiert Dr. Claudia Bruhn, Berlin

Behandlung der erektilen Dysfunktion

Erfolgreicher durch Kombinationen?

Die Palette der therapeutischen Möglichkeiten bei erektiler Dysfunktion (ED) hatte sich durch die Zulassung der PDE-5-Hemmer stark erweitert. Doch nicht alle Betroffenen profitieren davon. Da die Prävalenz der ED weltweit ansteigt, erhoffen sich Ärzte bessere Erfolge durch eine Kombination dieser Wirkstoffe untereinander sowie mit komplementären oder nichtmedikamentösen Optionen. Dass diese Herangehensweise sinnvoll sein kann, zeigt eine kürzlich publizierte Metaanalyse.

Seite 186 -193
Referiert & kommentiert Dr. Tanja Saußele, Stuttgart

Wussten Sie schon …?

Adipositas-Paradoxon bei Lungen-, Nieren- und Hautkrebs